LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Bloomberg L.P.

Umsatz 2011: $ 7,600 Mrd. (€ 5,460 Mrd.)

Aktuelle Entwicklungen

Wohl auch angesichts der Wirtschaftskrise und des zunehmenden Konkurrenzdrucks scheint sich ein Strategiewechsel in der bisherigen Unternehmenspolitik von Bloomberg L.P. abzuzeichnen. Galt das Unternehmen bislang als rein auf die Vermarktung von Wirtschaftsdaten beschränkt und in seiner Außendarstellung als zumindest verschlossen, findet seit dem Rückzug Bloombergs aus der Unternehmensführung eine Ausdehnung und Öffnung im Bezug auf Angebotsvielfalt und externe Unternehmenskommunikation statt. Darauf deuten Übernahmen wie die der BusinessWeek – die erste der Firmengeschichte – oder des Bureau of National Affairs ebenso hin wie die häufigere Interviewbereitschaft von Führungskräften des Konzerns (siehe Interviews in "Guardian" und "FAZ" mit Matthew Winkler und Peter Grauer). Wenngleich der Vertrieb von Wirtschaftsdaten auch in Zukunft das Kerngeschäft bleiben wird, soll der Anteil von Bloomberg Professional Service am Gesamtumsatz des Konzerns nach Aussage Peter Grauers bis 2016 von vormals 97 (2008) auf 75 Prozent schrumpfen. Neue ambitionierte Dienste wie Bloomberg Government oder Bloomberg Law weisen in diese Richtung.

Ende Mai 2011 wagte Bloomberg L.P. ferner den Eintritt in den Meinungsjournalismus. Der bislang dem Selbstverständnis nach politisch neutrale Finanzinformationsdienstleister und Medienkonzern wird künftig auf seiner Homepage und weiteren Kanälen (Bloomberg TV, Bloomberg Radio, BusinessWeek) täglich zwei Meinungskolumnen veröffentlichen, die sich vor allem mit wirtschafts- und außenpolitischen Fragen auseinandersetzen. Während in den vergangenen Wochen immer mehr Details bezüglich der neuen Bloomberg-Kolumnisten bekannt wurden, kann man immer mehr kritische Stimmen hören, die in Bloomberg View vor allem ein politisches Sprachrohr für den New Yorker Bürgermeister und Gründer des Unternehmens, Michael Bloomberg, sehen (siehe Dossier der Mediadb-Redaktion). Bloomberg View könnte Vorreiter für Michael Bloombergs weitere Karriereplanung sein: So denkt er seit geraumer Zeit darüber nach, die defizitäre New York Times zu kaufen, wenn seine dritte Amtszeit als Bürgermeister von New York abgeschlossen ist.

Bloomberg TV wird derweil immer mehr zu einem Wirtschaftskanal für Superreiche. Bestes Beispiel ist das neue Format "Titans at the Table" eine Talkshow, bei diverse milliardenschwere Hedgefond-Manager in teuren Restaurants die Vorzüge der Immobilien-Krise und Firmenpleiten diskutieren.


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