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1.9.2012

Advance Publications

Umsatz 2011: $ 6,550 Mrd. (€ 4,705 Mrd.)

Zu dem in Privatbesitz befindlichen US-Unternehmen Advance Publications, Inc. gehören unter anderem Condé Nast Publications (Zeitschriften), Parade Publications (Zeitungsbeilagen) und Zeitungen in ca. 20 US-Städten.
Das Gebäude von Condé Nast im Times Square von New York.Das Condé Nast Bulding am New Yorker Time Square. Die namensgebende Verlagsgruppe ist Teil von Advance Publications. (© AP)

Überblick


Zu dem in Privatbesitz befindlichen US-Unternehmen Advance Publications, Inc. gehören Condé Nast Publications (Zeitschriften), Parade Publications (Zeitungsbeilagen), Fairchild Publications (Mode- und Fachzeitschriften), American City Business Journals, Golf Digest Companies und Zeitungen in ca. 20 US-Städten. Advance Publications besitzt zudem Kabelnetze, Internetsites zu den Zeitschriften, Beteiligungen an Fernsehsendern sowie den Religion News Service (RNS).

Basisdaten

Hauptsitz:
Four Times Square, NY 10036, USA
Telefon: +1-212-286-2860, Telefax: +1-212-286-5960
www.advance.net

Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Kabelnetze, Nachrichtenagentur
Rechtsform: Private Company, nicht börsennotiert
Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
Gründungsjahr: 1924


Geschäftsführung

  • Samuel I. "Si" Newhouse Jr., Chairman und CEO; Chairman: Condé Nast Publications
  • Tom Summer, CFO: Advance Publications
  • Donald E. Newhouse, President
  • Charles H. Townsend, CEO: Condé Nast Publications
  • Robert A. Sauerberg, COO: Condé Nast Publications
  • John Belando, CFO: Condé Nast Publications
  • Andrew Siegel, Senior Vice President - Strategy and Corporate Development: Condé Nast Publications
  • Ray Shaw, Chairman: American City Business Journals
  • Jonathan Newhouse, Chairman: Condé Nast International
  • Steven Newhouse, President: Advance Internet
  • Steve Florio, Vice Chairman: Advance Magazine Group
  • Moritz von Laffert, Geschäftsführer und Herausgeber Condé Nast Deutschland

Gesellschafter: Donald Edward Newhouse, Samuel Irving Newhouse 100%

Geschichte und Profil

Unternehmensgründer Samuel I. Newhouse hatte bereits früh eine Tageszeitung gemanagt, 1922 kaufte er sein erstes eigenes Blatt, den "Staten Island Advance", 1950 gehörten ihm diverse Lokalzeitungen von New York bis Alabama. 1959 kaufte Newhouse den Zeitschriftenverlag Condé Nast - angeblich als Geschenk für seine Frau zum Hochzeitstag. Newhouse starb 1979, und vererbte seinen Söhnen Si und Donald neben der Firma auch ein fulminantes Verfahren mit dem Finanzamt wegen der Besteuerung des Erbes, das sich bis 1990 hinzog, dann aber zugunsten der Newhouses ausging. Die Familie besitzt heute eines der größten Privatvermögen der USA. All die Medien der Newhouse-Familie sind unter dem Namen Advance Publications zusammengefasst, wenngleich das Unternehmen in der Öffentlichkeit kaum unter diesem Namen in Erscheinung tritt. In der Öffentlichkeit steht dagegen der Verlag Condé Nast, der 1999 von der Madison Avenue an den Times Square in ein neues Hochhaus zog.

Management

Advance Publications wird von den beiden Brüdern Si und Donald Newhouse geleitet. In den 60er Jahren hatte Senior Sam Newhouse die Magazine seinem Sohn überlassen. Si Newhouse, der nicht mal das College abgeschlossen hat, galt damals als unscheinbar. Aber er war arbeitswütig. Um fünf Uhr morgens, manchmal sogar früher, saß er an seinem Schreibtisch. Noch heute gilt Newhouse als öffentlichkeitsscheu, steht bei Partys abseits und spricht selten über persönliche oder familiäre Angelegenheiten. Sein verlegerischer Erfolg, heißt es, habe sein Selbstvertrauen jedoch deutlich gehoben. Eine ganze Reihe von Chefredakteuren und engen Mitarbeitern, die er feuerte, erfuhren davon jedoch oft eher zufällig. Die Nachfolge von Si Newhouse (78) und seines um vier Jahre jüngeren Bruders Donald ist seit Jahren Thema, obwohl Si Newhouse sich bis heute angeblich in viele Details einmischt. Im Gespräch sind der Neffe Jonathan Newhouse (53), der in London das internationale Geschäft leitet, und Steven Newhouse (48), der Sohn von Donald Newhouse. Er hat die Internet-Aktivitäten geleitet und seit 2001 auch den Zeitschriftenableger Golf Digest. Zudem fungiert er als Chefredakteur der Tageszeitung "Jersey Journal", dessen Personal er 2002 durch Drohung der Schließung halbierte. Zugute gehalten wird ihm, dass er die journalistische Qualität der Newhouse-Zeitungskette verbesserte (sie erhielt 2005 sogar einen Pulitzerpreis).

Im Juli 2010 gab Condé Nast bekannt, dass man zukünftig den Job von Charles H. Townsend, der seit 2004 sowohl den Posten des CEOs und COOs von Condé Nast Publications inne hatte, zweiteilen werde. Während Townsend weiterhin CEO des Verlages bleiben wird, wurde als neuer COO Robert A. Sauerberg ernannt. Dieser war zuvor Chef der Consumer Marketing Abteilung des Verlages. Nach Konzernangaben wird es Townsends primäre Aufgabe sein ein neues Geschäftsmodell rund um die Bereiche "digital connectivity, technology development, and consumer insight" aufzubauen.

Geschäftsfelder

Advance Publications, Inc., gehören Condé Nast Publications (Zeitschriften; Titelliste: www.condenast.com), Parade Publications (Verlag), Fairchild Publications (Mode- und Fachzeitschriften), American City Business Journals, Golf Digest Companies und Zeitungen in mehr als 26 US-Städten. Advance Publications besitzt zudem Kabelnetze, Internetsites zu den Zeitschriften, Beteiligungen an Fernsehsendern sowie den Religion News Service (RNS).

Zeitungen und Zeitschriften:
Advance besitzt 35 Lokal- und Regionalzeitungen aus neun US-Bundesstaaten.

Alle Magazine, die unter dem Label Condé Nast heute weltbekannt sind, waren eigentlich nur das Trainingsfeld von Si Newhouse. Sein Vater war vor allem an Zeitungen interessiert. Sein Ziel war der Kauf der New York Times. Sam Newhouse schuf Quantität statt Qualität, seine Zeitungen bilden eine der größten Ketten in Amerika. Die Blätter wurden zu Cash Cows. Der Profit diktierte die redaktionelle Linie. Heute entstehen Print-Produkte und insbesondere Themenhefte im Hinblick auf die Werbekunden. Im Januar 1994 investierte Newhouse vorausschauend in das damals noch wenig bekannte Magazin namens Wired, das sich mit den aktuellen Trends insbesondere im Bereich digitaler Medien beschäftigt und sich rasch zum wichtigen Referenz-Medium der Online-Branche entwickelte. Beim Verkauf des Buchverlags Random House an Bertelsmann 1998 für 1 Mrd. $ konnte Condé Nast für 1,1 Mrd. $ im August 1999 eine Reihe von Modemagazinen übernehmen, darunter Jane, W, Women's Wear Daily sowie Supermarket News. 2001 kaufte Advance Golf Digest für $ 375 Mio. $. Im Zeitschriftenbereich eignet Advance mit The New Yorker, Vanity Fair, GQ und Vogue die Topprodukte unter den Hochglanzmagazinen. 2001 brachte der Verlag mit Lucky ein Heft an die Kioske, das nichts als Shoppingtipps bietet, das ideale Anzeigenumfeld. Aufgrund der Abschwächung der Werbekonjunktur entschied Newhouse sich, im Oktober 2001 die Frauenzeitschrift "Mademoiselle" nach 66 Jahren trotz ihrer mehr als 850.000 Abonnenten wegen zu hoher Verluste einzustellen. 2002 begann Advance 250 bis 500 Arbeitsplätze aus Buchhaltung, Technik, und Informatik nach Wilmington, Delaware, umzusiedeln. Zentrale und Redaktionen verblieben in New York.

Internet:
Im Mai 1995 wurde die Online-Abteilung Condé Net etabliert, die Material aller Condé Nast-Magazine verwertet, aber keines der Hefte bloß für das World Wide Web dupliziert. Eine Reihe von Websites drehen sich um Themen wie Essen (Epicurious.com), Sex und Romantik (Swoon.com), Gesundheit (Phys.com), Mode (Style.com) und Finanzen (CNCurrency.com).

Kabelnetze:
Die Familie Newhouse besitzt über Advance/Newhouse Communications Inc., Anteile an Kabelnetzen in mehreren Staaten, in Syracuse im Staat New York, in Kalifornien, in Florida, in Alabama, in Atlanta (Georgia) und im Norden von New Jersey mit insgesamt 2,1 Millionen angeschlossenen Haushalten.

Fernsehen:
Zudem ist der Konzern über Advance/Newhouse Communications Inc. zusammen mit anderen Konzernen ((Interner Link zu Cox Enterpr ) an Discovery Communications Inc. beteiligt. Discovery Communications hält einen 100%-Anteil an Discovery Germany LL.C, der in Deutschland die TV-Sender Animal Planet, Discovery Channel, Discovery Geschichte und Discovery HD veranstaltet. Discovery erreicht nach eigenen Angaben weltweit 1,2 Mrd. Kunden mit Dokumentations- und Spartenkanälen. Advance ist mit 24,6% an Discovery Channel, 24,6% an Discovery History, und mit 24,6 % an Animal Planet beteiligt. Auch hält Advance Anteile an den Sendern Health Channel, Travel Channel und Discovery Kids.

Engagement in Deutschland/Europa

Die internationalen Titel leitet Jonathan Newhouse von London aus. Die am weitesten verbreiteten Titel sind Vogue (15 Titel) und GQ, die nun u.a. auch in Japan, Taiwan, Südafrika und Russland erscheinen. In Deutschland erscheinen Vogue, GQ, Architectural Digest und Glamour. Hatte der ehemalige Deutschlandchef Bernd Runge (45, mittlerweile abgelöst durch Moritz von Laffert) einst angekündigt, er werde die Vogue-Reihe ausbauen (für Kinder, für Brautmoden, für junge Mode usw.) sowie neue Titel im Bereich Sport, Computer oder Wirtschaft auf den Markt bringen, so ist er damit bislang nicht weit gekommen. Einen Trend leitete Runge offenbar mit dem kleinen DIN-A5-Format (Vogue Business, Glamour) ein. Dank Kampfpreisen und geringeren Druckkosten erwies sich das Format als ertragreich. 2004 feierte die deutsche Vogue 25-jähriges Bestehen und erschien in Katalogstärke mit 638 Seiten. Im September 2004 startete in Russland die elfte internationale Ausgabe des Frauentitels Glamour. In Deutschland publiziert Condé Nast mittlerweile auch das Shoppingmagazin Lucky. 2006 brachte der Verlag zudem das Frauenmagazin MySelf auf den deutschen Markt, das zeitgleich in weiteren europäischen Ländern erscheinen soll.

Im September 2011 startet Condé-Nast Deutschland einen neuen Versuch ein amerikanisches Kultmagazin auch auf dem deutschen Markt etablieren zu können. Die erste deutsche Ausgabe des Digitalkultur- und Wissensmagazins "WIRED", das 1993 im Silicon Valley gegründet wurde, steht - genau wie sein amerikanisches Vorbild - für eine Themenmischung aus Technologie, Wissenschaft, Lifestyle, Wirtschaft und Kultur. Mit einer Startauflage von 160.000 Exemplaren ist WIRED zunächst nur in den neuen Ausgaben der GQ erhältlich, ein Stand-Alone-Titel ist aber für die nahe Zukunft geplant. Zusätzlich zur Printausgabe gibt es das Magazin auch als iPad-App zu kaufen.

Auch in Deutschland versucht Condé Nast sein Onlinegeschäft auszuweiten. Bisher fiel der Verlag in Deutschland nicht groß in Sachen Webaktivitäten auf und baute Online hierzulande bisher fast ausschließlich auf die Ableger der jeweiligen Magazinen. Über den Ableger Condé Nast Digital, welcher zurzeit die Webableger betreut und vermarktet, will sich das Verlagshaus künftig an jungen Firmen beteiligen. Moritz von Laffert, Chef von Condé Nast Deutschland sagte hierzu, dass man Partnerschaften mit passenden jungen Unternehmen eingehen wolle, die bereits erfolgreiche Business-Modelle umgesetzt haben.

Aktuelle Entwicklungen

Ab Herbst 2012 werden vier von Advance verlegten traditionsreichen Südstaaten-Tageszeitungen "The Times-Picayune" aus New Orleans sowie die "Birmingham News", der "Press Register" und die "Huntsville Times" aus Alabama nur noch drei Tage die Woche als gedruckte Ausgabe erhältlich sein. An den restlichen Tagen müssen die Leser mit einer zentral gesteuerten und boulevardisierten Webseite vorlieb nehmen. New Orleans, dass noch immer mit den Folgen der Hurricane-Katastrophe aus dem Jahr 2005 zu kämpfen hat, ist damit die traurige Ehre zuteil geworden, die erste US-Metropole ohne tägliche Zeitung zu sein. Zusätzlich soll ein Drittel der jeweiligen Belegschaft vor die Tür gesetzt werden. Die Mitarbeiter der Zeitungen erfuhren von der Entscheidung aus der Presse und nicht vom eigenem Management. Die "Times Picayune" operiert seit Jahren profitabel - für die millionen-, bzw. milliardenschweren Manager an der Konzernspitze wohl nicht profitabel genug.

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Informationen des Unternehmens: Presseberichterstattung:
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