Dossierbild Afrikanische Diaspora

26.7.2004 | Von:
Anita Berger

Coloured Children

Ein Rap-Tanztheaterstück

Afrikanische Erzählkunst

Erzählen, was einen bewegt. Wahre und erlebte Geschichten weitergeben. Das ist tief in der Tradition Afrikas verwurzelt. Eine moderne Form des Erzählens ist der Rap: Urbane Musik, pulsierend und pamphletartig – die ideale Vermittlungsform für den harten Alltag. So können Jugendliche von ihren Alltagserfahrungen erzählen. Rap ist ihre Sprache.

Auch das Theater nutzt die Sprache als Ausdrucksmittel. Hinzu kommen noch Schauspiel und Dramaturgie. Beim Rap-Theater verschmelzen beide Ausdrucksformen, um insbesondere Jugendliche anzusprechen. Neben den rappenden Schauspielern auf der Bühne – ein DJ, eine Live-Band (Schlagzeug, Keybord, Gitarre, Bass) – gibt es Breakdancer und Afro-Tänzer.

Jubel und Applaus

Das Premierenpublikum war begeistert, forderte Zugaben und wollte die jungen Künstler gar nicht von der Bühne lassen. Kein Wunder, dass Projektleiter Rainer Linke, Leiter der "Offenen Jazz Haus Schule", strahlte: "Das ist das beste Gemeinschafts-Projekt, das wir je auf die Beine gestellt haben." Die Folge war klar und das schönste Lob für alle Beteiligten: Das "Projekt" ging weiter. Es folgten mehrere Aufführungen von "Coloured Children" in Köln, Mönchengladbach und im Rahmen des Massala-Festivals in Hannover.

Nach einem Bericht des Musiksenders Viva über "Coloured Children" bekamen die Projektverantwortlichen sehr viele Zuschriften von Lehrern, Sozialarbeitern, Eltern und Schülern. Darunter auch viele Schwarze Deutsche Jugendliche, die sich bedankten: "Ich bin froh, dass das Thema mal angesprochen wurde, da ich mich gerade mit mir auseinandersetze, wo ich in dieser Gesellschaft stehe oder ob ich überhaupt dazu gehöre. Es ist schwer, dieses Problem allein zu bewältigen."

1998 wurde "Coloured Children" mit dem Jugendkulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. "Coloured Children" hat das Thema Schwarzer Deutscher Identität in einer jugendgerechten Form aufgearbeitet. Dies zeigen der Jugendkulturpreis, die vielen Zuschriften von Jugendlichen und die Nachfragen von Einrichtungen der Jugendarbeit sowie von Schulen, die dieses Projekt übernehmen wollten.

Die Idee von "Coloured Children" lebt weiter. Ade Odukoya, Initiator von "Coloured Children", startete im Jahr 2002 eine Kampagne, die in ganz Deutschland für Aufmerksamkeit sorgte: "Brothers Keepers".
Die Macher von Coloured Children
Veranstalter: Offene Jazz Haus Schule e.V. (Köln) in Zusammenarbeit mit der Städt. Jugendeinrichtung Gremberg
Gefördert von: LAG Musik NRW und Jugendamt der Stadt Köln
Mit freundlicher Unterstützung von Maniac Media (Walter Pauli)Projektleitung: Rainer Linke
Rap: Adé Odukoya
Regie: Anita Berger
Breakdance: Thomas Hergenröther
Bandarbeit: Waldemar Parra
Graffiti-Deko: Alexander Dosiehn


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