Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

10.2.2015 | Von:
Stefan Alscher
Thomas Hummitzsch
Rainer Ohliger

Kurzmeldungen - Deutschland

In Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern müssen sich nicht mehr bis spätestens zum 23. Geburtstag zwischen der deutschen Staatsangehörigkeit und der ihrer Eltern entscheiden ("Optionspflicht"), eine 80-köpfige Jury des medium magazins hat die in Teheran geborene deutsche Russland-Korrespondentin Golineh Atai zur "Journalistin des Jahres 2014" gewählt und das Berlin-Instituts legt eine Studie zur besseren Gestaltung des demografischen Wandels in schrumpfenden Regionen vor.

Neuregelung der Optionspflicht in Kraft

In Deutschland geborene und aufgewachsene Kinder ausländischer Eltern müssen sich nicht mehr bis spätestens zum 23. Geburtstag zwischen der deutschen Staatsangehörigkeit und der ihrer Eltern entscheiden ("Optionspflicht"). Stattdessen können sie beide Staatsangehörigkeiten behalten, wenn sie einen Schulabschluss in Deutschland, einen Schulbesuch von mindestens sechs Jahren oder eine Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren nachweisen können. Die am 20. Dezember 2014 in Kraft getretene Neuregelung ist Bestandteil der Koalitionsvereinbarung zwischen CDU/CSU und SPD (vgl. Ausgaben 2/14, 10/13). Diejenigen Personen, die ihre deutsche Staatsangehörigkeit nach altem Recht verloren haben, können einen Antrag auf Wiedereinbürgerung stellen. Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge profitieren schätzungsweise 500.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der Neuregelung.

Zum Thema:

Journalisten mit Migrationshintergrund geehrt

Eine 80-köpfige Jury des medium magazins hat die in Teheran geborene deutsche Russland-Korrespondentin Golineh Atai zur Journalistin des Jahres 2014 gewählt. Sie wurde für ihre "herausragende Berichterstattung" in der Ukrainekrise ausgezeichnet. Seit Ausbruch des Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine berichtet Atai für den WDR und die ARD aus der Region. Dabei sei sie immer "fair und präzise", heißt es in der Begründung. Außerdem wurde ein Zusammenschluss junger Journalisten mit Migrationshintergrund mit einem Sonderpreis für den selbstbewussten und kreativen Umgang mit den an sie gerichteten Anfeindungen geehrt. Unter dem Motto Hate Poetry lesen die Journalisten öffentlich aus den an sie gerichteten Hassmails und -kommentaren. Das Format sei "witzig, klug, unterhaltsam, schockierend und Augen öffnend" begründete die Jury ihre Wahl. Mit diesen Ehrungen für Journalisten mit Migrationshintergrund setzte die Jury auch ein positives Zeichen für die Vielfalt in deutschen Medienhäusern (vgl. Ausgabe 4/14).

Zum Thema:

Studie des Berlin-Instituts zur Versorgung auf dem Land

Das größte Potential für eine erfolgreiche Gestaltung des demografischen Wandels auf dem Land liegt in den ländlichen Räumen selbst. Dies zeigt die qualitative Studie "Von Hürden und Helden" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Die am 14. Januar präsentierten Ergebnisse umfassen unter anderem 37 Beispiele zur besseren Gestaltung des demografischen Wandels in schrumpfenden Regionen. Gesundheitliche Versorgung durch rollende Arztpraxen (Landkreis Wolfenbüttel), private Rund-um-die-Uhr-Kitas (Schwedt), Bürgerbusse in Brandenburg oder der Einsatz von Kleinkläranlagen in Thüringen sind praktische Beispiele, wie dem demografischen Wandel auf dem Land schon jetzt begegnet wird. Da rechtliche oder berufsständische Bestimmungen innovative Ansätze wie dezentrale ärztliche Dienstleistungen oftmals verhindern würden, sprach sich der Leiter des Berlin-Instituts Reiner Klingholz für weniger Regulierung und mehr Flexibilität aus.

Zum Thema:

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