Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

11.6.2012

Kurzmeldungen – Europa

In Griechenland kam es zu Ausschreitungen gegen Einwanderer; Fünfzehn Franzosen mit afrikanischen oder arabischen Wurzeln haben den französischen Staat und das Innenministerium wegen Diskriminierung angezeigt.

Griechenland: Ausschreitungen gegen Einwanderer

In der griechischen Hafenstadt Patras ist es Mitte Mai zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Rechtsextremisten gekommen. Hintergrund der Ausschreitungen ist die mutmaßliche Tötung eines Griechen durch drei Migranten aus Afghanistan. Mitglieder der rechtsextremistischen Partei "Goldene Morgendämmerung“ (Chrysi Avgi) versuchten, eine Migrantengruppe anzugreifen, die in einer ehemaligen Textilfabrik lebt. Die rechtsextreme Partei war bei den Parlamentswahlen in Griechenland am 6. Mai auf rund 7% der Stimmen gekommen. Auch andere rechtsextreme Parteien führten Wahlkampf mit Fremdenhass und Verherrlichung der NS-Ideologie. Neben der schweren Schuldenkrise ist Griechenland seit Jahren Ziel- und Transitland vieler Migranten, die Fremdenfeindlichkeit im Land nimmt zu. In den ersten drei Monaten 2012 wurden nach offiziellen Angaben mehr als 18.700 Migranten bei der irregulären Einreise aufgegriffen. In Griechenland leben bei einer Bevölkerung von 11,5 Mio. Einwohnern mehr als eine Million Migranten (vgl. MuB 1/11, 9/10, 9/09).

Frankreich: Staat angezeigt

Fünfzehn Franzosen mit afrikanischen oder arabischen Wurzeln haben Mitte April den französischen Staat und das Innenministerium wegen Diskriminierung angezeigt. Sie waren ohne besonderen Anlass aufgrund ihrer äußeren Erscheinung wiederholt in Personenkontrollen geraten. Sie werden dabei von der Open Society Justice Initiative (OSJI), der französischen Anwaltsgewerkschaft und einem "Kollektiv gegen Gesichtskontrollen“ unterstützt. Gemeinsam will man erreichen, dass das in Frankreich übliche sogenannte "racial profiling“ unterlassen wird (vgl. MuB 4/12). Ein bereits Anfang Januar veröffentlichter Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kam zu dem Ergebnis, dass die französische Polizei in erhöhtem Maße dunkelhäutige und arabischstämmige Jugendliche kontrolliere. Bereits 2009 veröffentlichte OSJI eine Studie, wonach Dunkelhäutige sechs Mal öfter und arabisch aussehende Menschen fast acht Mal öfter kontrolliert werden als Menschen ohne ausländisches Erscheinungsbild.
http://stoplecontroleaufacies.fr
www.hrw.org