LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Gannett Co. Inc.

Umsatz 2011: $ 5,240 Mrd. (€ 3,764 Mrd.)

Geschäftsfelder

Zeitungen/Zeitschriften:


Gannett besitzt 82 Tageszeitungen in den USA, darunter USA Today , The Cincinnati Enquirer, The Des Moines Register, Army Times und Navy Times und ist somit die größte Zeitungskette der USA mit einer täglichen, insgesamt verkauften Gesamtauflage von ca. 7,2 Millionen Exemplaren. Des Weiteren gibt Gannett 800 US-Zeitschriften heraus.

Zum Portfolio von Gannett gehört auch die einzige "echte" landesweite Zeitung der USA, deren internationale Ausgabe zu einem Stück Heimat für US-Bürger in aller Welt geworden ist, USA Today. USA Today, von Allen Neuharth 1982 mit dem Ziel gegründet, den farblosen, schlichten Blättern wie The Wall Street Journal oder The New York Times eine Alternative entgegenzusetzen, war jahrzehntelang die auflagenstärkste Zeitung in den Vereinigten Staaten. Heute ist die Zeitung mit rund 1,8 Millionen verkauften Exemplaren auf Platz 2 hinter dem zu Rupert Murdochs News Corp. gehörenden The Wall Street Journal (rund 2,1 Exemplare täglich) zurückgefallen. USA Today ist Fernsehen zum Lesen, oberflächlich, kurz und unaufdringlich. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf nationaler Berichterstattung, auch wenn die Anzahl der Auslandskorrespondenten seit den 1990er Jahren erhöht wurde. Ein pro-amerikanischer Optimismus gepaart mit regierungskonformer Berichterstattung zeichnet USA Today aus.

Gannett versucht trotz der Anzeigenkrise die Aktionäre mit Kostensenkungen zufrieden zu stellen. Das Unternehmen hat deshalb die Redaktion von USA Today um rund fünf Prozent (100 Personen) auf 1900 Mitarbeiter verkleinert.

Die Auflage von USA Today sank in den letzten Jahren deutlich. Gegenüber 2009 verkauft die Tageszeitung rund 430.000 Exemplare weniger. Grund dafür sind das veränderte Mediennutzungsverhalten (parallel zum Auflagenrückgang stiegen die Besucherzahlen des USA Today-Onlineauftritts) und die geringere Anzahl an Geschäftsreisen aufgrund der Wirtschaftsrezession in den Vereinigten Staaten.

Seit 1999 ist Gannett Co. auf dem britischen Pressemarkt aktiv. Begonnen hat der Diversifizierungsprozess mit dem Kauf der Newsquest Media Group. In den folgenden Jahren wuchs das britische Tochterunternehmen durch Zukäufe weiter und zum Portfolio gehören heute 17 Tageszeitungen, 200 Zeitschriften und deren Onlineauftritte. Der Schwerpunkt liegt auf lokalen und regionalen Märkten in den Landesteilen England, Schottland und Wales.


Fernsehen:


Der Einstieg ins elektronische Mediengeschäft Mitte der 1990er Jahre bedeutet auch eine veränderte Konzernstrategie um von den Erlösen des Pressemarktes unabhängiger zu sein. Heute gehört Gannett mit 23 TV-Stationen in 16 lokalen Fernsehmärkten zu einer der zehn größten TV-Gruppen der Vereinigten Staaten. Von den 23 Sendern sind drei mit ABC (The Walt Disney Company), sechs mit CBS (CBS Corp.) und zwölf mit NBC (NBCUniversal) vertraglich verbunden (sogenannte "network affiliates") und übernehmen die Ausstrahlung von deren Hauptprogramm in den jeweiligen Märkten.

Ebenfalls zum Unternehmensbereich Broadcasting zählt die im Jahr 2004 gekaufte Firma Captivate Network Inc., die rund 9.500 Fernsehgeräte in Bürogebäuden und Hotels (u.a. in Fahrstühlen) installiert hat.


Internet:


Die Web-Angebote des „Gannett Online Network“ finanzieren sich bisher über Werbeeinnahmen. Die von 99 Lokalzeitungsredaktionen und von 20 TV-Sendern in den USA erstellten Web-Inhalte verzeichnen im Oktober 2007, laut Nielsen/Net Ratings monatlich ca. 23 Mio. Einzelbesucher. Die 80 Online-Publikationen für Großbritannien verzeichnen ca. 3 Mio. Nutzer pro Monat.

Gannett Co. experimentierte online mit verschiedenen Angeboten für den Leser- und Werbemarkt. 1995 wurde zusammen mit acht anderen Verlagen die Werbeplattform "New Century Network" zur gemeinsamen Vermarktung von Onlineinhalten gegründet. Beteiligt waren dabei u.a. Advance Publications, Cox Newspapers, Hearst, The New York Times und die Tribune Company. Die Zusammenarbeit wurde schon nach weniger als drei Jahren beendet.

Ende November 2006 schlossen 176 Zeitungsverlage, darunter Gannett und Cox Enterprises mit Yahoo einen umfassenden Vertrag zur konzertierten Onlinewerbevermarktung ab. Die Kooperation bezieht auch die gemeinsame Nutzung von Content und neuer digitaler Technologien ein. Im Juli 2010 bauten Yahoo und Gannett Co. ihre Kooperation aus und schlossen eine Werbepartnerschaft im Onlinebereich ab.

Mehrere große US-Zeitungen und Gannett Co. Inc. investierten Ende 2010 rund zehn Millionen Euro als Anschubfinanzierung in das Nachrichtenportal Ongo. Das Angebot orientierte sich in seiner Funktionsweise am Nachrichtenaggregattor Google News, wobei aber Erlöse über ein Abomodell erzielt werden sollte. Ongo wurde am 31. Mai 2012 eingestellt. Als Grund werden die niedrigen Nutzerzahlen genannt, die durch Ongos undurchsichtige Preisstruktur und den weiterhin kostenlos verfügbaren Artikeln auf den Einzelseiten der Verlagshäuser begründet sind.

Neben den Internetauftritten der eigenen Printprodukte erweiterte Gannett Co. sein Onlineangebot, beispielsweise 2011 durch den Erwerb der Fantasy Sports Ventures, einem Netzwerk diverser Sportnachrichtenwebsites.


Sonstige:


Strategische Investitionen flossen in Online-Werbe- und in Such-Technologien. Partnerschaftsverträge wurden mit Online-Unternehmungen geschlossen, die in den Bereichen Stellenangebote, Automobil- und Immobilienhandel aktiv sind. Mit 4INFO engagiert sich Gannett zudem im Feld der Mobilfunk-Informationsdienste.



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