LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Globo Communicação e Participações S.A.

Umsatz 2011: BRL 11,000 Mrd. (€ 4,728 Mrd.)

Geschäftsfelder

Fernsehen
Öffentliches Fernsehen

Das öffentliche TV-Netz der Organizações Globo firmiert unter dem Namen Rede Globo und ist, nach eigenen Angaben, sowohl die größte Station Lateinamerikas als auch die viertgrößte Sendergruppe der Welt. Gegründet 1964, on air seit 1965, feierte die Gruppe 2010 mit viel Pomp und Getöse ihr 45-jähriges Bestehen und verweist nicht ohne Stolz darauf, dass täglich 120 Millionen Zuschauer die Programme von Rede Globo verfolgen. Das Netzwerk verfügt über 122 eigene oder verbundene Sender in ganz Brasilien, die portugiesisch-sprechende Gemeinde im Ausland wird über die Programme von TV Globo Internacional versorgt. 2011 konnte die Auslandsgruppe ihre Distribution auch in den USA ausweiten. Das Signal des portugiesischsprachigen Senders wird nun in sieben Städten bzw. Bundesstaaten empfangen, darunter Washington, Kalifornien, New Jersey und Florida.

„Im Jahr 2009 haben wir etwa 11.000 Stunden Inhalt für unsere nationalen Sender produziert. Wir beschäftigen um die 12.000 Mitarbeiter bei Rede Globo und arbeiten mit 130 freien Produzenten in Brasilien zusammen. Wir glauben, dass nur finanziell gesunde Unternehmen Innovationen treiben, Qualitätsprodukte produzieren und die journalistische Unabhängigkeit garantieren können. Wir wissen, dass Länder, die nicht über starke Kommunikationsunternehmen verfügen, das Risiko eingehen müssen, zu passiven Konsumenten von im Ausland produzierten Inhalten zu werden“, sagt Inhaber Marinho bei der Vorstellung der Bilanz 2010 und weist damit darauf hin, dass auch Globo selbst auf kräftigem Expansionskurs ist. (siehe TV Globo Internacional).

Das Geschäft von Rede Globo wird hauptsächlich von drei Sparten bestimmt: Nachrichten, Telenovelas und Sport. Das abendliche Jornal Nacional ist in Brasilien so etwas wie das deutsche Heute-Journal, nur deutlich reißerischer. Es wurde als erste nationale Nachrichtensendung am 1. September 1969 ins Leben gerufen und informiert die Zuschauer zwischen 30 und 45 Minuten lang über aktuelle Ereignisse, wobei häufig Verkehrsunfälle, Morde oder Nachrichten über Stars und Sternchen das meiste Gewicht bekommen. In der Wahlperiode wird die Dauer von 30 Minuten strikt eingehalten, damit in der Folge das politische Programm nicht zu kurz kommt. 2011 gewinnt das Programm nach sieben Nominierungen den Emmy Award (siehe aktuelle Entwicklungen).

Brasilianer sind nicht nur sportbegeistert, sie sind sportfanatisch, speziell, wenn es um die Übertragung von Spielen der Seleccão (der brasilianischen Fußballnationalmannschaft) oder der großen Clubs (Flamenco oder Fluminense) geht. Während der Spielzeiten der 1. Liga mittwochs und samstags sind die Straßen meist leergefegt. Seit etwa 20 Jahren hat Rede Globo ein Abonnement auf die Übertragungsrechte der meisten brasilianischen Fußball-Großereignisse. Seit der Saison 09/10 hat sich das Netzwerk auch die Rechte an der UEFA Champions League sowie an den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und natürlich auch an der Heim-WM 2014 gesichert. Auch bei der Formel 1 und den Olympischen Spielen lässt Globo seinen Mitbewerbern kaum Spielraum. Für die heimischen Spiele 2016 ist vor allem bei den Übertragungsrechten in die USA der Sender NBC privilegierter Partner von Globo. "Wir werden sehr eng miteinander arbeiten, um eine außergewöhnliche Berichterstattung der Spiele für unsere Zuschauer in den Staaten zu generieren. Wir wollen für alle drei Plattformen - Fernsehen, Internet und Mobil - besondere Inhalte schaffen", sagte Jeff Shell, President der NBC. Immerhin hat das amerikanische Netzwerk vier Milliarden Dollar für die Übertragungsrechte der kommenden fünf Olympischen Spiele ausgegeben.

Besonders wichtig sind zudem die überaus beliebten Telenovelas. Mit viel Herzschmerz, Drama und Romantik werden allabendlich vor einer traumhaften – meist lokalen – Kulisse die Zuschauer gefesselt. Das geht bisweilen so weit, dass sogar der Beginn von Fußballspielen verlegt werden muss, wenn es in der Telenovela gerade heiß hergeht. Mehr als 70 Novelas hat Rede Globo an seinen Produktionsstandorten Rio de Janeiro und Sao Paulo bereits produziert. Der letzte Exportschlager heißt Caminho das Índias und wurde in zahlreiche Länder verkauft (siehe Aktuelle Entwicklungen). Mittlerweile arbeitet Rede Globo für die Produktion seiner Telenovelas auch mit Marketinginstituten zusammen, löst doch beispielsweise die Strumpfhose oder Handtasche einer der Hauptdarstellerinnen bisweilen eine regelrechte Kaufhysterie aus. Der massive Erfolg der Novelas liegt wohl auch darin begründet, dass sich viele der brasilianischen Zuschauer – trotz der großen kulturellen Unterschiede in dem riesigen Land – sehr gut mit den Hauptdarstellern und dem Lieben, Leiden, Hassen und Versöhnen der Figuren identifizieren können.

TV Globo Internacional (TVGI) richtet sich an Exilbrasilianer und das portugiesisch-sprachige Publikum außerhalb Brasiliens. Bislang sind etwa 10 Prozent der 5,5 Millionen Menschen umfassenden Zielgruppe feste Abonnenten (u.a. Angola 175.000, USA 100.000, Portugal 30.000, Japan 25.000). 2010 feierte der Kanal sein zehnjähriges Bestehen, mit einer eindrücklichen Bilanz: 53 Kabelanbieter in 115 Ländern bieten die Sendungen aus Brasilien an. Außerdem wird in Afrika und Europa expandiert. Bislang werden Zuschauer in Moçambique oder Angola mit den gleichen Inhalten versorgt wie die Zuschauer in Portugal. Nicht zuletzt wegen des großen Einflusses der Werbeeinahmen – das Auslandsnetzwerk erzielt 20 % seiner Einkünfte in diesem Segment – soll sich das in Zukunft ändern. Afrika bekommt ein – vor allem auf Angolas Bedürfnisse zugeschnittenes – Programm mit eigens dafür produzierten Inhalten und dem neuen Format A Revista África. Im Oktober 2011 eröffnete Globo seinen Ableger in Lissabon. Dort werden vor allem internationale Koproduktionen abgewickelt. Außerdem wird Portugal damit zu Globos Produktionszentrale für Europa und Afrika heraufgestuft.

Kabelfernsehen und Pay-TV
Der Globo-eigene Anbieter NET ist der größte Lieferant von Breitbandanschlüssen des Lan-des. Über ein einziges Kabel versorgt er Abonnenten mit Kabelfernsehen, Breitbandinternetanschluss und Telefon. Mit etwa vier Millionen Kabelfernseh-Abonnenten hat NET einen Marktanteil von etwa 50 Prozent; beim Breitbandinternet liegt der Anteil bei knapp 40 Pro-zent.

Der populärste und größte Pay-TV-Kanal Lateinamerikas ist eine 100-prozentige Tochter der Organisações Globo. Gegründet im Jahr 1991, begann Globosat seinen Siegeszug zunächst im brasilianischen, später im ganzen lateinamerikanischen Markt. Heute besteht der Sender aus 27 Kanälen auf denen Shows wie Big Brother, playboy TV oder Sportsendungen gezeigt werden. Der neueste Schlager soll ein Kanal speziell für die Frau werden, Viva. In einer Umfrage unter Werbetreibenden landeten auf den ersten vier Plätzen der beliebtesten Kanäle vier Sender von Globosat.

Radio
Generell ist Radio in Lateinamerika weit weniger wichtig als Fernsehen oder Zeitungen und Zeitschriften. Unter der Firmierung Sistema Globo de Rádio (SGR) verfügen die Organi-sações Globo gleichwohl über acht eigene Radiostationen und zahlreiche weitere, landesweite Beteiligungen. Als wichtigste Sendestationen sind der Gründungssender Rádio Globo mit Sitz in Rio de Janeiro und CBN mit Sitz in Sao Paulo zu nennen. Beide Sender werden in mehr als 30 Städten des Landes empfangen. Mit dem Slogan von CBN will die Gruppe ganz klare Prioritäten im Nachrichtengeschäft setzen: "Das Radio, das Nachrichten spielt". Rádio Globo hingegen legt seinen Schwerpunkt auf leichte Unterhaltung: "Viel Liebe hineingesteckt!" lautet hier der Slogan, die Inhalte sind geprägt von populären Themen, Lokalnews, Kochrezepten, Horoskopen oder Star-und-Sternchen-Nachrichten. Auch im Web ist SGR mit Globo FM SporTV, GNT und weiteren 40 Themensendern vertreten. Sie alle finden sich auf dem Portal Globoradio.com wieder und können sowohl über online Livestreams als auch auf dem nationalen Territorium über das Handy gehört werden.

Zeitungen
Unter Infoglobo subsumiert der Konzern seine Aktivitäten im brasilianischen Zeitungsmarkt. Obwohl von vielen Quellen als das erste Produkt des Konzerns genannt, gehörte die Abendzeitung A Noite nie zum Besitz des Konzerns. Vielmehr war Gründungsvater Irineu Marinho kurze Zeit an dem Blatt beteiligt, bevor er 1925 mit O Globo das Print-Flagschiff des Kon-zerns ins Leben rief.

O Globo
Zunächst ebenfalls als Abendzeitung konzipiert, wurde O Globo im Jahr 1962 zur Tageszeitung. Das Blatt, mit einer durchschnittlichen täglichen Auflage von 260.000 Exemplaren, ist zusammen mit der Folha de Sao Paulo (2009: durchschnittlich 296.000 Exemplare täglich) das auflagenstärkste überregionale Brasiliens. Ein ständiger Wettkampf besteht zwischen den beiden Blättern um die Sonntagsedition, wobei genaue Zahlen nicht veröffentlicht wer-den. Die Blattlinie, offiziell als liberal ausgegeben, ist eher rechts der Mitte anzusiedeln. Ein großer Schwerpunkt der Berichterstattung liegt auf den Lokalthemen, was bei einer Millionenmetropole wie Rio de Janeiro – Sitz des Blattes – auch nicht verwundert. Wie in allen brasilianischen Medien kommt die Auslandsberichterstattung sehr kurz daher. Die Sprache von O Globo ist volksnah und eher einfach gehalten (im Gegensatz zur Folha, die wohl am ehesten mit der Frankfurter Allgemeinen vergleichbar ist). Nach eigenen Angaben ist O Globo marktführend in den sozialen Klassen A und B (höchstes Bildungs- und Einkommensniveau, repräsentiert weniger als 10 Prozent der brasilianischen Bevölkerung. Die Sozialstrukturen aller Länder Lateinamerikas sind in dieses Klassensystem A-E unterteilt, vgl. mit dem deutschen System Oberschicht, Mittelschicht, Unterschicht.) und hat sich neben der Informationspflicht auch die Unterstützung von Kultur- und Bildungsprojekten auf die Fahne geschrieben. Das Blatt war das erste in Lateinamerika, dass seine Inhalte über das E-Book von Kindle zur Verfügung stellte. Damit wurde es dem eigenen Anspruch gerecht, nicht nur auf Papier zu informieren, sondern eine multiple Plattform für Nachrichten und Informationen zu schaffen, die mobil und interaktiv abgerufen werden können.

Extra
Die Zeitung Extra begann ihre Geschichte 1998 mit einer Promotion-Aktion: Die Bevölkerung Rios wurde dazu aufgerufen, einen neuen Namen für eine Zeitung zu finden. Damit bewies Infoglobo, wie wichtig die frühzeitige Einbindung von Lesern für eine stabile Leser-Blatt-Bindung ist. Bis heute ist dies das Konzept von Extra geblieben: Die Meinungen, Vorschläge und Anmerkungen der Leser sind mehr als willkommen und werden ernst genommen. Extra gibt dem Leser ein gedrucktes Forum. Um auch die niedrigeren sozialen Klassen zu erreichen, ist Extra preislich mit 0,50 Reais im Billigsegment positioniert, bedient sich einer sehr einfachen Sprache und fokussiert sich auf regionale Nachrichten und die alltäglichen Prob-leme seiner Leser. Die Verkaufszahlen geben dem Konzept recht: Innerhalb kurzer Zeit wurde Extra zum meistverkauften Titel an den Zeitungskiosken. 2009 lag die tägliche Auflage bei 262.000 Exemplaren.

Expresso
Mit einer sehr einfachen, leicht zu verstehenden und schnellen Sprache wirbt der Expresso seit 2006 an den Kiosken um die Gunst der Leser aus den sozialen Klassen C und D. Die Zeitung wird im Tabloid-Format herausgegeben und ist eher reißerisch. Sie wurde von Info-globo als Konkurrenzprodukt zur Meia Hora der O-Dia-Gruppe positioniert und zirkuliert lediglich im Großraum Rio de Janeiro. Da sie vor allem an die Zielgruppe der Pendler gerichtet ist, die täglich eingepfercht in den öffentlichen Verkehrsmitteln von Rio die mehrstündige Anreise zu ihren Arbeitsstellen antreten muss, erscheint sie nicht am Wochenende. Die tägliche Auflage lässt jedoch mit 63.000 Exemplaren (2009) noch zu wünschen übrig.

Valor Econômico
Als Joint-Venture zwischen den Verlagshäusern Globo und Folha de Sao Paulo im Mai 2000 gegründet, entwickelte sich der Valor Econômico schnell zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsblätter Brasiliens. Obwohl das Blatt mehrere internationale Preise für Design und Sprache gewann, musste auch hier während der Krise der Gürtel enger geschnallt werden.

Agência O Globo
Die hauseigene Nachrichtenagentur produziert, formatiert und distribuiert Informationen für brasilianische Journalisten und internationale Nachrichtenagenturen. Gemeinsam mit dem Service von "Tempo Real" und der Internetseite von O Globo verteilt die Agentur etwa 500 verschiedene Texte und einige Hundert Bilder täglich. In der eigenen Bilderdatenbank wird die Geschichte von mehr als 80 Jahren Globo aufbewahrt.

Zeitschriften und Bücher
Unter dem Namen Livraria do Globo entstand 1883 in Porto Alegre zunächst ein kleiner Buchhandel, der von den beiden Teilhabern Laudelino de Barcellos und Saturnino Pinto geführt wurde. Mit den Jahren entwickelte sich aus dem kleine Geschäft ein Treffpunkt für Intellektuelle, der Almanach do Globo erlangte landesweite Aufmerksamkeit. Wegen Erbfolgestreitigkeiten und fehlenden Kapitals wurde das Unternehmen 1986 an Rio Gráfica Editora verkauft, dessen Besitzer Roberto Marinho war. Seither existiert das Unernehmen nur noch unter dem Namen Editoria Globo. Unter dieser Firmierung laufen seither alle Zeitschriftentitel des Unternehmens: Auto Esporte, Casa e Jardim, Crescer, Criativa, Época, Época Negócios, Galileu, Globo Rural, Marie Claire, Pequenas Empresas e Grandes Negócios, Quem, Casa e Comida, Revista do Globo, Monet. Innerhalb der Editoria Globo kümmert sich das Unternehmen unter dem Titel Globo Livros um das Buchgeschäft. Da in Brasilien generell wenig gelesen wird und Bücher verhältnismäßig teuer sind, ist das Buchgeschäft für Globo lediglich ein Teilbereich, in dem man als großes Medienunternehmen präsent zu sein hat. Die Überlegungen sind nicht umsatz- sondern eher taktikgetrieben. Eine Studie aus dem Jahr 2004 stellt fest, dass es in ganz Brasilien lediglich 1.500 Buchläden gibt. Im Jahr 2002 verkauften sich in dem Land mit ca. 180 Millionen Einwohnern lediglich 345 Millionen Bücher. Zum Vergleich: 120 Millionen Japaner kauften im gleichen Zeitraum 1,4 Milliarden Bücher.

Internet
Im August 2009 veröffentlichte das Ibope Nielsen Institut erstmals für Brasilien ein Ranking der beliebtesten Internetportale. Demnach nutzen in jenem Sommer 65,8 Millionen Brasilianer über 16 Jahren das Internet (zu Hause, bei der Arbeit, in öffentlichen Einrichtungen). 46,7 Millionen Menschen nutzen das Netz von einem eigenen Computer zu Hause oder bei der Arbeit. Im Nielsen Ranking (bezogen auf Nutzer mit eigenem oder Arbeitsplatzcomputer und exklusive Heavy User) landete Globo mit 22,918 Unique Page Impressions auf Platz 6. Die Liste wurde angeführt von Google mit 34,137 UPIs und dem in Brasilien für die Jugendlichen quasi lebensnotwendigen sozialen Netzwerk Orkut mit 27,893 UPIs. Globo konnte sich damit noch vor Youtube (22,434 UPIs), Yahoo (21,781 UPIs) und Blogger (19,134 UPIs) positionieren.

Die Globo-Gruppe entschied sich im Jahr 2000, ihr Portal Globo.com online zu bringen. Dort wird die Integration aller Mediensparten vorangetrieben, das Portal dient als Tür in die bunte und vor allem riesige Welt des Globo-Konzerns. Jedes eigene Produkt ist hier repräsentiert, durch einen Klick kann der Besucher sofort zur korrespondierenden Website verbunden werden und findet sich auf den Seiten des Auftritts des jeweiligen Mediums wieder.

Der Aufbau der globo.com Seite beruht auf den vier Pfeilern Nachrichten, Sport, Unterhaltung und Videos. Im Nachrichtenbereich hat Globo durch die Gründung des Portals G1 eine Seite geschaffen, die inhaltlich 24 Stunden am Tag mit News gefüttert wird. Bei G1 wird viel Wert auf Aktualität und Schnelligkeit gelegt, es ist das Aushängeschild des Konzerns für den seriösen und vor allem schnellen Nachrichtenjournalismus. Die Seite lebt neben ihrer Schnelligkeit auch von ihren multimedialen Inhalten. Unter der Rubrik Videos sind zu zahlreichen Nachrichtenthemen in kurzer Zeit bewegte Bilder zu finden.

Außerdem findet sich auf globo.com auch der Link zum Online-Portal der Zeitung O Globo. Im Vergleich zu G1 kommt der Onlineauftritt des Printproduktes optisch etwas altbacken da-her, obwohl zum zehnjährigen Bestehen 2006 ein kompletter Seitenrelaunch vorgenommen wurde. Auch hier wurde dem Leser mehr Platz eingeräumt, die Idee des partizipativen Journalismus drängt sich auch ins seriöser gehalten Blatt O Globo. Die Seite zählt 2,5 Millionen registrierte Benutzer, im täglichen Durchschnitt wird sie von 350.000 Lesern besucht. Der Konzern drängt mit allen Mitteln darauf, auch online Geld zu verdienen und trifft seine Vorbereitungen. Viele der älteren Nachrichtentexte und Reportagen können nur als Teaser gelesen werden, danach ist eine – bislang noch kostenfreie – Registrierung notwendig.

Eine der erfolgreichsten Einzelproduktseiten ist der Online-Auftritt der populären Zeitung Extra. Unter www.extra.globo.com finden sich täglich laut GoogleAnalytics (Stand: September 2009) 5,7 Millionen Leser ein. Mit 21,4 Millionen täglichen Page Impressions liegt Extra damit unter den drei meistbesuchten Onlinezeitungsseiten des Landes. Neben dem reinen Nachrichten und Unterhaltungsgeschäft, versucht der Konzern seit dem Jahr 2000, seine breite Merchandise- und Markenpalette an den Konsumenten zu bringen. Auf der Seite globomarcas.com.br stehen DVD- und CD-Kollektionen genauso bereit wie Bücher zur Serie oder Modeschmuck und Schuhe. Nach eigenen Auskünften hält die Seite 1700 Produkte zur Auswahl bereit. Seit 2003 expandiert Globomarcas auch ins Ausland, damit "nicht nur der Fernsehzuschauer in Brasilien dem Universum von Rede Globo näher sein kann".

Tonstudios
Die Studios von Som Livre wurden 1969 mit dem Ziel gegründet, die Titelmelodien der Telenovelas zu entwickeln, aufzunehmen und zu vermarkten. Doch selbst bei der strammen Produktionsgeschwindigkeit der Seifenopern waren die Studios mit dieser Aufgabe nicht ausgelastet. So wurden nach und nach Aufnahmen und ganze Kollektionen vor allem nationaler Künstler, später auch internationaler Bands und Sänger auf den Markt gebracht. Derzeit sind die Studios von Som Livre eine 100-prozentige Tochter von TV Globo und dienen, auch im Internet, als Kanal für die Vermarktung von DVDs und CDs, genauso wie dem elektronischen Vertrieb von Musik und Handyklingeltönen. Mit einer Produktionskapazität von 80 Neuerscheinungen jährlich arbeitet das Studio exklusiv für den Globo-Konzern.

Filmproduktion
Seit 1998 ist der Globo-Konzern mit seiner Tochterfirma Globo Filmes auch im Markt für Filmproduktion tätig. Hauptunternehmenszweck ist "die Produktion von qualitativ hochwertigen, künstlerisch anspruchsvollen Filmen", die die "nationale Kultur fördern, die audiovisuelle Industrie Brasiliens stärken, neue Talente anziehen und die Synergien zwischen Kino und Fernsehen erhöhen." Bislang hat Globo Filmes mehr als 90 Filme produziert, die 90 Millionen Besucher in die Kinosäle zogen. Dieser Unternehmenszweig der Globo-Gruppe hat sich ausdrücklich nicht dem Profit, sondern der Kulturförderung verschrieben. Mit relativ großem Erfolg: Lag der Anteil der Zuschauer, die sich im Kino brasilianische Filme anschauten, im Jahr 1993 noch bei 0,1 Prozent (45.500 Zuschauer), sahen sich zehn Jahre später mehr als 22 Millionen Menschen (21 Prozent) brasilianische Produktionen an. Große Erfolge feierten die Filme "Se Eu Fosse Você – Wenn ich du wäre" und der Favelafilm "Cidade de Deus – Stadt der Götter", der vier Nominierungen für den Oscar bekam.

Werbung
Im Jahr 2010 hat die Globo-Gruppe rund 72 Prozent ihrer Einnahmen mit dem Verkauf von Werbung erzielt. Die ausgewiesenen 7,5 Milliarden Reais stammen dabei hauptsächlich aus dem Verkauf von Werbeplätzen im Free- und Pay-TV und dem in Brasilien sehr verbreiteten Product Placement und Merchandising. Die Platzierung von Produkten sowie die Möglichkeit, die "Lieblingsprodukte" der Stars in Globo-angegliederten Shops zu kaufen, spricht vor allem die vielen Zuschauer der Telenovelas an. Weitere Einnahmequellen sind der klassische Anzeigenverkauf in den Printprodukten und auf den Onlineseiten der Gruppe.

Ein weiteres lukratives Geschäftsfeld ist das Sportsponsoring. Die Ausrichter kaufen bei Globo großzügig Werbeplatz für das jeweilige Großevent ein. Es ist zu erwarten, dass Globo mit der anstehenden Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 seinen Umsatz in schwindelerregende Höhen treiben wird.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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