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1.9.2012

Discovery Communications

Umsatz 2011: $ 4,235 Mrd. (€ 3,042 Mrd.)

Aktuelle Entwicklungen

Am 1. September 2010 betrat Umweltaktivist James Jay Lee die Lobby der Discovery-Zentrale in Silver Spring. Bewaffnet mit einer Pistole und mehreren selbstgebastelten Sprengsätzen nahm er Geiseln in seine Gewalt und stellte abstruse Forderungen auf: Discovery solle seinen Betrieb einstellen, da das Programm das Zeugen von Kindern und die Gründung von Familien propagiere, was im Kontext von Globaler Erwärmung letztlich zur Zerstörung des Planeten führen würde. Nach vierstündigen Verhandlungen stürmte die Polizei die Lobby und erschoss Lee, ohne das Geiseln verletzt wurden.

Abgesehen von diesem Zwischenfall kann das Unternehmen jedoch auf ein erfreuliches Kalenderjahr 2011 zurückblicken. Nach dem von David Zaslav überwachten Börsengang gilt Discovery Communications als neuer Wall Street-Liebling. Bereits 2008, auf dem Höhepunkt der schlimmsten Werbe-Rezession der US-amerikanischen Geschichte, stiegen die Werbezeitverkäufe bei Discovery um sechs Prozent. Schauten Mitte der achtziger Jahre nur etwa 150.000 Menschen in den USA regelmäßig das Programm von Discovery, so sind es laut Unternehmensinformationen heute circa 1,5 Milliarden Menschen aus der ganzen Welt. Um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben, soll in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt auf der Produktion von HD-Inhalten und 3D-Content liegen (so steht der Launch eines gemeinsam mit der IMAX Corporation und Sony betrieben 3D-Kanals bevor). Das komplette Archiv von Discovery wurde bereits digitalisiert und soll in Zukunft gegen Gebühr online und mobil abgerufen werden können. Zudem wurde im Mai 2012 für rund 30 Millionen US-Dollar die Firma Revision3 gekauft, die sich auf die Produktion von Web-Serien spezialisiert hat.

Vorteilhaft für den Konzern ist, dass er sich selbst in Zeiten von geringeren Werbeerlösen auf einen krisenresistenten Fluss an Abo-Gebühren verlassen kann. Zudem ist Discovery längst nicht mehr exklusiv auf Einnahmen aus den USA angewiesen. Ein Drittel aller Umsätze wird mittlerweile in den mehr als 170 ausländischen Märkten erwirtschaftet. Ein Großteil der Inhalte wird selbst produziert und kann aufgrund seines universalen Charakters problemlos in anderen Ländern erfolgreich ausgestrahlt werden. Analysten bescheinigen Discovery Communications glänzende Wachstumsaussichten und vergleichen das Unternehmen bereits mit Walt Disney vor 25 Jahren, als dort Michael Eisner als Chef antrat.

Von einem kurzfristigen Erfolg des kriselnden Oprah Winfrey-Senders OWN ist derweil niemand mehr überzeugt. Nachdem zahlreiche Führungskräfte den Sender bereits wieder verlassen haben, korrigierte Discovery-Chef Zaslav seine Prognose nach unten und bemerkte, OWN würde wohl erst in zwei bis drei Jahren schwarze Zahlen schreiben (bisher erwirtschaftete der Kanal ein Minus von 330 Millionen US-Dollar). Wie verzweifelt die nun auch als Chefin des Senders agierende Winfrey in Bezug auf OWN ist, zeigte sich im Februar 2012. Winfrey forderte in diversen Tweets ausdrücklich diejenigen Zuschauer auf, ihren Sender einzuschalten, die im Besitz eines Quotenmessgeräts von Nielsen Ratings waren. Nielsen sprach daraufhin von einer Verzerrung und Manipulation der Zuschauerzahlen.


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