LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

The McGraw-Hill Comp. Inc.

Umsatz 2011: $ 6,246 Mrd. (€ 4,487 Mrd.)

Aktuelle Entwicklungen

Nur wenige Wochen nach der umstrittenen und heftig kritisierten Herabstufung der US-Bonität durch die hauseigene Ratingagentur Standard & Poor's im Herbst 2011 tratt deren Präsident Deven Sharma zurück. Die Nachfolge Sharmas übernahm der ehemalige Citibank Top-Manager Douglas Petersen.

Auch Ende des Jahres 2011 bestimmten S&P wieder die Schlagzeilen der internationalen Presse. Nur wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Euro-Krisenkipfel setzte S&P insgesamt 15 Euroländer auf ihre rote Liste und bedrohte damit die Kreditwürdigkeit eines Großteils der Europäischen Union. Es kann also niemanden verwundern, wenn viele europäische Politiker mit Wut und Ablehnung auf die Drohungen von S&P reagierten. Zudem kursierten auch diverse Verschwörungstheorien in den Medien: Die Aktion war von hoher politische Bedeutung, da die Ratingagentur die drohende Abstufung zu benutzen schien, um von den europäischen Finanzpolitikern Entscheidungen in ihrem Sinne zu erzwingen. Damit hob sie sich über ihre Rolle als Kreditwürdigkeitsprüfer hinaus und schwang sich zum politischen Akteur auf. Besonders brisant ist dabei auch die Tatsache, dass der Forderungskatalog von S&P durchdrungen ist von der amerikanischen Vorstellung, Wachstum nach Belieben mit billigem Geld schaffen zu können.

2012 zeigen sich erste Konsequezen für die doch fragwürdige Arbeit von S&P in den Monaten und Jahren vor der Krise. Nach der US-Börsenaufsicht (SEC) hat nun auch das US-Justizministerium Untersuchungen zur Arbeit von S&P angekündigt. Geprüft werden soll, ob die Ratingagentur Vorschriften im Zusammenhang mit der Bewertung sogenannter strukturierter Finanzprodukten verletzt hat. Zusätzlich stehen die Ratingagenturen auch in der europäischen Schuldenkrise in der Kritik.

Zu Änderungen kommt es derzeit auch im Spartendesign des Medienkonzerns. Auf Druck der Aktionärsversammlung sollen die Bereiche Finanzdienstleistung (dann McGraw-Hill Markets) - mitsamt der umstrittenen Ratingagentur Standard & Poor - und der Bildungsverlag (McGraw-Hill Educations) zukünftig getrennt operieren. Die Aktionäre erhoffen sich neben einer Steigerung des Unternehmenswertes, dass S&P unabhängiger bei der Ratingvergabe agieren könne und somit der Druck von der angeschlagene Bildungsspalte genommen werde. Geht es allerdings nach Harold McGraw III, dann ist die Trennung der beiden Unternehmensbereiche keine Reaktion auf die Forderungen der Investoren und Aktionäre, sondern ein Teil des Aktienrückkaufprogamm "McGraw Plan", dass bereits seit 2011 von der Unternehmensführung aktiv verfolgt wird. Berichten zufolge hat McGraw-Hill auch schon erste Angebote für den Educationbereich erhalten. Neben verschieden Finanzinvestoren wie Bain Capital, Thomas H. Lee Partners und Apollo Global bemüht sich mit Cengage Learning auch der zweit größte U.S. Schulbuchverlag um das McGraw-Hill-Verlagshaus. Bei einem Verkauf könnte die Bildungsspalte mit rund 3 Milliarden Dollar bewertet werden.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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