LED-Fernseher auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin

1.9.2012

3. ProSiebenSat.1

Umsatz 2011: € 2,756 Mrd.

Engagement im Ausland

brBis Ende Juni 2007 war ProSiebenSat.1 kaum im Ausland aktiv, sondern bot bloß über den deutschsprachigen Pay-TV-Sender "ProSiebenSat.1 Welt" Programminhalte in den USA (seit 2004) und Kanada (seit 2006) an. 2009 wurden 20.000 (2008: 18.000) Abonnenten des Angebots in Nordamerika vermeldet, das neuerdings mit dem Slogan "The best of one nation on one station!" wirbt.

Mit der Übernahme der Sendergruppe SBS 2007 wurde aus ProSiebenSat.1 mit einem Schlag ein multinationaler Anbieter von 19 kommerziellen TV-Sendern in neun europäischen Ländern (Niederlande, Schweden, Dänemark, Norwegen, Belgien, Finnland, Bulgarien, Ungarn und Rumänien). 2009 beschäftigte die integrierte Sendergruppe bei Free-TV-Sendern und auch Radiostationen gut 5.400 Mitarbeiter in 14 europäischen Ländern von Finnland bis Griechenland (vgl. P7S1-Grafik). Die Logik der von den Eigentümern beschlossenen, vom Konzern mit enormer Verschuldung bezahlten P7S1/ SBS-Fusion leuchtete und leuchtet allerdings vielen Beobachtern nicht ein. Avisierte Synergieeffekte großen Stils blieben aus. Nachdem P7S1 2008 bereits das schwedische Pay-TV-Unternehmen "C More" für einen Preis von Beobachtern auf rund 320 Mio. Euro geschätzten Preis an TV 4 (Bonnier Group) verkaufte, stellt der Konzern 2010/11 weitere Teile seines internationalen Geschäfts auf den Prüfstand (siehe "aktuelle Entwicklungen").

Im deutschsprachigen Auslanf ist P7S1 in der Schweiz und Österreich mit lokalen Ausgaben von Sat.1 und ProSieben vertreten, außerdem erwarb er 2007 den Wiener Ballungsraumsender "Puls TV".

In den Diversifikationssparten bemüht sich ProSiebenSat.1 in vielen kleinen Schritten um eine Internationalisierung seiner Aktivitäten. Beispielsweise expandierte die Internet-Video-Community "MyVideo" nach Belgien und in die Niederlande, die deutsche Games-Plattform SevenGames.de startete in einer englischsprachigen Version. Mit der Produktion der Show "The next Uri Geller" in einer deutschen und der holländischen Fassung "back to back" in einem Studio in Köln wurden Synergiepotenziale im Fernsehbereich ausgetestet. Erfolgreich vorangetrieben wird die Internationalisierung im Bereich der TV-Produktion und damit auch der Formatrechte, in dem sich Zumindest beteiligte sich die Sendergruppen-Firma Red Arrow Entertainment an Unternehmen zwischen Schweden und Australien (siehe auch "aktuelle Entwicklungen").


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