LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Gannett Co. Inc.

Umsatz 2011: $ 5,240 Mrd. (€ 3,764 Mrd.)

Aktuelle Entwicklungen

Im Sommer 2011 kam es bei Gannett Co. zu einer erneuten Massenentlassung. In einem internen Memo an alle Mitarbeiter teilte Bob Dickey, Leiter der US-amerikanischen Zeitungssparte von Gannett, die Streichung von 700 Stellen bzw. 2 Prozent der Belegschaft mit. Betroffen sind die Mitarbeiter der über 80 Tageszeitungen, wobei das Flaggschiff des Verlagshauses, die USA Today, von den Entlassungen verschont blieb. Gründe für die Streichungen seien Einbrüche bei den nationalen und internationalen Werbeumsätzen, die schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt in den USA, wie die mediadb-Redaktion berichtet. Seit 2008 ist dies die vierte Massenentlassungswelle. Die Kritik an den Entlassungen setzt sich hauptsächlich mit den hohen Bonuszahlungen an das Gannett-Management auseinander.

Ähnlich wie seine Konkurrenten will Gannett für die Onlineauftritte seiner Zeitungen - mit Ausnahme der USA Today - die Leser zukünftig zur Kasse bitten. Im Februar 2012 wurde eine entsprechende Paywall-Strategie vorgestellt. Monatlich sind bis zu 15 Onlineartikel aus dem journalistischen Angebot von Gannett Co. aufrufbar, weitere Artikel stehen nur bei Abschluss eines Abonnements zur Verfügung. Insgesamt erhofft sich Gannett durch die Paywall zusätzliche Einnahmen von 100 Millionen US-Dollar jährlich.

Im Mai 2012 wurde Larry Kramer Präsident und Herausgeber von USA Today und folgt damit David Hunke, der die Posten seit 2009 innehatte. Larry Kramer arbeitete als Journalist und ist Gründer von MarketWatch. Der Finanzinformationsdienstleister wurde 2005 für 530 Millionen US-Dollar von der News Corporation-Tochterfirma Dow Jones übernommen. Gannett Co. verspricht sich mit der Neubesetzung an der Spitze der Tageszeitung ein deutlicheres Signal hinsichtlich der technologischen, inhaltlichen und unternehmerischen Herausforderungen durch die Digitalisierung der Medien. Kramer bringt seine bei MarketWatch und als Chef von CBS Digital Media gesammelten Erfahrungen mit. Parallel zu Kramers Arbeitsbeginn kam es zu personellen Veränderungen in der Digitalsparte. Dies betraf vor allem den Bereich der Sportberichterstattung.

Im Juli 2012 wurde Onlineportfolio durch den Kauf von Quickish erweitert. Quickish aggregiert auf seiner Internetseite Sportnachrichten in Echtzeit.


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