Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

15.6.2015 | Von:
Thomas Hummitzsch
Stefan Alscher
Katharina Schilling

Kurzmeldungen – Welt

Zahl der Binnenflüchtlinge auf Rekordhoch

Aufgrund von Konflikten und Gewalt waren 2014 weltweit mindestens 38 Mio. Menschen innerhalb ihres eigenen Staates auf der Flucht (2013: 33,3 Mio.). Dies geht aus dem am 6. Mai vorgestellten Jahresbericht des Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) hervor.

Allein im vergangenen Jahr sind 11 Mio. neue Binnenflüchtlinge (IDPs) hinzugekommen, 6,3 Mio. Menschen konnten wieder in ihre Herkunftsregionen zurückkehren. Die meisten IDPs lebten 2014 in Syrien (7,6 Mio.), Kolumbien (6 Mio.), Irak (3,4 Mio.), Sudan (3,1 Mio.) und der Demokratischen Republik Kongo (2,8 Mio.).

Die meisten neuen Binnenflüchtlinge sind 2014 im Irak registriert worden, rund 2,2 Mio. Menschen waren innerhalb des Landes vor den Gewalttaten des sogenannten Islamischen Staats auf der Flucht. In Nigeria flohen im vergangenen Jahr Hunderttausende vor der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. Der Ukrainekonflikt hat zur Flucht von fast 650.000 Menschen innerhalb der Ukraine geführt.

Der Bericht des IDMC, das vom Norwegischen Flüchtlingsrat betrieben wird, deckt die Fluchtbewegungen in 60 Staaten ab (vgl. Ausgaben 9/14, 6/14).

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Burundi: Mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht



Im ostafrikanischen Staat Burundi sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aktuell mehr als 100.000 Menschen auf der Flucht vor den anhaltenden Unruhen im Land. Diese waren nach der Ankündigung einer (verfassungswidrigen) Kandidatur für eine dritte Amtszeit des amtierenden Präsidenten Pierre Nkurunziza (Conseil National Pour la Défense de la Démocratie – Forces pour la Défense de la Démocratie, CNDD-FDD) Ende April und dem gescheiterten Militärputsch im Folgemonat ausgebrochen. Die Menschen suchen in erster Linie in den Nachbarländern Ruanda, Demokratische Republik Kongo und Tansania Schutz. Alle drei haben ihre Grenzen geöffnet und erteilen allen Ankommenden den Flüchtlingsstatus. Der Großteil der Fliehenden geht nach Tansania. Anscheinend werden in der aktuellen Situation bewährte Fluchtmuster genutzt, denn ungefähr 80 % der Schutzsuchenden waren schon einmal dorthin geflohen (vgl. Ausgabe 8/14). Der UNHCR hat zu Spenden aufgerufen, um Burundis Nachbarländer bei der Aufnahme der Flüchtlinge zu unterstützen. Es wird erwartet, dass die Zahl der Flüchtlinge in den nächsten Monaten weiter steigt.

Die Autorin Katharina Schilling studiert im Master Internationale Migration und Interkulturelle Beziehungen an der Universität Osnabrück.

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Lateinamerika: Rekord an Rücküberweisungen

Die Rücküberweisungen von lateinamerikanischen Migranten in ihre Herkunftsstaaten haben 2014 neue Rekordwerte erreicht. Dies geht aus Zahlen der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) hervor, die Mitte Mai veröffentlicht wurden.

Demnach beliefen sich die Rücküberweisungen von Migranten nach Lateinamerika auf insgesamt 65,4 Mrd. US-Dollar. Davon entfielen mehr als ein Drittel auf Mexiko (23,6 Mrd. US-Dollar), gefolgt von Guatemala (5,5 Mrd. US-Dollar), der Dominikanischen Republik (4,5 Mrd. US-Dollar), El Salvador (4,2 Mrd. US-Dollar) sowie Kolumbien (4 Mrd. US-Dollar). Der vorherige Höchststand an Rücküberweisungen war 2008 mit insgesamt 64,9 Mrd. US-Dollar erzielt worden.

Im Zuge der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09 und in den Folgejahren waren die Rücküberweisungen deutlich zurückgegangen (vgl. Ausgaben 3/13, 3/10). Der erneute Anstieg geht nach Angaben der IDB vor allem auf die Erholung der US-amerikanischen Wirtschaft zurück. In südamerikanischen Staaten mit Spanien als wichtigstem Emigrationsziel war hingegen weiterhin ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr der Rücküberweisungen zu verzeichnen.

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Mexiko/USA: Mehr Abschiebungen unbegleiteter Minderjähriger nach Zentralamerika

MexikoMexiko (© Burak Korkmaz)
Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge an der Grenze zwischen den USA und Mexiko ist nach dem drastischen Anstieg der Jahre 2012 bis 2014 wieder gesunken (vgl. Ausgabe 6/14). Zwischen Oktober 2014 und Februar 2015 wurden dort insgesamt 12.509 unbegleitete Minderjährige aufgegriffen. Dies entspricht einem Rückgang von 42 % gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013/14 (21.403 Aufgriffe). Fast zwei Drittel (62 %) stammten aus den zentralamerikanischen Staaten Guatemala, El Salvador und Honduras, etwa ein Drittel aus Mexiko.

Eine Analyse des US-amerikanischen Forschungszentrums Pew Research zeigt, dass dieser Rückgang vor allem auch auf einen erheblichen Anstieg der Abschiebungen durch die mexikanische Einwanderungsbehörde zurückzuführen ist. Zwischen Oktober 2014 und Februar 2015 wurden insgesamt 3.819 unbegleitete Kinder und Jugendliche zentralamerikanischer Herkunft aus Mexiko in ihre Herkunftsländer abgeschoben und so an einer Weiterwanderung in die USA gehindert. Dies entspricht einem Anstieg von 56 % gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr.

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