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LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Grupo PRISA

Umsatz 2011: € 2,714 Mrd.

Geschäftsfelder

Tageszeitungen
Flaggschiff des Medienkonzerns Prisa ist die Tageszeitung "El País", die eine Auflage von ca. 390.000 Exemplaren erreicht. (2009). Die Zeitung enthält Regionalteile für Andalusien, Galizien, Katalonien, das Baskenland, Madrid und Valencia. Die Supplements heißen u. a. "Ciberpaís" (Informatik und Elektronik), "EP[3]" (Jugend), "El Babelia" (Kultur und Literatur), "El Viajero" (Reise), "EP[S]" (Mode und Reportagen) und "Negocios" (Wirtschaft). Seit 1998 kooperiert man mit "Le Monde" und der "New York Times", 2001 schloss sich die "International Herald Tribune" dem Verbund an. Auch die Onlineausgabe www.elpais.com entwickelte sich erfolgreich und kämpft mit "El Mundo um die Marktführerschaft bei den Online-Nachrichten.

"El País" hat als erste spanische Qualitätszeitung einen Ombudsmann ernannt und eigene Redaktionsstatuten eingeführt. Das "Libro de Estilo" gilt in Spanien als Referenz für journalistische Qualität. "Gerüchte sind keine Nachricht," heißt es darin beispielsweise. Leiter der Zeitung ist seit ihrem 30. Geburtstag im Mai 2006 der Quereinsteiger Javier Moreno (Jahrgang 1963). Er ist erst der vierte Chefredakteur und folgt Juan Luis Cebrián, Joaquín Estefanía und Jesús Ceberio nach.

In der Vergangenheit konnte das Blatt bedeutende Schriftsteller als Autoren gewinnen, unter ihnen Manuel Vicent und Mario Vargas Llosa. Der spätere Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez schrieb 1981 in "El País" über das Verhältnis von Journalismus und Literatur: "Das schlimme am Journalismus ist, dass ein einziges falsches Element genügt, um ausweglos alle anderen Elemente zu kompromittieren. Bei der Fiktion hingegen, reicht ein einziger Bezug auf die Realität aus, der, wenn er gut genutzt wird, sogar die fantastischsten Kreaturen wahrhaftig erscheinen lassen kann. Folgende Regel enthält die Ungerechtigkeiten bei den beiden Gattungen: Im Journalismus besteht die Notwendigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, auch wenn niemand sie glaubt. In der Literatur hingegen kann man alles erfinden, solange der Autor in der Lage ist, glaubhaft zu machen, dass alles sicher ist..." Die Wirtschaftszeitung "Cinco Días" ("Fünf Tage") erscheint bei der Verlagstochter "Estructura". Seit dem Relaunch 2001 enthält sie sechs täglich erscheinende Teile: "Empresas" (Unternehmen), "Opinión" (Meinung), "Finanzas" (Finanzen), "Mercados" (Märkte), "Economia" (Wirtschaft) und "Tendencias". Es existieren Beilagen zu den Themen Fonds, Forschung und Entwicklung sowie Pharmazeutika. Die Onlineausgabe heißt "cincodias.com". Die Sportzeitung "AS" wurde im Juli 1996 zu 75% gekauft. Sie berichtet insbesondere über die spanischen wie auch über internationale Fußball-Ligen.


Radio
Die Prisa-Gruppe besitzt den größten spanischen Radiosender, "Cadena SER", mit über 4,7 Millionen Hörern. Weitere Kanäle sind "40 Principales", "Cadena DIAL", "M80 Radio", "Máxima FM" und "Radiolé".


Fernsehen
Mit ihrer Fernsehtochter "Sogecable" ist die Prisa-Gruppe Marktführerin beim Bezahlfernsehen in Spanien. Das Vollprogramm Digital+ haben rund 1,85 Millionen Empfänger abonniert. Außerdem produziert das Unternehmen in den Studios in Tres Cantos bei Madrid weitere 38 Spartenkanäle, die über Kabel, Satellit und Internet verbreitet werden. Im freiempfangbaren landesweiten Fernsehen besitzt "Sogecable" den Sender "Cuatro". Das Netzwerk "Localia", das über hundert lokale Fernsehstationen umfasste, musste jedoch 2009 wegen mangelnder Rendite geschlossen werden. In Portugal kontrolliert Prisa über die Gesellschaft Media Capital den wichtigsten TV-Sender des Landes TV1 und in den USA betreiben die Spanier Kabelsender für den spanischsprachigen Markt.


Fernsehproduktion
"Plural Entertainment" produziert spanischsprachige Inhalte wie Quizsendungen, Dokumentationen, Serien, Shows, Werbespots und Videoclips, aber auch Kinofilme.


Filmproduktion
Die Produktionstochter "Sogecine" gehört zu den größten in Spanien und produzierte beispielsweise den Film "The Others" ("Los Otros") von Regisseur Alejandro Amenábar.


Bücher
Das Haus Santillana fasst den überwiegenden Teil der Verlagsaktivitäten der Prisa zusammen. Santillana verlegt seit Ende der 50er Jahre Schulbücher und expandierte durch Zukauf von Verlagen wie Taurus, Alfaguara und Aguilar. Heute vertreiben diese zusammen eine breite Produktpalette von Romanen bis Reiseführern. Außer den genannten Unternehmen zählen SUMA und Punto de Lectura zur Prisa-Gruppe. "Santanilla en Red" heißt ein Projekt, dass Bildungsangebote online verfügbar macht.


Druck
2003 fusionierte die Prisa-Gruppe ihre Printaktivitäten in Spanien mit der britischen Firma Polestar und dem Risikokapital-Unternehmen Ibersuizas zur neuen Printtochter "Dédalo Grupo Gráfico".


Werbung
Die Werbefirmen "GDM" und Box Publicidad vermarkten die Werbezeiten und Anzeigenplätze in den Prisa-Medien. "Prisa Innova" ist auf Promotion und Steigerung der Bekanntheit von Marken spezialisiert.


Neue Medien
Seit 2000 fasst die Prisa ihre Internetaktivitäten im Tochterunternehmen Prisacom zusammen. Dazu zählen die Sites der größten Publikationen und Sender (elpais.es, cincodias.com, as.com, los40.com, cadenaser.com). Weiterhin hält Prisa 50% am Dienstleister Infotecnica, der Inhalte anbietet, die durch Mobiltelefone abgerufen werden können. Mit einer 21,69-prozentigen Beteiligung an Iberbanda fungiert Prisa auch als Provider von Breitband-Internetzugängen.


Musik
Die Event-Agentur "Gran Via" organisiert Konzerte und Festivals.


Dossier

Medienpolitik

Die neuen technischen und inhaltlichen Entwicklungen der digitalen Medien sind eine Herausforderung für Medienmacher, Publikum und Politik. Journalisten müssen beispielsweise immer mehr Informationskanäle beobachten und große Mengen an Daten auswerten. Für die Bürger können die Veränderungen in der Medienlandschaft zu einer stärkeren (politischen) Beteiligung führen und Medien werden genutzt, um für politische Belange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Neue Entwicklungen wie soziale Medien oder das Internet der Dinge werden bezüglich des Daten- und Verbraucherschutzes kontrovers diskutiert. Das Dossier möchte Grundlagen zum Rundfunk- und Medienrecht vermitteln, die neuen Herausforderungen und Nutzungsmöglichkeiten aufzeigen und eine kritische Auseinandersetzung mit der sich ständig wandelnden Welt der Medien und der sie regulierenden Medienpolitik fördern.

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Dossier

Deutsche Fernsehgeschichte in Ost und West

Hier der "Tatort", dort der "Polizeiruf", hier die "Tagesschau, dort die "Aktuelle Kamera": Diese Sendungstitel stehen für TV-Ikonen in Ost und West. Welche Brüche und Gemeinsamkeiten zeichnet die Fernsehgeschichte im geteilten Deutschland aus? Was hat sich seit der Wende verändert?

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