LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

The Nielsen Company

Umsatz 2011: $ 5,532 Mrd. (€ 3,974 Mrd.)

Geschäftsfelder

Mit dem 31.12.2009 wurde das Unternehmen in 3 Geschäftsfelder umstrukturiert: Watch, Buy und Expositions.


What Consumers Buy (Marktforschung)
Diese Abteilung liefert Kundeninformationen für die Konsumgüterindustrie. Nielsen misst Verkäufe und Marktanteile. Mit einem Jahresumsatz von $ 2,993 Milliarden liegt das Unternehmen vor Konkurrenten wie Information Ressources Inc., The Kantar Group und Source Interlink Companies Inc. 64% des Jahresumsatzes der Nielsen Company stammen aus der Marktforschung.

Nielsen ist in über 100 Ländern tätig und beobachtet dort neben der Marktentwicklung beispielsweise auch Verhalten und Einstellungen der Konsumenten. Die Hauptkunden n sind Produzenten und Verkäufer von Lebensmitteln, so genannten "Fast Moving Consumer Goods". Weitere Nielsen-Firmen im Bereich der Marktforschung sind unter anderem Nielsen Scantrack, Nielsen Homescan, Nielsen Spectra, BASES, Claritas, Nielsen Direct Data, Scarborough Research und als neue Errungenschaft im Jahr 2007 das Unternehmen Telephia (jetzt Telecom), welches im Bereich Telekommunikation/Mobile Medien tätig ist.

Nach der gescheiterten Übernahme von IMS Health gründete Nielsen im August 2007 mit NielsenHealth einen eigenen Informationsdienst für den Medizin- und Gesundheitssektor. NielsenHealth erfasst Daten über die relevanten Zielgruppen (Ärzte und Patienten) und unterstützt damit Anbieter in diesem Bereich bei Produktentwicklungen und Marketingentscheidungen. Der Gesundheitsmarkt scheint generell eine größer werdende Bedeutung einzunehmen. Auch in Deutschland vereinbarte Nielsen eine Kooperation mit INSIGHT Health, einem führenden Informationsanbieter für den Arzneimittelmarkt. Im Mai 2007 vergrößerte Nielsen in Deutschland sein Pharma & Health Care Panel.

In den letzten Jahren ging Nielsen außerdem eine Reihe von strategischen Partnerschaften mit international bekannten Firmen ein. So werden seit 2007 die demographischen Daten von Nielsen mit den Ergebnissen der Google Ads TV plattformverbunden. 2009 startete Nielsen zusammen mit Facebook NielsenBrandlift, eine Social-Network-Tool, mit dem User zu Marken/Produkten befragt und ihre Kaufintention gemessen werden können. Außerdem arbeiteten die beiden Firmen an einem Pilotprojekt zur Messung der Effektivität von Facebookkampagnen in Indien. Im Juli 2010 gründeten Nielsen und die Consulting Firma McKinsey ein gemeinsames Joint Venture: NM Incite. Die Firma soll die Verbrauchererkenntnisse und Echtzeit-Marktinformationen von Nielsen mit der der Fachexpertise von McKinsey in den Bereichen Beratung, Marketing und Sales kombinieren. NM Incite berät Manager zum Verständnis und zur Nutzung von Social Media Erkenntnissen. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Messung und Verbesserung von Marketingwirkung, der Optimierung von Produkteinführungen und den Erfahrungen im Kundenservice.


What Consumers watch (Medienforschung)
Die Abteilung beschäftigt sich mit Publikumsforschung und –Analyse. Sie bietet Daten für Medienunternehmen, auf deren Grundlage die Preise für Werbung festgelegt werden. Gleichzeitig wertet die Medienforschung die Werbung für die Industrie aus und ermittelt den Erfolg der verschiedenen Marketinginstrumente. Nielsen misst weltweit ca. 35% aller TV Quoten und der Marktanteil der Nielsen Internetauswertung liegt bei 70%. Die bekanntesten Unternehmen in der Medienforschungs-Sparte von Nielsen sind Nielsen Media Research und Nielsen//NetRatings, ein Werbe-Statistik-Dienst für das Internet. Nach der Vision des CEOs David Calhoun sollen die Nielsen//NetRatings die Währung der Internetwerbung sein, ganz so wie es die Nielsen Ratings für das US-Fernsehen seit Jahrzehnten sind. Darüber hinaus wird im Online-Bereich zum Beispiel der Gebrauch von nutzergenerierten Inhalten durch das Unternehmen BuzzMetrics untersucht. Das Programm misst, wann und wie Produktnamen im Web (2.0) genannt werden. Seit April 2010 wird BuzzMetrics durch die Zusammenarbeit mit dem Social Commerce Application Organisator Bazaarvoice erweitert. So sammelt Bazaarvoice konsumentengenerierte Produktbewertungen für BuzzMetrics.

Bereits 2007 wurden die Dachgesellschaften Nielsen/NetRatings und Buzzmedia zu Nielsen Online zusammengefasst, wodurch nun die gesamte Mediaforschung im Online-Bereich abgedeckt wird. Im gleichen Jahr präsentierte Nielsen zusammen mit der US-amerikanischen Firma Digimarc den Service VideoCensus. Mit diesem Programm werden Online-Videos mit Wasserzeichen versehen und in einer Datenbank erfasst. Mit Hilfe dieses Wasserzeichens lässt sich zum Beispiel feststellen, an welcher Stelle die Inhalte im Internet noch veröffentlich werden. Ähnliche Verfahren werden beispielsweise von YouTube eingesetzt. Der Dienst wird sich wohl auch dazu eignen, Verstöße gegen das Urheberrecht aufzudecken und zu verfolgen. Laut dem Nielsen Manager Dave Harkness soll dies aber nicht der vorrangige Nutzen sein. Vielmehr könnten Content-Anbieter so ein genaueres Bild über die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet bekommen.

2008 schloss The Nielsen Company Exklusivverträge mit Coca-Cola, Procter & Gamble und NBC Universal ab. NBC Universal gehört zu achtzig Prozent zu General Electric und hat unter anderem die olympischen Spiele 2008 ausgestrahlt. Nielsen hat somit Geschäftspartner sowohl auf der Seite der Werbetreibenden als auch auf der Seite der Medien. Gleichzeitig muss das Unternehmen weiterhin die gemeinsame Währung für die Werbewirtschaft, das heißt unabhängige Einschaltquoten und Nutzerzahlen, ermitteln.

Im Mai 2010 übernahm Nielsen die kalifornische Firma Glance Guide. Glance Guide hat Technologie entwickelt um das Nutzerverhalten während des Videokonsums im Internet zu analysieren. Videoanbieter können so ihre Inhalt und Werbung entsprechend anpassen.

Die Nielsen Entertainment Abteilung analysiert die Nutzung unterhaltungsspezifischer Werbeträger wie Filme, Musik, Home Entertainment, Bücher und interaktiver Unterhaltungsangebote. Weitere Unternehmen in diesem Bereich sind SRDS (Publikumsforschung), Interactive Market Systems (Mediaplanungs- und Analyse-Software), PERQ/HCI (Mediaforschung zu Publikationen im Gesundheitswesen-/Arzneimittelmarkt) und Nielsen Sports (Sport-Sponsoring). Die Medienforschung erwirtschaftet 33% des Gesamtumsatzes der Firma.
Expositions (Business-Media-Angebote)
Die Sparte Nielsen Business Media vereint verschiedene Angebote im Business-to-Business-Bereich. Nielsen Expositions veranstaltet Fachmessen sowie Konferenzen. Jährlich werden ca. 40 Veranstaltungen mit 270.000 Teilnehmern aus 20 verschiedenen Industriesparten organisiert.

Zusätzlich besitzt Nielsen noch 7 Fachzeitschriften zu den Themen Innenarchitektur ("Contract Magazine", "HD Magazine", "Impressions", "Kitchen & Bath Business") und Beruf ("DDI Magazine", "National Jeweler", "Photo District News"). Die Abteilung erwirtschaftet knapp 3% des jährlichen Umsatzes.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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Dossier

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