Koffer

1.2.2007 | Von:
Jessica Guth

Wer kommt nach Deutschland? Die Datenlage

Im Jahr 2003 waren 54% aller Arbeitskräfte, die in der EU25 einer hauptberuflichen Tätigkeit in Forschung und Entwicklung nachgingen, in Deutschland, Frankreich und im Vereinigten Königreich beschäftigt. [1]
Die italienische Biologin Maria Rosa Spina, Biochemiker Sanjoy Roychowdhury aus Indien und Prof. Dr. Gerald Wolf (l-r) arbeiten am 09.08.2000 gemeinsam im Labor des Instituts für Neurobiologie an der Otto-von Guericke-Universität Magdeburg.Ausländische Forscher an der Universität Magdeburg. (© picture-alliance / ZB )

Deutschland ist für ausländische Forscher attraktiv und ist mittlerweile zum Hauptzielland für Wissenschaftler geworden, die an dem Programm des europäischen Forschungsstipendiums Marie Curie teilnehmen [2]. Die Tabelle zeigt die zehn quantitativ wichtigsten Herkunftsländer ausländischer Forscher in Deutschland. Diese Zahlen sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da sie nur diejenigen Forscher/Akademiker aufführen, die eine Einzelförderung einer deutschen Förderinstitution erhalten haben. Diejenigen, die durch große Drittmittelprojekte finanziert, als wissenschaftliche Mitarbeiter direkt an Universitäten angestellt, oder durch Organisationen im Ausland unterstützt worden sind, werden nicht zwangsläufig erfasst [3].

Diese Zahlen können nur einen groben Überblick geben, vermitteln jedoch einen Eindruck, wie sich die Gruppe der ausländischen Forscher zusammensetzt. Das größte Problem bei der Ermittlung der Wanderbewegungen ist die Tatsache, dass es kein verlässliches und umfassendes Datenmaterial über ausländische Wissenschaftler in Deutschland gibt. Zum Beispiel wird die Nationalität des Universitätspersonals nicht in den amtlichen Statistiken aufgeführt, und ausländische Jungforscher, die keine Einzelförderungen erhalten, werden nicht in den Zahlen der Fördereinrichtungen erfasst. Es ist daher praktisch unmöglich, ein genaues Bild über die Anzahl ausländischer Wissenschaftler, Forscher und Akademiker zu einem bestimmten Zeitpunkt in Deutschland zu erhalten. Ohne eine deutliche Erhöhung der personellen und finanziellen Ressourcen bei der Datenerhebung ist es unwahrscheinlich, dass diese Datenlücke geschlossen werden kann.

 
Die 10 häufigsten Herkunftsländer ausländischer Forscher in Deutschland im Jahr 2004
 
PlatzHerkunftslandAnzahl% aller Forscher mit Einzelförderung
1Russische Föderation2.22110,8
2China1.3386,5
3USA1.0955,3
4Indien1.0845,3
5Polen7113,4
6Ukraine4252,1
7Italien4102,0
8Brasilien4052,0
9Rumänien3831,9
10Frankreich3781,8
Quelle: DAAD (2006)

Fußnoten

1.
Siehe Gotzfried (2005).
2.
Siehe Van de Sande et al (2005).
3.
Für weitere Informationen über die Methoden der Datensammlung und den Umfang des Datenmaterials, das in Wissenschaft Weltoffen (DAAD 2006) enthalten ist, siehe die Webseite unter: http://www.wissenschaft-weltoffen.de.

Kurzdossiers

Länderprofile

Länderprofile Migration: Daten - Geschichte - Politik

Ein Länderprofil enthält Informationen über Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration in einem bestimmten Land. Diese Informationen bestehen aus: Daten und Statistiken, Geschichtlichen Entwicklungen, Rechtlichen und politischen Maßnahmen, Aktuellen Debatten in den Ländern.

Mehr lesen

Infografiken

Zahlen zu Asyl in Deutschland

Wie viele Menschen suchen in Deutschland Asyl? Woher kommen sie? Wie viele Asylanträge sind erfolgreich? Und wie viele Menschen werden abgeschoben? Wir stellen die wichtigsten Zahlen zum Thema Asyl und Flucht monatlich aktualisiert in einfachen Infografiken dar.

Mehr lesen