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1.9.2012

BBC

Umsatz 2011/12: £ 5,086 Mrd. (€ 5,893 Mrd.)



Management

Mark Thompson war von 2004 bis 2012 Generaldirektor der BBC, ehe er als CEO der New York Times Company anheuerte. Sein Nachfolger ist der ehemalige Content-Chef George Entwistle. In der Vorentscheidung setzte er sich gegen Caroline Thomson durch, die das operative Geschäft der BBC managte. Unter Beobachtern galt Thomson lange als Favoritin auf den Posten des Generalsekretärs, der in der Geschichte der Anstalt noch nie von einer Frau bekleidet wurde. Letzlich setzte sich Entwistle jedoch mit seinem Zukunftskonzept beim BBC Trust durch. Entwistle, der auch die erste Wahl seines Vorgängers war, leitete bisher die Planung und Produktion sämtlicher BBC-Inhalte und Formate. Der 50-jährige leitete zuvor als Redakteur Nachrichtenformate wie Newsnight oder Panorama. In die Kritik geriet er zuletzt, als er die Beobachtern zufolge katastrophale Berichterstattung zum 60-jährigen Thronjubiläum von Königin Elizabeth verantwortete. Britische Medienkonzerne erneuerten nach der Nominierung von Entwistle ihre Forderung nach Abschaffung der BBC-Gebühren.

Die von Januar 2007 bis 2016 gültige neue „Royal Charter“ führte zu einschneidenden Reformen bei der BBC, insbesondere im obersten Management und bei der Selbstaufsicht der Anstalt. Geleitet wird die BBC von einem Management-Team („BBC Executive Board“), an dessen Spitze der Generaldirektor steht. Der Generaldirektor ist gleichzeitig als „oberster Chefredakteur“ für alle Programme verantwortlich. Die neue Charter schreibt, wie in britischen Vorständen üblich, verbindlich mindestens vier so genannte Non-Executive-Directors im Board vor, deren Position eher mit der eines Aufsichtsrates zu vergleichen ist. Die Position des erst 2004 eingeführten stellvertretenden Generaldirektors wurde 2011 im Zuge von umfassenden Kürzungen bei der BBC gestrichen.

Um „einsamen Entscheidungen“ des Generaldirektors vorzubeugen, wurde auch die bislang vom „Board of Governors“ ausgeübte Selbstkontrolle der BBC neu organisiert. An die Stelle der Governors, die einerseits oberste Management-Instanz und gleichzeitig das anstaltseigene Aufsichtsgremium darstellten, trat der „BBC Trust“. Er hat zwar keine direkten Management-Aufgaben mehr, verfügt aber über deutlich mehr Kompetenzen bei der Besetzung des Executive Board, das seit Januar 2007 als BBC-Exekutive firmiert. Außerdem soll der Trust die Programmleistung der BBC und ihre Übereinstimmung mit ihrem Programmauftrag detailliert überwachen. Zu diesem Gremium gehören Chairman, Vice-Chairman und zehn Trustees. Sie repräsentieren formal – ähnlich wie die Rundfunkräte in Deutschland – die gesellschaftliche Vielfalt im Land. Durch ihre im Vergleich zu deutschen Aufsichtsgremien viel geringere Zahl sind die einzelnen Trust-Mitglieder mächtiger. Anders als in Deutschland werden sie auch nicht von entsprechenden „Trägern des gesellschaftlichen Lebens“ nominiert, sondern von der Königin auf Vorschlag der Regierung ernannt.


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