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1.9.2012

Grupo PRISA

Umsatz 2011: € 2,714 Mrd.

Zur spanischen Prisa- Gruppe gehören u. a. die meistgelesene spanische Tageszeitung "El País" und der Fernsehsender "TV Cuatro". Das Unternehmen ist in 22 Ländern aktiv.
Ein Zuschauer des Madrid Open Tennisturnier liest die spanische Zeitung "El País" mit der Überschrift US tötet Bin Laden in Madrid.Die auflagenstärkste spanische Tageszeitung "El País" ist ein Aushängeschild der Prisa-Gruppe. (© AP)

Überblick

Die spanische Prisa-Gruppe ist das größte Medienunternehmen auf dem iberoamerikanischen Markt, der die iberische Halbinsel und Lateinamerika umfasst. "Prisa" ist ein Akronym von "Promotora de Informaciones, Sociedad Anónima" ("Förderer von Informationen, AG"). Zur Gruppe gehören u. a. die meistgelesene spanische Tageszeitung "El País" und der Fernsehsender "TV Cuatro". Sie ist in 22 Ländern aktiv. Mitgegründet wurde die in Madrid ansässige Prisa 1972 von José Ortega Spottorno, einem der Söhne des spanischen Philosophen José Ortega y Gasset.

Basisdaten

Hauptsitz:
Gran Vía 32
28013 Madrid
www.prisa.es
Tel.: +34 91330 1079, Fax: +34-91330 1038

Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1972


Geschäftsführung

Management:

  • Ignacio Polanco Moreno, Chairman
  • Juan Luis Cebrián Echarri, CEO
  • Fernando Abril-Martorell, CFO
  • Vorstand:
    • Juan Arena de la Mora
    • Nicolas Berggruen
    • Matías Cortés Domínguez
    • Martin Franklin
    • Diego Hidalgo Schnur
    • Gregorio Maranon y Bertran de Lis
    • Alain Minc
    • Agnes Noguera Borel
    • Borja Pérez Arauna
    • Manuel Polanco Moren
    • Emmanuel Roman
    • Harry E. Sloan
    • Ernesto Zedillo Ponce de León
    • Inigo Dago Elorza
    • Carlos Ulecia Palacios
    Besitzverhältnisse: Rucandio (Familie Polanco) 41,87 % (Rucando hielt bis zum Eintritt der Teilhaber des US-Fonds Liberty 70,067 %. CEO und El País Mitbegründer Cebrián besitzt 0,736 % des Unternehmens. Die neuen Teilhaber sind Nicolás Berggruen (7,5% ) und Martin Franklin (7,5%). Weitere 13% halten frühere Teilhaber des Liberty Fonds über die Bank of America Corporation, BNP Paribas, BH Stores und Asset Value Investors Limited. Seit Sommer 2011 hält auch die Daiwa Capital Markets Europe Ltd. eine direkte Beteiligung von 6,294 %. Im November 2011 erwarb der mexikanische Magnat Carlos Slim eine Beteiligung von 3,2%.

Geschichte und Profil

Der Gründer der Gruppe Prisa, José Ortega Spottorno (1916-2002), Sohn des Philosophen und Schriftstellers José Ortega y Gasset, ist von Beruf Ingenieur, widmet sich aber dem Schreiben. Während des spanischen Bürgerkrieges emigrieren er und seine Familie nach Genf. Anders als Ortega y Gasset kehrt Spottorno jedoch nach Kriegsende nach Spanien zurück, wo er ab 1962 die von seinem Vater gegründete Zeitschrift "Revista de Occidente" leitet. Sein Wunsch ist es, so bekräftigt er 1971, ein Blatt nach dem Vorbild der 1917 gegründeten Intellektuellenzeitung "El Sol" herauszugeben. Dieses soll "tolerant, offen und europäisch" sein. Außerdem soll die Zeitung Freiheit und Demokratie verteidigen, deren Durchbruch er für die nahe Zukunft in Spanien voraussieht. 1966 gründet Spottorno zunächst den Verlag Alianza Editorial. In Zusammenarbeit mit Carlos Mendo und Darío Valcárcel folgt 1972 der Startschuss für die Verlagsgesellschaft Prisa. Das Startkapital beträgt nur 500.000 Peseten, wird aber in den folgenden Jahren stark aufgestockt. 1974 existieren 381 Aktionäre.

Nukleus der Gruppe wird die nationale spanische Tageszeitung "El País" ("Das Land"). Die Gründung im Jahr 1976, wenige Monate nach dem Tod von Diktator Franco, stellt eine historische Notwendigkeit dar, so der italienische Journalist Giancarlo Salemi. Spanien braucht nach mehreren Jahrzehnten der Zensur und gelenkter Presse ein Organ, das die Transición, den demokratischen Umbruch 1975-78, begleitet. Im ersten Editorial der Zeitung am 4. Mai 1976 heißt es: "Die Reform des Staates hat noch nicht begonnen, soviel möchten wir Ihnen in unserer ersten Ausgabe sagen. Akzeptieren Sie diese ungeduldige Begrüßung als Eindruck einer soeben geborenen Zeitung!"

Die für die Publikation einer Zeitung noch immer erforderliche Genehmigung durch das Ministerium für Information erhält die Gruppe Prisa mit Verhandlungsglück und der Fürsprache von Manuel Fraga, dem damaligen spanischen Botschafter in London. Die beiden führenden Köpfe der ersten Stunde waren der Verleger Jesús de Polanco (1929-2007) und der Journalist Juan Luis Cebrián (geb. 1944). Der Jurist Polanco, der 1958 den Buchverlag Santillana gegründet hat, bürgt persönlich für die erste Druckmaschine und zahlte die ersten Gehälter aus eigener Tasche. "Er glaubte an das Projekt, als niemand glauben wollte", so der erste Chefredakteur von "El País, Juan Luis Cebrián, der das Blatt in den folgenden Jahren zur einflussreichsten Zeitung Spaniens macht. Dafür nimmt er sich die Ratschläge von Jaques Fauvet, dem Chefredakteur der Pariser Tageszeitung "Le Monde" zu Herzen. Dieser möchte nach eigener Aussage in seinen Spalten jedwede Form der Ungerechtigkeit anprangern und für Minderheiten Partei ergreifen. Die ersten Seiten von "El País" befassen sich stets mit internationalen Themen, wobei insbesondere Spaniens Platz in Europa betont wird. 1996 blickt Cebrián mit Stolz auf die Anfangsjahre der "El País" zurück: Die Freiheit, die wir erkämpft haben, war kein Geschenk, sondern eine erst kürzlich erfolgte Eroberung, die nicht vergessen werden darf." Worte, die insbesondere für die letzte Februarwoche des Jahres 1981 gelten, als die junge spanische Demokratie durch den Putschversuch von Oberstleutnant Tejero bedroht wird. "El País" titelt: "Staatsstreich: El País, für die Verfassung". Eine zweite Sonderausgabe folgt noch am selben Tag mit der Schlagzeile "Staatsstreich im Begriff zu Scheitern" über einem Bild, das Tejero mit erhobener Pistole im Parlament zeigt. Wegen der klaren Parteinahme König Juan Carlos´ für die Verfassung und aufgrund von Massenprotesten in den großen Städten des Landes scheitert der Putschversuch schließlich. Als Cebrián 1988 den Chefredakteursposten abgibt, ist "El País" die meistgelesene Zeitung in Spanien, das Land seit zwei Jahren Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft und die Prisa-Gruppe dabei, kräftig zu expandieren. Der Chef der Prisa, Jesús de Polanco, wandelt die Gruppe 1984 in eine Holding um. 1985 wird der Radiobetreiber Cadena SER (Sociedad Española de Radiodifusión) gekauft, dessen Vorgänger Radio Madrid und Radio Barcelona zwei der ersten Radiostationen in Spanien waren. Zu Cadena Ser gehören 285 Radiostationen im ganzen Land. Als die Prisa im Juli 1992 auch noch beim Radionetwork "Antena 3" einsteigt, wettern die größten Wettbewerber der "El País", die Tageszeitungen "ABC" und "El Mundo" (RCS Media Group in der Mediendatenbank) gegen das entstandene "Informationsmonopol", da die Prisa der sozialdemokratischen Partei PSOE des damaligen Ministerpräsidenten Felipe Gonzalez nahe steht. Polanco reagiert polemisch auf die Vorwürfe und spricht von Madrilener Journalisten als "Sklaven ihrer Eitelkeit" und von einem Interessensyndikat. Als das Kartellamt 1994 die Fusion von Cadena SER und Antena 3 billigt, kommt es zu einem weiteren Schlagabtausch in den Meinungsspalten der großen Tageszeitungen. Prisa und "El País" werden als "Sprachrohr der Exekutive" und als "Propagandainstrument" betitelt. Die Vorwürfe sind übertrieben, obschon die Prisa zu einem mächtigen Pressekonzern herangewachsen ist. Als die konservative Partei Partido Popular (PP) von José Maria Aznar 1996 an die Macht kommt, besitzt die Holding neben "El País" und den umfangreichen Hörfunkaktivitäten auch 25 Prozent an der Gesellschaft "Sogecable", zu dem u. a. der erste spanische Pay-TV-Sender "Canal+", zwei Satellitenprogramme und die Filmproduktionsfirma "Sogecine" gehören. Hinzu kommen die Verlage "Gruppo Estructura-Cinco Dias", "Edipaís" und "Progresa". In den Jahren nach dem Börsengang im Jahr 2000 expandiert die Prisa in erster Linie in Lateinamerika. 2001 kauft man den brasilianischen Verlag "Moderna", ebenfalls 2001 wird die Hälfte des mexikanischen Rundfunksenders "Radiopolis" erworben (ein Joint-Venture mit der mexikanischen Gruppe Televisa) und 2004 folgen die Akquisitionen von "Caracol" (Kolumbien) sowie "Radio Continental" (Argentinien). Heute ist Grupo Prisa nach eigenen Angaben eines der größten Medienkonglomerate im portugiesisch/spanischsprachigen Raum.

Management

Jesús de Polanco, einer der Gründer und langjährige Vorsitzende von Grupo Prisa, starb am 21. Juli 2007 im Alter von 77 Jahren. Für seine Verdienste erhielt er posthum das große Kreuz der heiligen Isabel, eine der höchsten Auszeichnungen des spanischen Staates. Von seinen Mitarbeitern war er ehrfürchtig "Don Jesús" genannt worden, von seinen Gegnern im konservativen Lager mitunter "Jesús der Allmächtige". Er selbst pflegte zu sagen, er sei im Grunde "schlicht und ergreifend ein Unternehmer. Ein Buchverkäufer." Mit dieser Haltung – einer Mischung aus Bodenständigkeit und Understatement - gelang es Polanco, aus einigen kleinen Verlagsaktivitäten einen der größten Medienkonzerne der spanischsprachigen Welt zu schaffen. In Madrid finanzierte er sich sein Jurastudium als Buchhändler, bevor er 1958 den Verlag Santillana gründete. Dieser publizierte Schulbücher auch für den lateinamerikanischen Markt und ist heute Teil der Prisa.

Die Gruppe, von der Polanco indirekt 64,4 Prozent besaß, expandierte unter seiner Leitung kräftig, an der Börse jedoch hat das Unternehmen den Anlegern hingegen bislang keine Freude bereitet. So ist der Preis der Prisa-Aktie in den letzten zehn Jahren von 20,8 auf mittlerweile drei Euro geschrumpft. Im Kampf um die Vorherrschaft auf dem spanischen Pay-TV-Markt gelang es Polanco einst, die Konkurrenzplattform "Vía Digital" der ehemals staatlichen Telefongesellschaft Telefonica zu übernehmen. Fernsehen ist in Spanien ein einträgliches Geschäft. Jeder Spanier sitzt durchschnittlich 242 Minuten täglich vor der Glotze – ein Spitzenplatz in Europa. Der Radiozweig der Gruppe, Cadena SER, ist das erfolgreichste Radiounternehmen auf der Iberischen Halbinsel. Polanco stand als Gründer der größten Tageszeitung Spaniens und Vorsitzender des größten Medienunternehmens des Landes des Öfteren im Zentrum öffentlicher Debatten der noch immer tief gespaltenen spanischen Gesellschaft. Dem Unternehmen wurde eine Nähe zur langjährigen sozialdemokratischen Regierung von Felipe Gonzalez nachgesagt, in dessen Zeit als Ministerpräsident die Prisa groß geworden ist. Die Nähe sei jedoch lediglich ideell und in der Geschichte habe es keinerlei Engagement der Sozialdemokraten in den Eigentümerstrukturen gegeben, erklärte der ehemalige Chefredakteur von "El País", Jesús Ceberio 1998. In den lukrativen Privatfernsehmarkt konnte Grupo Prisa dennoch erst einsteigen, als der Sozialdemokrat Zapatero den konservativen Aznar abgelöst hatte. Im November 2005 ging der Free-TV-Sender "Cuatro" auf Sendung.

Polanco sah sich starken Anfeindungen aus den Reihen des konservativen Partido Popular ausgesetzt, worauf er wenig zimperlich reagierte. Zuletzt warf er der Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Aznar den Wunsch nach einem neuen Bürgerkrieg vor. Der PP hatte beschlossen, die Prisa-Medien im Kommunalwahlkampf 2007 zu boykottieren. Polanco bezeichnete diese bemerkenswerte Wahlkampfstrategie als "puren Franquismus". Nach seinem Tod übernahm Ignacio de Polanco, 52 und eines seiner vier Kinder, die Führung des Konzerns. Bislang war er ihr Vizepräsident. "Kontinuität und Entwicklung des Werks meines Vaters sind die Herausforderungen, die wir erfolgreich bestehen werden. Denn wir haben die besten Mitarbeiter, die man sich vorstellen kann," erklärte Polanco in einer Pressemitteilung. CEO bleibt weiterhin Juan Luis Cebrián, Gründungsmitglied der Prisa und langjähriger Chefredakteur der "El País".

Geschäftsfelder

Tageszeitungen
Flaggschiff des Medienkonzerns Prisa ist die Tageszeitung "El País", die eine Auflage von ca. 390.000 Exemplaren erreicht. (2009). Die Zeitung enthält Regionalteile für Andalusien, Galizien, Katalonien, das Baskenland, Madrid und Valencia. Die Supplements heißen u. a. "Ciberpaís" (Informatik und Elektronik), "EP[3]" (Jugend), "El Babelia" (Kultur und Literatur), "El Viajero" (Reise), "EP[S]" (Mode und Reportagen) und "Negocios" (Wirtschaft). Seit 1998 kooperiert man mit "Le Monde" und der "New York Times", 2001 schloss sich die "International Herald Tribune" dem Verbund an. Auch die Onlineausgabe www.elpais.com entwickelte sich erfolgreich und kämpft mit "El Mundo um die Marktführerschaft bei den Online-Nachrichten.

"El País" hat als erste spanische Qualitätszeitung einen Ombudsmann ernannt und eigene Redaktionsstatuten eingeführt. Das "Libro de Estilo" gilt in Spanien als Referenz für journalistische Qualität. "Gerüchte sind keine Nachricht," heißt es darin beispielsweise. Leiter der Zeitung ist seit ihrem 30. Geburtstag im Mai 2006 der Quereinsteiger Javier Moreno (Jahrgang 1963). Er ist erst der vierte Chefredakteur und folgt Juan Luis Cebrián, Joaquín Estefanía und Jesús Ceberio nach.

In der Vergangenheit konnte das Blatt bedeutende Schriftsteller als Autoren gewinnen, unter ihnen Manuel Vicent und Mario Vargas Llosa. Der spätere Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez schrieb 1981 in "El País" über das Verhältnis von Journalismus und Literatur: "Das schlimme am Journalismus ist, dass ein einziges falsches Element genügt, um ausweglos alle anderen Elemente zu kompromittieren. Bei der Fiktion hingegen, reicht ein einziger Bezug auf die Realität aus, der, wenn er gut genutzt wird, sogar die fantastischsten Kreaturen wahrhaftig erscheinen lassen kann. Folgende Regel enthält die Ungerechtigkeiten bei den beiden Gattungen: Im Journalismus besteht die Notwendigkeit, die Wahrheit ans Licht zu bringen, auch wenn niemand sie glaubt. In der Literatur hingegen kann man alles erfinden, solange der Autor in der Lage ist, glaubhaft zu machen, dass alles sicher ist..." Die Wirtschaftszeitung "Cinco Días" ("Fünf Tage") erscheint bei der Verlagstochter "Estructura". Seit dem Relaunch 2001 enthält sie sechs täglich erscheinende Teile: "Empresas" (Unternehmen), "Opinión" (Meinung), "Finanzas" (Finanzen), "Mercados" (Märkte), "Economia" (Wirtschaft) und "Tendencias". Es existieren Beilagen zu den Themen Fonds, Forschung und Entwicklung sowie Pharmazeutika. Die Onlineausgabe heißt "cincodias.com". Die Sportzeitung "AS" wurde im Juli 1996 zu 75% gekauft. Sie berichtet insbesondere über die spanischen wie auch über internationale Fußball-Ligen.


Radio
Die Prisa-Gruppe besitzt den größten spanischen Radiosender, "Cadena SER", mit über 4,7 Millionen Hörern. Weitere Kanäle sind "40 Principales", "Cadena DIAL", "M80 Radio", "Máxima FM" und "Radiolé".


Fernsehen
Mit ihrer Fernsehtochter "Sogecable" ist die Prisa-Gruppe Marktführerin beim Bezahlfernsehen in Spanien. Das Vollprogramm Digital+ haben rund 1,85 Millionen Empfänger abonniert. Außerdem produziert das Unternehmen in den Studios in Tres Cantos bei Madrid weitere 38 Spartenkanäle, die über Kabel, Satellit und Internet verbreitet werden. Im freiempfangbaren landesweiten Fernsehen besitzt "Sogecable" den Sender "Cuatro". Das Netzwerk "Localia", das über hundert lokale Fernsehstationen umfasste, musste jedoch 2009 wegen mangelnder Rendite geschlossen werden. In Portugal kontrolliert Prisa über die Gesellschaft Media Capital den wichtigsten TV-Sender des Landes TV1 und in den USA betreiben die Spanier Kabelsender für den spanischsprachigen Markt.


Fernsehproduktion
"Plural Entertainment" produziert spanischsprachige Inhalte wie Quizsendungen, Dokumentationen, Serien, Shows, Werbespots und Videoclips, aber auch Kinofilme.


Filmproduktion
Die Produktionstochter "Sogecine" gehört zu den größten in Spanien und produzierte beispielsweise den Film "The Others" ("Los Otros") von Regisseur Alejandro Amenábar.


Bücher
Das Haus Santillana fasst den überwiegenden Teil der Verlagsaktivitäten der Prisa zusammen. Santillana verlegt seit Ende der 50er Jahre Schulbücher und expandierte durch Zukauf von Verlagen wie Taurus, Alfaguara und Aguilar. Heute vertreiben diese zusammen eine breite Produktpalette von Romanen bis Reiseführern. Außer den genannten Unternehmen zählen SUMA und Punto de Lectura zur Prisa-Gruppe. "Santanilla en Red" heißt ein Projekt, dass Bildungsangebote online verfügbar macht.


Druck
2003 fusionierte die Prisa-Gruppe ihre Printaktivitäten in Spanien mit der britischen Firma Polestar und dem Risikokapital-Unternehmen Ibersuizas zur neuen Printtochter "Dédalo Grupo Gráfico".


Werbung
Die Werbefirmen "GDM" und Box Publicidad vermarkten die Werbezeiten und Anzeigenplätze in den Prisa-Medien. "Prisa Innova" ist auf Promotion und Steigerung der Bekanntheit von Marken spezialisiert.


Neue Medien
Seit 2000 fasst die Prisa ihre Internetaktivitäten im Tochterunternehmen Prisacom zusammen. Dazu zählen die Sites der größten Publikationen und Sender (elpais.es, cincodias.com, as.com, los40.com, cadenaser.com). Weiterhin hält Prisa 50% am Dienstleister Infotecnica, der Inhalte anbietet, die durch Mobiltelefone abgerufen werden können. Mit einer 21,69-prozentigen Beteiligung an Iberbanda fungiert Prisa auch als Provider von Breitband-Internetzugängen.


Musik
Die Event-Agentur "Gran Via" organisiert Konzerte und Festivals.

Engagement im Ausland

Prisa war schon immer tonangebend auf dem spanischen Medienmarkt. Schon in den neunziger Jahren verschaffte sich der Verlagskonzern ein zweites Standbein im Pay-TV-Geschäft und mit dem Börsengang im Jahr 2000 erhielt das Unternehmen auch die nötigen finanziellen Mittel, um kräftig im Ausland zu expandieren. Der brasilianische Schulbuchverlag Moderna wurde 2001 übernommen und Prisa stieg im mexikanischen Rundfunkgeschäft ein. Radiopolis wurde der Grundstein zum Ausbau einer panamerikanischen Rundfunkkette, mit einer Senderfamilie die von Zentralamerika über Kolumbien bis nach Argentinien reichte. In Portugal erwarb Prisa in den Folgejahren die Mehrheit an Media Capital und kontrollierte damit TVI, den größten privaten TV-Kanal im Nachbarland. Anschließend trieb Prisa den Ausbau seiner Fernsehsparte in Spanien voran.

Nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Zapatero 2004 konnte Prisa im Heimatland Spanien wieder mit günstigeren politischen Bedingungen rechnen. Zapateros konservative Vorgängerregierung hatte durch Gesetze eine weitere Expansion des Marktführers erschwert und beispielsweise die Mehrwertsteuer für Pay-TV erhöht. „Wir haben unter Aznar alle Expansionen vor Gericht durchfechten müssen,“ wird ein Mitarbeiter in der Tageszeitung „Die Welt“ zitiert.

Die Prisa-Gruppe sah sich gleichzeitig nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland um. Im Juli 2007 macht man beispielsweise den Kauf der größten chilenischen Radiokette IARC perfekt, zu der acht Programme gehören. Als die traditionsreiche Pariser Gazette „Le Monde“ 2005 in wirtschaftliche Schieflage geriet, sprang neben dem Rüstungs- und Medienkonzern Lagadère auch die Prisa-Gruppe ein und erwarb für ca. 25 Millionen Euro einen 14,8-Prozent-Anteil. „Le Monde“ war in den 70er Jahren Vorbild bei der Gründung der „El País“, das Engagement also möglicherweise „Ehrensache“ für den damaligen Prisa-Chef de Polanco. Ende 2005 erhöhte die französische Tochtergesellschaft IPR (Investissements Presse Régionale) den Anteil an der Gesellschaft „Le Monde SA“ auf 17,69 Prozent.

In Zukunft dürfte sich der Konzern unter dem Ruder des frisch gekürten Präsidenten Ignacio de Polanco auch verstärkt dem hispanoamerikanischen Markt zuwenden, der Gewinne verspricht. In Kalifornien und Florida repräsentieren Bürger mit hispanischen Wurzeln die größte Minderheit. Diese verschafft sich zunehmend Gehör – auf Spanisch. Zum einen durch Massendemonstrationen für ein Bleiberecht für illegal eingewanderte Hispanics, zum anderen durch ein verstärktes kulturelles Selbstbewusstsein, das seinen Ausdruck in Latino-Stars wie Jennifer Lopez und der Hispano-Version der amerikanischen Nationalhymne findet.

Aktuelle Entwicklungen

Als die traditionsreiche Pariser Gazette „Le Monde“ 2005 in wirtschaftliche Schieflage geriet, sprang neben dem Rüstungs- und Medienkonzern Lagadére auch die Prisa-Gruppe ein und erwarb für ca. 25 Millionen Euro einen 14,8-Prozent-Anteil. „Le Monde“ war in den 70er Jahren Vorbild bei der Gründung der „El País“, das Engagement also möglicherweise „Ehrensache“ für den damaligen Prisa-Chef de Polanco. Ende 2005 erhöhte die französische Tochtergesellschaft IPR (Investissements Presse Régionale) den Anteil an der Gesellschaft „Le Monde SA“ auf 17,69 Prozent.

Nach dem Wahlsieg von Ministerpräsident Zapatero konnte die Prisa im Heimatland Spanien wieder mit günstigeren politischen Bedingungen rechnen. Zapateros Vorgängerregierung hatte durch Gesetze eine weitere Expansion des Marktführers erschwert und beispielsweise die Mehrwertsteuer für das Pay-TV erhöht. „Wir haben unter Aznar alle Expansionen vor Gericht durchfechten müssen,“ wird ein Mitarbeiter in der Tageszeitung „Die Welt“ zitiert. Trotz des politischen Wechsels sieht sich die Prisa-Gruppe in erster Linie nach Expansionsmöglichkeiten im Ausland um. Im Juli 2007 macht man den Kauf der größten chilenischen Radiokette IARC perfekt, zu der acht Programme gehören. Damit besitzt Grupo Prisa über 1200 Radiosender in den beiden Amerikas.

2008 konnte das mit Abstand umsatzstärkste Geschäftsjahr der Prisa abgeschlossen werden. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 4 Mrd. Euro. Allerdings halbierte sich der Nettogewinn auf 83 Mio. Euro, weil der Konzern nach dem Expansionskurs der Vergangenheit unter der hohen Schuldenlast stöhnte. 49,5 Prozent des Umsatzes (1,98 Milliarden Euro) entfielen auf das Fernsehgeschäft, 10,7 Prozent (429 Millionen Euro) auf den Printbereich, 14,5 Prozent (579 Millionen Euro) entfielen auf den Buchverlags- und Bildungssektor. Der Radiobereich trug zu 8,7 Prozent (318 Millionen Euro) zum Umsatz bei.

In Zukunft dürfte sich der Konzern unter dem Ruder des frisch gekürten Präsidenten Ignacio de Polanco auch verstärkt dem hispanoamerikanischen Markt zuwenden, der Gewinne verspricht. In Kalifornien und Florida repräsentieren Bürger mit hispanischen Wurzeln die größte Minderheit. Diese verschafft sich zunehmend Gehör – auf Spanisch. Zum einen durch Massendemonstrationen für ein Bleiberecht für illegal eingewanderte Hispanics, zum anderen durch ein verstärktes kulturelles Selbstbewusstsein, das seinen Ausdruck in Latino-Stars wie Jennifer Lopez und der Hispano-Version der amerikanischen Nationalhymne findet.

Im August 2007 fiel der Aktienkurs der Fernsehtochter Sogecable in Folge eines „Fernseh-Krieges“ um die Übertragungsrechte der ersten Fußball-Liga. Diese bildeten den Kern des Pay-TV-Programms von Sogecable. Das Monopol ging jedoch an das katalanische Unternehmen Mediapro verloren, wenngleich die Gerichte den Streit zwischen beiden Konzernen noch nicht letztinstanzlich gelöst haben. Seit 2009 hat Mediapro fast alle Clubs der ersten und zweiten Liga unter Vertrag, darunter die Zugpferde Real Madrid und F.C. Barcelona.

Mediapro macht der Prisa unterdessen auch in ihrem Stammgeschäft Konkurrenz: Ende September 2007 erschien erstmals die neue linksliberale Zeitung „Publico“. Das Blatt griff mit einem Verkaufspreis anfänglich 0,50 Euro die Tageszeitung „El País“ an. Chefredredakteur ist Ignacio Escolar. Die Startauflage betrug 250.000 Exemplare, ist mittlerweile aber auf unter 100.000 Exemplare geschrumpft.

Im Folgejahr verlor die Prisa-Aktie an Wert. Zum ersten Mal in der Geschichte des Konzerns mussten die Aktionäre auf ihre Dividende verzichten. Der anschließende Rückkauf der Pay-TV-Tochter Sogecable von der Börse wurde ein finanzielles Fiasko. Der Schuldenberg von Prisa verdoppelte sich auf 5 Mrd. Euro und dem Konzern blieb nichts anderes übrig als Immobilien und einzelne Geschäftsfelder ganz oder teilweise zu verkaufen. Inzwischen unterzeichnete Prisa den Verkauf von Minderheitsbeteiligungen im Pay-TV-Geschäft an Telefónica und die italienische Mediaset (Berlusconi). Auch der Privatsender „Cuatro“ wurde an die spanische Mediaset-Tochter Telecinco weitergereicht, um die Schulden abzubauen.

Ein weiterer Lichtblick war der Einstieg des US-Fonds Liberty, der von dem deutsch-amerikanischen Mäzen Nicolas Berggruen verwaltet wird (siehe Artikel in der SZ vom 29.11.2010). Durch Anteilsverkäufe wurde der Schuldenberg mittlerweile auf drei Mrd. Euro Euro (Dezember 2011) reduziert werden. Zu Jahresbeginn 2012 unterzeichnete die Gruppe ein Refinanzierungsabkommen mit ihren Gläubigerbanken, um die Fälligkeiten um zwei Jahre hinauszuzögern. Gleichzeitig erhielt die Gruppe eine neue Kapitalspritze in Höhe von 150 Mio. Euro von ihren Hauptaktionären. An einem harten Sparkurs wird der Konzern aber nicht vorbeikommen. Die Belegschaft soll in den nächsten Jahren um 18 Prozent auf 12.500 Beschäftigte reduziert werden. Aus dem traditionellen Famielienkonzern ist ein mittlerweile an der New Yorker Börse gelistetes Unternehmen geworden, an dem Hedge-Funds, Investmentfirmen und Multimilliardäre beteiligt sind.

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