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LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Fuji Media Holdings, Inc.

Umsatz 2011/2012: Yen 593,645 Mrd. (€ 5,490 Mrd.)

Geschichte und Profil

"Fuji Television" wurde 1957 als Aktiengesellschaft (japanisch Kabushiki Kaisha, abgekürzt KK) in Tokyo gegründet. Gründungspräsident war Shigeo Mizuno, geschäftsführender Direktor wurde Nobutaka Shikanai. Der hatte die gleiche Position zuvor schon beim privaten Hörfunksender "Nippon Hoso KK" bekleidet und stieg dort zum Präsidenten auf. Aber weil der von der Industrie finanzierte Privatsender nicht aus den roten Zahlen kam, musste Shikanai dem als Sanierer geholten Mizuno weichen. Bei "Fuji TV" sollten die beiden Männer nun zusammenarbeiten. Es klappte: 1964 übergab der ältere Mizuno die Führung des erfolgreich etablierten Fernsehunternehmens an Shikanai. Eine entsprechende Wachablösung an Shikanai gab es 1968 auch bei der Tageszeitung "Sankei Shinbun", deren Vorsitz Mizuno 1958 vom Gründer der Zeitung Hisakichi Maeda übernommen hatte; Maeda war der älteste unter den drei Vätern der 1967 aus einer formlosen Absprache zwischen "Fuji TV", "Sankei Shinbun", "Nippon Hoso" und "Bunka Hoso" (einem weiteren privaten Hörfunksender) gebildeten "Fuji-Sankei"-Gruppe, Vorläufer der heutigen "Fujisankei Communications Group" (FCG). Shikanai wurde 1974 auch Vorsitzender dieser als Konferenz organisierten Gruppierung. Die Bildung von Konzernen war nach 1945 im Zuge der Entflechtungspolitik der amerikanischen Besatzungsmacht verboten worden und wurde erst 1997 durch Änderung des Kartellgesetzes mit gewissen Einschränkungen wieder zugelassen.

Die Sankei Shinbun erlitt einen dramatischen Rückgang ihrer Abonementenzahlen von 14,7% im ersten Halbjahr 2009 . Gleichzeitig verfolgt die Sankei Shinbun neue Wege, junge Zielgruppen für ihre Produkte zu gewinnen. Dazu zählt beispielsweise die Verbindung von Sankei mit Microsoft Japan mit dem Portal MSN Sankei News (in Konkurrenz zu Yahoo News) und die kostenfreie Verfügbarkeit der Zeitungsinhalte auf dem iphone.

Der Fernsehsender "Fuji TV" nahm im März 1959 den Sendebetrieb auf. Anfänglich ein Verbund von vier regionalen Fernsehsendern, wurde das Netz schrittweise auf 28 Sender erweitert, die zusammen fast ganz Japan abdecken und nach eigenen Angaben etwa 98% der Bevölkerung erreichen. Das Fuji-Verbundsystem nennt sich FNS ("Fuji Network System") und unterhält als hauseigene Nachrichtenagentur das "Fuji News Network" (FNN). "Fuji TV" steuert mehr als 80% des Gesamtprogramms bei. Seit 1982 übermittelt "Fuji TV" auch Programme ins Ausland. Zuerst wurde das abendliche Nachrichtenmagazin "Supertime" nach New York übertragen und dort von der Tochtergesellschaft "Fujisankei Communications International, Inc." (FCI) mit englischen Untertiteln versehen. Es kann in den USA und in Europa empfangen werden. Inzwischen überspielt "Fuji TV" auch Unterhaltungsprogramme nach Amerika und Europa, seit Mitte 2008 verkauft Fuji TV erfolgreich Sendekonzepte an FOX und BBC. Damit knüpft Fuji TV an seinen bereits seit einigen Jahren wachsenden Vertriebserfolg von Einzelsendungen in asiatische Länder an. Fuji TV gelingt damit besser als anderen Networks in Japan, die sinkenden Werbeeinnahmen zu kompensieren.

Seit 2003 werden die "Fuji"-Fernsehprogramme mit Hilfe der modernen Digitaltechnik über so genannte Kommunikationssatelliten (CS) verbreitet; die digitale Übertragung ins Ausland über BS-Satelliten hatte schon 2001 begonnen.

1997 zog der Sender in sein neues, vollständig digitalisiertes Fernsehzentrum auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokyo um. Im selben Jahr ging die "Fuji TV KK" auch an die Tokioter Börse, um den aufwendigen Neubau zu finanzieren und sich für die weitere Expansion besseren Zugang zum Kapitalmarkt zu verschaffen.

Im Lauf des Jahres 2008 ist eine umfassende Umstrukturierung des Konzerns geplant. Im September 2008 bestätigte auch die japanische Regulierungsbehörde die Umstrukturierung. Ab 1.10.2008 wird die Fuji Holding Media offiziell ins Leben gerufen Fuji Television Network umfaßt dann nur noch das Fernsehgeschäft und ist Bestandteil der Fuji Media Holding.

2009 feiert Fuji TV sein 50. Jubiläum.


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