Koffer

1.9.2006 | Von:
Stefanie Hertlein
Florin Vadean

Einleitung

Jahrzehntelang beschäftigte sich die Migrationsdebatte überwiegend mit den Auswirkungen der Zuwanderung auf die Zielländer. In der jüngsten Vergangenheit ist nun die Situation in den Herkunftsländern, insbesondere in Entwicklungsländern, verstärkt in den Blickpunkt des Interesses gerückt.

Kunden stehen im Januar 2010 Schlange in einem Geldtransferbüro im Stadtviertel "Little Haiti" in Miami.Kunden stehen im Januar 2010 Schlange in einem Geldtransferbüro im Stadtviertel "Little Haiti" in Miami. (© AP)

Ein Schwerpunkt dieser Diskussion ist die Wechselwirkung zwischen Migration und Entwicklung. Es werden dabei drei Mechanismen betrachtet, mit denen Herkunftsländer von Migranten einen dauerhaften Verlust an Wissen und qualifizierter Arbeitskraft (brain drain) kompensieren bzw. die Armutsfalle vermeiden können. Erstens kann die zirkuläre Migration, also das Hin- und Herwandern der Migranten, einen vermehrten Wissensaustausch bzw. –gewinn (brain gain) ermöglichen.

Zweitens kann den Diasporagemeinden eine Brückenfunktion beim Aufbau von Handelsbeziehungen, Kapitaltransfer und Technologie zukommen. Drittens können auch die stetig anwachsenden Rücküberweisungen von Migranten an ihre Heimatfamilien wesentlich dazu beitragen, dass die Armut in den Herkunftsgesellschaften gelindert wird.

Ziel dieses Kurzdossiers ist die kritische Auseinandersetzung mit Rücküberweisungen in ihrer Bedeutung als Bindeglied zwischen Migrations- und Entwicklungsdebatte. In einem ersten Schritt werden Formen und Motive der Transfers sowie aktuelle Trends und Daten aufgezeigt. Im zweiten Schritt wird die Bedeutung von Rücküberweisungen in Bezug auf Armutsbekämpfung, Einkommensverteilung, Ausgabeverhalten, Bildung und Gesundheit, Investitionen und Wachstum diskutiert. Im dritten und letzten Schritt werden die nationalen Zahlungsbilanzen in den Entwicklungsländern erörtert. Schließlich wird in einem Fazit die Frage beantwortet, ob Migration und die dadurch generierten Kapitalflüsse zur Triebfeder für Entwicklung in Entwicklungsländern werden können.


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