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1.9.2012

7. Bauer Media Group

Umsatz 2011: € 2,004 Mrd.

Aktuelle Entwicklungen

Expansion Down Under: Die Zeitschriftenmärkte im Ausland beobachte sie sehr genau, sagte Yvonne Bauer im Frühjahr 2012 in einem Interview. Dass sie nicht nur beobachtet, sondern auch Gelegenheiten zur Expansion nutzt, zeigte die Verlegerin dann im September 2012, als die Bauer Media Group mitteilte, dass sie Australiens führenden Zeitschriftenverlag ACP Magazines kauft. Bislang gehörte ACP zum australischen Medienunternehmen Nine Entertainment, das sich wiederum in den Händen des Finanzinvestors CVC Capital Partners befindet und nach Medienberichten hoch verschuldet ist. Für Yvonne Bauer ist die Akquisition Teil einer „globalen Wachstumsstrategie“ ihres Medienunternehmens, wie sie anlässlich der Bekanntgabe des Deals sagte. Großbritannien: Auch an einer weiteren Expansion in Großbritannien hatte die Bauer Media Group wohl Interesse. Nach britischen Medienberichten verhandelte Bauer im Frühjahr 2011 mit BBC Worldwide, dem kommerziellen Arm der Rundfunkanstalt, die nach einem Partner für das Zeitschriftengeschäft suchte. Den Zuschlag erhielt im Sommer 2011 dann allerdings nicht Bauer, sondern das Private-Equity-Unternehmen Exponent, das mit den erworbenen Titeln einen neuen Verlag namens „Immediate Media“ schuf.

Cosmopolitan: Im Frühjahr 2012 übernahm die Bauer Media Group in Deutschland drei Zeitschriften des Münchner Verlegers Jürg Marquard, darunter die deutsche Ausgabe der traditionsreichen Frauen-Zeitschrift Cosmopolitan. Mit dem Heft will der Bauer-Verlag Anzeigenkunden aus dem Luxus-Segment gewinnen, die in den anderen Blättern des Verlags bislang kein adäquates Anzeigenumfeld fanden. Die Bauer Media Group nannte das Geschäft einen Ausbau des „Premium-Portfolios“; die Süddeutsche Zeitung kommentierte spöttisch, es wirke, „als ob Pinneberg und Paris Partnerstädte werden sollen“.

Digitaloffensive: Bei der letzten Jahrespressekonferenz kündigte Bauer an, sich 2012 vor allem um die digitalen Geschäftsfelder kümmern zu wollen. So sollen beispielsweise weltweit alle wichtigen Printprodukte des Verlags auf Tablet-Rechner gebracht werden. Bislang erwirtschaftet der Konzern weniger als drei Prozent seiner Umsätze im Bereich der digitalen Medien (2010). Die Konkurrenz ist da schon deutlich weiter: Beim Axel-Springer-Verlag zum Beispiel stammte im gleichen Jahr mehr als ein Viertel der Umsätze aus dem Digital-Segment.

Streit um Presse-Grosso: In Deutschland streitet sich Bauer seit 2009 mit dem bestehenden Grosso-System, das dafür sorgt, dass Zeitungen und Zeitschriften an die Kioske geliefert werden. Der Bauer-Verlag fühlt sich vom bestehenden Grosso-System benachteiligt, weil Bauer sehr vertriebsstarke Zeitschriften am Markt hat, seine Stellung aber durch den Vormarsch immer neuer Billig-Titel gefährdet sieht. Vom Presse-Grosso werden alle Titel - unabhängig von Auflage und Verlagsmacht - genauso an den Kiosken platziert wie die Bauer-Zeitschriften. „Es geht um mehr als um Geld: Das jetzige Grosso-System könnte fallen“, kommentierte die FAZ. Im Februar 2012 errang die Bauer Media Group in dieser Auseinandersetzung einen Etappensieg: Das Kölner Landgericht erklärte in erster Instanz das zentrale Verhandlungsmandat des Bundesverbands Presse-Grosso für wettbewerbswidrig. Der Rechtsstreit geht weiter.

Nachwuchs: Im Juli 2011 startete die Journalistenschule des Bauer-Verlags. Die Ausbildung ersetzt die bisherigen Redaktionsvolontariate und wird von der neu geschaffenen „Bauer Media Academy“ betreut. Zum Start der Schule gab es jedoch nicht nur Applaus: Der Deutsche Journalisten-Verband kritisierte die Höhe der Ausbildungsvergütung an der Journalistenschule. Der Bauer-Verlag zahlt 1000 Euro pro Monat, während die Hausvolontäre bislang nach Tarifvertrag bezahlt wurden, der bis zu 2000 Euro im zweiten Ausbildungsjahr vorsieht.



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