30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
Eine Frau geht an einer Weltkarte, die aus Kinderporträts besteht, am Freitag (18.06.2010) im JuniorMuseum in Köln vorbei.

3.7.2012 | Von:
Noemi Carrel

Irreguläre Migration

Erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts und insbesondere seit der Jahrhundertwende rückte die Anwesenheit von Personen ohne Aufenthaltsberechtigung, den Sans-Papiers, verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit und gewann in der schweizerischen Migrationspolitik an Bedeutung. Insbesondere Möglichkeiten zur Bekämpfung illegaler Migration standen seither im Vordergrund migrationspolitischer Bestrebungen. [1]

Vor allem das duale Zulassungssystem der Schweiz, die restriktive Asylpolitik sowie die Assoziierungsabkommen zu Schengen und Dublin haben Auswirkungen auf das Phänomen der irregulären Migration. So zeigt sich in der Schweiz seit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens ein deutlicher Rückgang der Zahl der EU- und EFTA-Staatsangehörigen ohne gültige Aufenthaltserlaubnis. Mit großer Mehrheit sind Sans-Papiers Drittstaatsangehörige, denn eine legale Zuwanderung ist ihnen zumeist nicht möglich. Des Weiteren wird in Zusammenhang mit der restriktiven Asylpolitik angenommen, dass einerseits die Zahl der aus dem Asylprozess ausgeschiedenen Personen unter den irregulären Aufenthaltern zunimmt und sich andererseits viele Schutz suchende Personen direkt für den illegalen Aufenthalt entscheiden.[2]

Eine verstärkte Kontrolle irregulärer Migration wird unter anderem mit den Schengen-Assoziierungsabkommen, dem "Bundesgesetz gegen Schwarzarbeit" und verschiedenen Regelungen im AuG angestrebt. So bestehen beispielsweise vermehrte Personenkontrollen im Landesinnern und auf dem Arbeitsmarkt sowie verschärfte Sanktionen bei der Erleichterung irregulären Aufenthalts.[3]

Trotz dieser Bestrebungen im Kampf gegen Formen irregulärer Migration ist es wahrscheinlich, dass die Anwesenheit von Personen ohne Aufenthaltserlaubnis auch in der Schweiz stark vom Bedarf des Arbeitsmarkts abhängig ist. Anstellung finden Sans-Papiers in Branchen wie der Gastronomie, der Hotellerie, im Baugewerbe, in der Landwirtschaft sowie im Hauswirtschafts- und Pflegebereich.[4]

Fußnoten

1.
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Efionayi-Mäder et al. (2010), D’Amato et al. (2005), Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel KSMM.
2.
Efionayi-Mäder et al. (2010).
3.
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA, Efionayi-Mäder et al. (2010), D’Amato et al. (2005), Koordinationsstelle gegen Menschenhandel und Menschenschmuggel KSMM.
4.
Efionayi-Mäder et al. (2010), Longchamp et. al. (2005).

Kurzdossiers

Zuwanderung, Flucht und Asyl: Aktuelle Themen

Ein Kurzdossier legt komplexe Zusammenhänge aus den Bereichen Zuwanderung, Flucht und Asyl sowie Integration auf einfache und klare Art und Weise dar. Es bietet einen fundierten Einstieg in eine bestimmte Thematik, in dem es den Hintergrund näher beleuchtet und verschiedene Standpunkte wissenschaftlich und kritisch abwägt. Darüber hinaus enthält es Hinweise auf weiterführende Literatur und Internet-Verweise. Dies eröffnet die Möglichkeit, sich eingehender mit der Thematik zu befassen. Unsere Kurzdossiers erscheinen bis zu 6-mal jährlich.

Mehr lesen