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1.9.2012

5. Hubert Burda Media Holding GmbH & Co

Umsatz 2011: € 2,745 Mrd.

Aktuelle Entwicklungen

Schon im Geschäftsbericht 2010 hatte der Digitalbereich mit 35,1 Prozent Anteil am Umsatz den Anteil der inländischen Verlagsgeschäfts (34,1 Prozent) übertroffen, wobei der starke Anstieg um rund 19 Prozentpunkte jedoch nicht zuletzt damit zusammenhing, dass der zuvor eigenständig ausgewiesene Bereich "Direktmarketing" dem Digitalbereich zugeschlagen worden war. Im bereits beim Neujahrsempfang in Offenburg verkündeten "Rekordumsatz" für Hubert Burda Media 2011 (Geschäftsbericht als PDF) setzte dieser Trend sich fort: Der Digital-Bereich konnte noch einmal gewaltig zulegen (von 587,2 Mio. auf 937,2 Millionen Euro nach neuem Zuschnitt) und erzielte 43,1 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. 2012 soll er die 1-Milliarde-Euro-Marke bereits übertreffen.

Dass diese digitalen Umsatzerlösen "die erstmals vollkonsolidierte zooplus AG in Höhe von rund 245 Millionen Euro" enthalten, sorgte freilich für Spott (Thomas Koch: "Tierfutter ist das neue Print").

Mit der Schaffung der "bislang vor allem in klassischen Technologie-Unternehmen üblichen" Position eines "Chief Scientists" will Vorstandschef Kallen symbolisieren, dass der Konzern sich "weiter in Richtung Digitalunternehmen" bewegt, und zugleich zeigen, dass bereits "rund 1.000 Entwickler und Programmierer" bei Hubert Burda Media arbeiten.

Wie kleine Brötchen inzwischen im traditionellen Geschäft Print gebacken werden, verdeutlichen zwei relative Erfolgsmeldungen: Im September wird als neues Mitglied der "Focus"-Markenfamilie erstmals "Diabetes" erscheinen - das sich an die neu identifizierte Zielgruppe der "rund neun Millionen Zuckerkranken im deutschsprachigen Raum richtet" und viermal jährlich herauskommen soll. Und die einstige Lifestylezeitschrift "Max" kann nach nach "geglücktem Comeback regelmäßig erscheinen, und zwar "künftig mindestens ein Mal im Jahr". Einst, anno 2001, war der ambitionierte Titel 14-täglich erschienen.

Im Rennen um den inoffiziellen Titel des größten deutschen Zeitschriftenverlags, zu dem die Analyse der Ergebnisse der ma-Mediaanalysen gern genutzt wird, setzt der Hamburger Bauer-Verlag Burda zu: Nach der ma 2012 Pressemedien I sah sich noch Burda weiter "als Nummer Eins im Lesermarkt" ("48,1 Prozent der Deutschen lesen Zeitschriften von Hubert Burda Media"). Nach der ma 2012-II reklamiert nun Bauer den Titel des "Verlags mit größter Reichweite" ("Fast jeder Zweite in Deutschland (47,6 Prozent) liest eine Zeitschrift aus dem Hause Bauer").

Immerhin hat unter Burdas zahlreichen "One-Shot"-Zeitschriften "Cover", "ein Personality-Magazin mit dem Schwerpunkt auf anspruchsvollen Reportagen und Highend-Fashion", so überzeugt, dass es ab September 2013 monatlich erscheinen soll.

"Spätestens zum 1. Januar 2013" angekündigt ist eine Erweiterung des Vorstands um ein neues Mitglied für den immer wichtigeren (und umfangreicheren) Geschäftsbereich Digital. Dabei soll es sich um Stefan Winners, derzeit noch Vorstandsvorsitzender der (Burda-Firma) Tomorrow Focus AG handeln, der sich durch kontinuierliches Umsatzwachstum für die Position empfiehlt.


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