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1.9.2012

Cox Enterprises Inc.

Umsatz 2011: $ 14,700 Mrd. (€ 10,560 Mrd.)

Cox Enterprises gehört mit 14.6 Mrd. US-Dollar Umsatz und rund 60.000 Mitarbeitern im Jahr 2010 zu den zehn größten Medienunternehmen der Welt. Sein Hauptquartier liegt in Atlanta (Georgia). Der Konzern gehört fast vollständig der Familie Cox bzw. Kennedy.
Die Flaggen von Cox, Georgia und die amerikanische vor dem Cox Enterprises Gebäude in Atlanta.Das Hauptquartier von Cox in Atlanta (Georgia). (© AP)

Überblick

Cox Enterprises gehört mit 14,7 Mrd. US-Dollar Umsatz und rund 60.000 Mitarbeitern im Jahr 2011 zu den zehn größten Medienunternehmen der USA. Sein Hauptquartier liegt in Atlanta (Georgia). Der Konzern gehört fast vollständig der Familie Cox bzw. Kennedy. Sein Kerngeschäftsfeld unterteilt sich in drei zentrale Bereiche: Cox Communications ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Anbieter von Kabelfernsehen in den USA und vermarktet zudem Digitalvideo-, Telefon- und Internet-Dienstleistungen. Die Cox Media Group konzentriert sich auf das Mediensegment. Sie betreibt u.a. 15 Fernsehstationen, einen Kabelsender, mehr als 80 Radiostationen und acht Tageszeitungen. Der dritte Geschäftsbereich umfasst den Automobilhandel und Branchenkommunikation. Manheim ist bietet Vermarktungs- und Großhandelsdienstleistungen für Autos und verkaufte nach eigenen Angaben 2009 mehr als fünf Millionen Fahrzeuge. Dazu passend bietet AutoTrader.com einen Online-Marktplatz und ein Informationsportal, das mehr als 2,8 Millionen gebrauchte und neue Fahrzeuge auflistet.

Basisdaten

6205 Peachtree Dunwoody Road, Atlanta, GA, 30328, USA
Telefon: 001-678-645-0000
Internet: www.coxenterprises.com

Branche: Kabelnetze, Fernsehsender, TV-Sendestationen, Radio, Zeitungen, Druckbetriebe, Internet-Services, Multimedia, Telekommunikation, Werbung, Automobil-Auktionen, Nischenpublikationen
Rechtsform: Personengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1898


Geschäftsführung

Geschäftsführung:
  • James C. Kennedy, Chairman
  • Jimmy W. Hayes, President and Chief Executive Officer
  • John M. Dyer, Executive Vice President and Chief Financial Officer
  • Douglas E. Franklin, President, Cox Media Group
  • Marybeth N. Leamer, Executive Vice President, Human Resources and Administration
  • Patrick J. Esser, President, Cox Communications
  • Sanford Schwartz, President, Manheim
Aufsichtsrat:
  • Michael J. Ahearn, Managing Partner, True North Venture Partners, L.P.
  • Arthur M. Blank, Co-Founder, The Home Depot, Inc., Owner and Chief Executive Officer, Atlanta Falcons and Georgia Force
  • Anne Cox Chambers, Chairman, Atlanta Newspapers
  • Janet Morrison Clarke, President, Clarke Littlefield, LLC
  • S. Taylor Glover, President and Chief Executive Officer, Turner Enterprises
  • Jimmy W. Hayes, President and Chief Executive Officer, Cox Enterprises
  • James C. Kennedy, Chairman, Cox Enterprises, Inc.
  • Robert C. O'Leary, Retired Executive Vice President and Chief Financial Officer, Cox Enterprises
  • Brady L. "Tripp" Rackley, Board of Advisors, Firethorn Holdings
  • Christopher Williams, Chairman and Chief Executive Officer, The Williams Capital Group L.P.
Besitzverhältnisse: Cox Enterprises: Familie Cox (98%, Anne Cox Chambers, James Cox Kennedy, Blair Parry-Okeden, Garner Anthony). Cox Communications Inc. war bis 2004 börsennotiert (Cox Enterprises 62,2%, Bill Gates 5,7%, Rest Streubesitz), Cox Radio wurde bis 2009 an der Börse gehandelt – beide sind heute wieder unter privater Kontrolle.

Geschichte und Profil

Lehrer, Journalist, Politiker und schließlich Medienmogul – die Lebensstationen des Firmengründers James M. Cox zeichnen eine amerikanische Bilderbuchkarriere. Cox, Jahrgang 1870, wollte nach Beendigung der Schulzeit zunächst Lehrer werden, was er allerdings schon bald zu Gunsten seiner politischen und journalistischen Ambitionen aufgab. Er arbeitete zunächst als Sekretär eines Kongressabgeordneten, wurde dann Reporter beim Cincinnati Enquirer und kaufte 1898 für 26.000 $ den Dayton Evening. Sieben Jahre später kaufte er seine zweite Tageszeitung, den Springfield Press-Republican.

Die Zeitungen gaben ihm das nötige Standbein für eine sehr erfolgreiche politische Karriere, zunächst als US-Kongressabgeordneter und später als dreimaliger Gouverneur von Ohio. 1920 kandidierte der Demokrat Cox sogar bei den Präsidentschaftswahlen (mit Franklin D. Roosevelt als Vize), unterlag aber seinem Rivalen Warren Harding, der zu der Zeit ebenfalls Verleger in Ohio war.

Nach Beendigung seiner aktiven politischen Karriere machte sich Cox daran, seine Zeitungsunternehmen zu einem Medienkonzern auszubauen. Nach dem Kauf weiterer Tageszeitungen gründete Cox 1923 WHIO, Daytons erste Radiostation. 1948/49 kamen TV-Sender für Dayton und Atlanta hinzu. Seit 1950 gehört auch die Zeitung The Atlanta Constitution, das heutige Flaggschiff, zu dem stetig expandierenden Unternehmen. Als James M. Cox 1957 starb, besaß seine Firma sieben Tageszeitungen, drei Fernsehstationen und zahlreiche Radiosender.

Während der späten 50er und frühen 60er Jahre engagierte sich Cox Enterprises unter James M. Cox Jr., der nach dem Tod seines Vaters die Leitung übernohmen hatte, weiter auf dem TV-Markt. Es war eines der ersten großen US-amerikanischen Fernsehunternehmen, das 1962 durch den Kauf eines Kabelnetzes in Pennsylvania ins Kabelfernsehen einstieg. Im selben Jahr arrangierte der spätere Vorstand der Cox Broadcasting Corporation, J. L. Reinsch, die geschichtsträchtige, erste TV-Präsidentschaftsdebatte zwischen John F. Kennedy und Richard M. Nixon.

Die Rundfunkunternehmen der Cox Familie wurden 1964 zu einer Aktiengesellschaft zusammengefügt, während die Tageszeitungen unter Cox Enterprises in direktem Privatbesitz blieben. Die Kabel-TV-Sender wurden 1968 ebenfalls in einer Aktiengesellschaft, der Cox Cable Communications, zusammengeführt. 1968 und 1969 erschloss Cox Broadcasting weitere Branchen, zunächst durch den Kauf der Auto-Auktionshäuser Manheim Services und Kansas City Automobil Auction. 1972 kam die TeleRep, eine Fernsehwerbefirma, hinzu.

1977 fusionierte Cox Cable mit Cox Broadcasting und wurde 1982 dann zu Cox Communications. 1985 wandelte die Familie Cox Communications wieder in eine Personengesellschaft um und verschmolz das Unternehmen mit dem Mutterkonzern Cox Enterprises. 1987 übernahm der Gründerenkel James Kennedy die Leitung des Familienkonzerns. 1991 fusionierte Cox sein Auto-Auktionsgeschäft mit dem von Ford Motor Credit/GE Capital und kaufte die Direct-Mail-Kuponfirma Val Pak Direct Marketing. 1994 rief Cox in Partnerschaft mit Sprint, TCI (heute ein Teil von AT&T) und Comcast die Sprint Spectrum LP ins Leben, um seine Telecommunikations-Dienstleistungen zu bündeln. 1995 kaufte Cox Enterprises die Times Mirror Cable Television. Im Rahmen einer weiteren Umstrukturierung brachte der Konzern Cox Communications, Inc. vorübergehend wieder an die Börse, wobei rund 73 % der Anteile weiterhin im Besitz der Gründerfamilie blieben. Die lukrativen TV-Kabelaktivitäten sind vor den Automobil-Auktionshäusern heute einer der wichtigsten Geschäftsbereiche des früheren Zeitungskonzerns.

Management

Ende der 90er Jahre ging der Konzern eine strategische Neuorientierung an. Zum einen stimmte Cox Enterprises Anfang 1999 dem Verkauf des Satellitengeschäfts Primestar an den Konkurrenten Hughes Electronics (Direct TV) zu. Cox war mit 10,4 Prozent an Primestar Inc. beteiligt. Zum anderen verabschiedete sich Cox Broadcasting 1999 endgültig aus der Produktionsbranche und liquidierte seine 100-prozentige Tochter Rysher Entertainment (Produktionen u.a. HBOs "Sex and the City", CBSs "Nash Bridges" und die Erfolgsshow "Entertainment Tonight"). Das verlustreiche Filmstudio Ryshers wurde bereits 1997 geschlossen. Die Rechte an Ryshers Film- und Fernsehbibliothek sowie die aktuellen Produktionen wurden von Paramount übernommen.

Stattdessen investierte das Unternehmen fleißig in die Erweiterung und Ausbau seiner Kabelsysteme. Heute ist Cox Communications einer der führenden US-Anbieter digitaler Telekommunikationsdienstleistungen über Kabelfernsehnetze. Ziel des Medienkonzerns ist es, sich auch langfristig als führender Anbieter digitaler Dienste zu etablieren. Insbesondere konzentriert sich Cox Communications darauf, seinen mehr als 6 Millionen Kunden Kabel-TV in Paketen (gebündelte mit breitbandigem Internet-Zugang, digitalem Fernsehen und Telefonie) anzubieten.

Nachdem es in der Gerüchteküche immer hieß, Cox Communications stehe zum Verkauf, ging der Cox-Klan 2004 in die Offensive und übernahm für rund 8,5 Milliarden US-Dollar den Streubesitz. Damit fiel der umsatzstärkste Teil des Konzerns wieder unter private Kontrolle. Cox Radio verblieb zunächst einziges börsennotiertes Segment des Unternehmens, bis die Familie auch diesen Firmenteil zurückkaufte.

Die Reprivatisierung von Cox Communications erhielt einen fahlen Beigeschmack durch das von der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC eingeleitete Insiderhandel-Verfahren gegen Garner Anthony, ehemaliges Vorstandsmitglied und Ehemann von Unternehmensgründertochter Barbara Anthony Cox. Das Verfahren lief 2006 auf einen Vergleich ohne Schuldbekenntnis und eine Strafe von 100.000 US-Dollar für Anthony hinaus.

Im Gegensatz zu vielen börsennotierten Medienunternehmen scheint das sich immer noch in Privatbesitz der Cox-Familie befindliche Unternehmen in ruhigerem Fahrwasser zu befinden. Insbesondere das Angebot von digitalen Diensten über die Breitband-Kabelnetze sorgt seit Jahren für stabiles Wachstum.

Im Jahr 2005 vollzog sich zudem ein Generationswechsel in der Führungsetage von Cox Enterprises. Außerdem baute man 2006 die Automobil-Informationssparte weiter aus. Aus der Auflösung des Joint Venture "Trader Publishing Company" (mit Landmark Communications) nahm man über 300 Auto und Truck Publikationen mit und legte diese mit dem Online Anzeigen Portal Auto-Trader unter dem Dach der Cox Auto Trader zusammen.

Anfang Juni 2007 verstarb Miteigentümerin Barbara Anne Cox (84), Tochter des Firmengründers James M. Cox. Ihr Sohn Jim Kennedy führte von 1988 bis 2008 den Konzern. Nach Angaben des Forbes Magazins wurde ihr hinterlassenes Privatvermögen und das ihrer Schwester Anne Cox Chambers, auf jeweils 12,6 Mrd. US-Dollar geschätzt. Das Erbe ging an ihre in Australien lebende Tochter, die Kinderbuchautorin Blair Parry-Okeden. Die Mitglieder des Cox-Clans finden sich regelmäßig weit vorne in den Forbes-Listen der reichsten Amerikaner. Im Januar 2009 trat Jimmy Hayes die Nachfolge des Gründerenkels Jim Kennedy an der Konzernspitze an. Hayes ist zwar kein Familienmitglied, aber bereits seit fast 30 Jahren im Konzern tätig. Kennedy sitzt aber weiterhin im Aufsichtsrat.

Geschäftsfelder

Die Kerngeschäftsfelder von Cox verteilen sich auf drei zentrale Bereiche:

Kabelnetze und Telekommunikation: mehrere große Kabel-TV Netze (ca. 6,6 Mio. Abonnenten), Breitband Internet Zugang, Telefondienste, z. B. Mobile Telefonie (Sprint PCS).

Autohandel und Branchenkommunikation: Manheim Auto Auctions (Automobil-Auktionshäuser an 83 Standorten in den USA, Kanada, Frankreich und Großbritannien). AutoTrader.com (Online-Anzeigen Portal).

Medien: Fernsehen, Radio und Zeitungen: 15 TV-Stationen (u.a. KTVU und KICU-TV im Markt von San Francisco-Oakland-San Jose, WSB-TV im Markt von Atlanta, WSB-TV im Markt von Atlanta, WFTV und WRDQ im Markt von Orlando-Daytona Beach-FL, WPXI im Markt von Pittsburgh, WSOC-TV und WAXN-TV im Markt von Charlotte-NC, WHIO-TV im Markt von Dayton-OH), 86 Radiostationen, 8 Tageszeitungen (u.a. The Atlanta-Journal Constitution, Austin American Statesman, The Palm Beach Post, Dayton Daily News) und 16 Wochenzeitungen.

Engagement in Deutschland

In Europa engagiert sich der Konzern hauptsächlich mit seiner Automobil-Auktions-Sparte (Manheim Auctions). Bis Mai 2007 war COX auch über ein kompliziertes Unternehmensgeflecht indirekt an den Programmen der Discovery-Gruppe in Deutschland beteiligt. Bis dahin hatte Cox eine 25%-Beteiligung an Discovery Communications Inc., die wiederum hielt 100% an Discovery Germany LL.C und 100% an Discovery Communications Europe. Die Discovery Germany LL.C betrieb in Deutschland die TV-Sender Animal Planet, Discovery Channel, Discovery Geschichte sowie Discovery HD. Die Discovery Communications Europe hielt wiederum 98% an Discovery Beteiligungs-GmbH & Co. KG, die in Deutschland den TV-Sender DMAX betreibt.

Aktuelle Entwicklung

Mitte Mai 2007 trennte sich Cox von seiner 25%-Beteiligung bei Discovery. Die erlöste Finanzspritze soll vor allem zur Reduzierung der durch die Reprivatisierung von Cox Communications im Jahr 2004 entstandenen Schuldenlast verwendet werden. Im Juli 2007 honorierte die internationale Rating-Agentur Fitch die erfolgreichen Strategien von Cox Enterprises. Trotz der unsicheren Zeiten im Zeitungsgeschäft wertete die Agentur den Ausblick des gesamten Konzerns als positiv. Insbesondere die eher konservative Finanzpolitik wird gelobt. Fitch schätzt, dass circa 25 Prozent des Konzernumsatzes aus Werbeeinahmen und 75 Prozent aus Abonnenten und anderen Transaktionen stammt.

Um auch weiter erfolgreich im Werbegeschäft zu agieren, gründete Cox Television im September 2007 eine neue auf Online-Medien spezialisierte Agentur. Cox Cross Media soll die Werbeflächen der Internet-Seiten von Cox-Fernsehstationen vermarkten.


Zugleich kündigte das Unternehmen an, sich stärker im Bereich mobiler Medienplattformen engagieren zu wollen. Cox Television hatte sich schon im Sommer der US-TV-Branchenallianz „Open Mobile Video Coalition“ angeschlossen. Ziel dieser Interessengemeinschaft ist es, die Entwicklung im mobilen, digitalen TV-Bereich voranzutreiben. Hierbei werden vor allem einheitliche technische Standards eine zentrale Rolle spielen.

Cox Communications verstärktes Engagement im mobilen Kommunikationsbereich äußert sich auch in einer neuen Partnerschaft mit Mobilfunkanbieter Sprint. Hierbei geht es darum, die bisher sehr erfolgreiche Triple-Play-Strategie (TV, Breitband-Internet und Festnetztelefonie im Paketangebot) zur Quad-Play-Strategie (plus Mobiltelefonie) auszubauen.

Die Umsätze des Konzerns legten 2007 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent zu. Dieses Wachstum geht hauptsächlich auf das Konto der Cox Communications Sparte zurück. Nach Konzernangaben versorgt Cox Ende 2007 mit seinen Kommunikationsnetzwerken etwa 2,4 Mio. Kunden mit Telefondiensten, 3,7 Mio. Kunden mit Breitbandnetzwerkdiensten und 3,1 Mio. Kunden mit digitalem Kabelfernsehen. Etwa 60 Prozent aller Kunden beziehen diese Dienste im Rahmen von Paketangeboten, was für den Erfolg der Triple-Play-Strategie spricht.

Der Ausbau und Erfolg der Cox Communications Sparte illustriert auch noch mal deutlich die zunehmende Fokussierung des Konzerns auf Geschäftsfelder jenseits der werbefinanzierten Medien. Nach Konzernangaben stammen nur noch 20 Prozent der Umsätze aus seinen klassischen Medienbereichen wie Tages- und Wochenzeitung, Fernsehen und Radio. Angesichts der anhaltenden Krise der Zeitungsbranche kam im Frühherbst 2008 die Ankündigung von Cox Enterprises, 28 Wochen- und Tageszeitungen, sowie zwei Direktwerbetochterunternehmen verkaufen zu wollen, auch wenig überraschend. Die erhofften Erlöse sollen vor allem dem Abbau von Schulden dienen.

Von dem Verkauf betroffen waren hauptsächlich kleinere und einzelne mittelgroße Zeitungen in Texas, North Carolina und Colorado. Das Glanzstück zwischen den zum Verkauf angebotenen Publikationen war die profitabel arbeitende Tageszeitung „Austin American Statesman“. Man erhoffte sich wohl einen Erlös deutlich über 500 Mio. US-Dollar. Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage verzögerte sich der Verkaufsprozess. Nach Pressestimmen gab es weniger ernste Kaufinteressenten als erwartet, Angebote wurden auch zurückgezogen. Der Konzern entschied sich schlussendlich, den „Austin American Statesman“ nicht um jeden Preis abzugeben.

Mit Sicht auf den Verkauf des größten Teils seiner Wochen- und Tageszeitungen kündigt Cox Enterprises Anfang Dezember 2008 auch eine signifikante Veränderung in der Konzernstruktur an. Die verbleibenden klassischen Medienaktivitäten (Zeitung, TV und Radio) werden unter dem Dach einer Cox Media Group fusionieren.


Verkäufe, Umstrukturierung und Medienkrise führen zu einem deutlichen Personalrückgang. So beschäftigte das Unternehmen 2010 nur noch 60.000 Menschen. Das ist der niedrigste Personalstamm seit der Jahrtausend-Wende. Nur drei Jahre zuvor zählte der Konzern noch 83.000 Mitarbeiter.

Im April 2010 meldete die Cox Media Group, dass sie mit weiteren US-Medienunternehmen, darunter Belo Corp., E.W. Scripps Co., Fox, Gannett Broadcasting, Hearst Television Inc., ION Television, Media General Inc., Meredith Corp., NBC, Post-Newsweek Stations Inc. and Raycom Media, ein Joint Venture gegründet habe, um mobile Geräte national mit Inhalten zu beliefern („national mobile content service“). Der Dienst solle Live- und On-Demand-Video, lokale und nationale Nachrichten aus Print- und elektronischen Quellen, sowie Sport und Unterhaltungsprogramme beinhalten. Das akute Bemühen von Cox, für die von der Mediengruppe produzierten Inhalte neue und rentable Verbreitungswege zu finden, zeigt sich auch im groß beworbenen Start der iPad-Application des Zeitungsflagschiffs „Atlanta Journal Constitution“ am 12. Dezember 2010.

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