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LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

Grupo PRISA

Umsatz 2011: € 2,714 Mrd.

Engagement im Ausland

Prisa war schon immer tonangebend auf dem spanischen Medienmarkt. Schon in den neunziger Jahren verschaffte sich der Verlagskonzern ein zweites Standbein im Pay-TV-Geschäft und mit dem Börsengang im Jahr 2000 erhielt das Unternehmen auch die nötigen finanziellen Mittel, um kräftig im Ausland zu expandieren. Der brasilianische Schulbuchverlag Moderna wurde 2001 übernommen und Prisa stieg im mexikanischen Rundfunkgeschäft ein. Radiopolis wurde der Grundstein zum Ausbau einer panamerikanischen Rundfunkkette, mit einer Senderfamilie die von Zentralamerika über Kolumbien bis nach Argentinien reichte. In Portugal erwarb Prisa in den Folgejahren die Mehrheit an Media Capital und kontrollierte damit TVI, den größten privaten TV-Kanal im Nachbarland. Anschließend trieb Prisa den Ausbau seiner Fernsehsparte in Spanien voran.

Nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Zapatero 2004 konnte Prisa im Heimatland Spanien wieder mit günstigeren politischen Bedingungen rechnen. Zapateros konservative Vorgängerregierung hatte durch Gesetze eine weitere Expansion des Marktführers erschwert und beispielsweise die Mehrwertsteuer für Pay-TV erhöht. „Wir haben unter Aznar alle Expansionen vor Gericht durchfechten müssen,“ wird ein Mitarbeiter in der Tageszeitung „Die Welt“ zitiert.

Die Prisa-Gruppe sah sich gleichzeitig nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland um. Im Juli 2007 macht man beispielsweise den Kauf der größten chilenischen Radiokette IARC perfekt, zu der acht Programme gehören. Als die traditionsreiche Pariser Gazette „Le Monde“ 2005 in wirtschaftliche Schieflage geriet, sprang neben dem Rüstungs- und Medienkonzern Lagadère auch die Prisa-Gruppe ein und erwarb für ca. 25 Millionen Euro einen 14,8-Prozent-Anteil. „Le Monde“ war in den 70er Jahren Vorbild bei der Gründung der „El País“, das Engagement also möglicherweise „Ehrensache“ für den damaligen Prisa-Chef de Polanco. Ende 2005 erhöhte die französische Tochtergesellschaft IPR (Investissements Presse Régionale) den Anteil an der Gesellschaft „Le Monde SA“ auf 17,69 Prozent.

In Zukunft dürfte sich der Konzern unter dem Ruder des frisch gekürten Präsidenten Ignacio de Polanco auch verstärkt dem hispanoamerikanischen Markt zuwenden, der Gewinne verspricht. In Kalifornien und Florida repräsentieren Bürger mit hispanischen Wurzeln die größte Minderheit. Diese verschafft sich zunehmend Gehör – auf Spanisch. Zum einen durch Massendemonstrationen für ein Bleiberecht für illegal eingewanderte Hispanics, zum anderen durch ein verstärktes kulturelles Selbstbewusstsein, das seinen Ausdruck in Latino-Stars wie Jennifer Lopez und der Hispano-Version der amerikanischen Nationalhymne findet.


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