LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Dish Network Corporation

Umsatz 2011: $ 14,048 Mrd. (€ 10,092 Mrd.)

Geschäftsfelder

Satellitenfernsehen (DISH):
Das Programmangebot von DISH umfasst zur Zeit über 2.500 digitale Kanäle mit der kabelüblichen Auffächerung in Vollprogramme, Lokalsender, Sparten-, Sport-, Nachrichten- und Pay-Per-View-Kanäle. Die Programme werden in "Senderpaketen" angeboten, die beispielsweise "America´s Top 100" oder "America´s Everything Pack" heißen, und zwischen 24,99 $ und 89,99 $ monatlich kosten. Dazu gibt es extra Kino- und Sportpakete sowie Fremdsprachenprogramme. Seit 2010 kommen ständig weitere Programme in hochauflösender Bildqualität HD hinzu. Der Markt des Satelliten-TV ist geprägt von zwei unterschiedlichen Wettbewerbs-Szenarien. Einerseits gilt es für die Unternehmen, im Vergleich mit den anderen Satelliten-Anbietern zu bestehen. Auf der anderen Seite ist natürlich immer die Konkurrenz zum Kabel präsent. Hier herrscht ein Wettbewerb der Infrastrukturen.

Dish war der am schnellsten wachsende US-Anbieter digitaler Fernsehdienste seit Mitte der 2000er Jahre. Obwohl DirecTV mit 19 Mio. Abonnenten im Vergleich zu 14,3 Mio. DISH-Kunden noch immer die Nase im Wettbewerb vorn hat, holte Dish bis Ende 2008 kontinuierlich auf. 2006 konnten 3,5 Mio. neue Abonnenten dazu gewonnen werden, das entspricht 3,4% mehr Neukunden als im Vorjahr. Dabei setzt das DISH Network auf innovative Marketing-Techniken. Im Dezember 2005 begann ein Pilotprojekt zum Prepaid Fernsehen. Abonnenten können zu ihrem Satelliten-Empfänger eine Pre-Paid Card erwerben, die je nach Bedarf immer wieder aufgeladen werden kann.

Eine zweite Front bildet die Konkurrenz durch klassische Kabelanbieter. Das Dish Network konnte durch kluge Preis- und Programmstrategien Marktanteile gewinnen, ein Prozess, der durch das schlechte Image der Kabelbetreiber beschleunigt wurde. Zudem senden Satelliten auch bis in die ländlichen Gebiete, die kein Fernsehkabel erreicht. Selbst wenn entlegene Gebiete an das Kabelnetz angeschlossen sind, werden häufig Upgrades notwendig, um das Netz funktional zu halten. Dies war zum Beispiel 2004 in der Kleinstadt Center in Colorado der Fall. Da die Einwohner für ihre 600 Anschlüsse keine halbe Million US-Dollar an Aufrüstungskosten zahlen wollten, kappten sie kurzerhand das Kabel. Echostar nutzte die Gelegenheit und montierte daraufhin seine Schüsseln auf den Dächern der Stadt.

Um zusätzlich zum Satellitendienst, der auf absehbare Zeit für Endverbraucher nur über Kabeldienste rückkanalfähig sein wird, Zugriff auf DSL-Leitungen zu bekommen, schloss EchoStar schon im Jahr 2003 die erwähnte Kooperation mit SBC Communications, der Nummer zwei der US-Telekommunikationsanbieter. Mit dem Ende dieser Vertriebspartnerschaft im Dezember 2008 steht allerdings das gesamte Geschäftsmodell auf der Kippe. Sollte Dish keinen Kabelpartner finden, der Internet und einen Rückkanal gemeinsam mit dem Satellitenprogramm vermarktet, hätte Konkurrent DirekTV das deutlich attraktivere Angebot. Zudem war die Vertriebspartnerschaft für einen erheblichen Teil der Kundenzuwächse verantwortlich. Etwa 17% der Neukunden 2008 kamen über AT&T zu Dish, insgesamt konnte etwa eine Million der Bestandskunden über den Kanal AT&T gewonnen werden.

Mit der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 verlangsamte sich das Kundenwachstum. Seit 2010 verliert Dish Network Bestandskunden. Allein im 4. Quartal 2010 verschwanden 156.000 Abonnenten aus den Büchern.

Die Jahre 2010 und 2011 brachten Dish Network etliche Contentpartnerschaften ein. Dazu gehören der Sony Movie Channel und das Programmpaket RFD-HD der Rural Media Group, die familienfreundliche Programme in HD-TV zuliefern. Nach zähen Verhandlungen wurde ein Weiterverbreitungsvertrag für 17 regionale Gebiete vorwiegend in ländlichen Regionen mit der LIN TV Corp. geschlossen. Parallel dazu kauft der Konzern Bandbreite hinzu, so bei dem 2009 in Konkurs gegangenen Satellitenbetreiber DBSD North America und bei TerreStar Networks.

Das zweite Standbein, die unabhängig operierende EchoStar übernahm im Februar 2011 die Hughes Communications Inc. für über 1,3 Mrd Dollar mit dem Ziel, Breitbandinternet über Satellit anzubieten.

Strategisch hinkt Dish Network der Konkurrenz hinterher. Vor allem Comcast wird seit der Übernahme von NBC im Januar 2011 zum übermächtigen Riesen. Zwar muss auch ein Comcast-eigener Sender NBC Programme an die Konkurrenz zuliefern, doch stärkt der Merger die ohnehin schon kräftige Marktführerschaft von Comcast-NBC.

Technologies/Hardware (EHC)
Die EchoStar Holding Corporation ist für die Satelliten-Empfangstechnik zuständig. Unabhängige Firmen produzieren die Geräte nach den Vorstellungen und Bedürfnissen von EchoStar. Das Geschäft von EHC ist die technische Unterstützung des DISH Networks. Neben der Bereitstellung der Receiver und zugehöriger Accessoires zum Empfang der Sender des DISH-Networks verkauft EHC weltweit digitale Satelliten-Empfänger. EHC bietet auch technische Geräte zur Nutzung des Internet über Satelliten an. Dabei wird als Rückkanal (Upload) eine herkömmliche DSL-Verbindung genutzt, und der Download erfolgt mit sehr hohen Übertragungsraten per Satellit. Dem Vorteil großer Bandbreiten steht zum einen die langsame Ansprache (Ping-Zeit) der Satelliten entgegen, die diese Technik für reaktionsschnelle Anwendungen wie Spiele ungeeignet macht; zum anderen ist Echostar für die Nutzung dieser Technik auf einen kooperierenden Kabelanbieter für den Rückkanal angewiesen. Im Oktober 2007 kaufte EchoStar für 380 Mio. Dollar den Set-Top-Box-Anbieter SlingMedia. Die SlingBox lädt das heimische Fernsehprogramm ins Internet, so dass man von jedem Ort der Welt aus die eigenen Sattellitenkanäle sehen kann. Weiterhin ist EchoStar mit dem Design und der Weiterentwicklung der in Set-Top-Boxen eingesetzten Technologien befasst, um den Kunden stets anspruchsvolle Technik anbieten zu können. So können Abonnenten derzeit digitale Videorecorder leasen oder Receiver nutzen, die interaktives Fernsehen ermöglichen. Dramatische Folgen für Echostar – und damit auch für Dish – könnte ein Urteil im Patentverfahren TIVO gegen Echostar haben. Der Receiverhersteller TIVO hatte schon 2004 gegen die Nutzung der patentierten Timeshift-Funktion bei Settop-Boxen mit digitalen Videorecordern geklagt. Ende 2008 gewann TIVO den Prozess. EchoStar klagte dagegen und erzielte im Februar 2011 eine Wiederaufnahme des Patentstreits. Da TIVO nicht so stark gewachsen ist wie erhofft, rechnet sich EchoStar bessere Chancen aus, den kleinen Konkurrenten gerichtlich endgültig zu besiegen. TIVO musste sogar neue Schulden machen, um die Prozesskosten tragen zu können. Eine Entscheidung des US-Appellationsgerichts ist immer noch anhängig.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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