Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.10.2010

Kurzmeldungen – Welt

Unruhen in australischen Flüchtlingslagern, die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate gibt eine Amnestie-Regelung für indische Arbeitsmigranten bekannt und Nigeria will ausländische Einwohner aus anderen afrikanischen Staaten elektronisch registrieren.

Mexiko: Rücktritt

Nach der Ermordung von 72 undokumentierten Migranten im nordmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas ist die Leiterin der Einwanderungsbehörde Cecilia Romero (PAN, Konservative) Mitte September von ihrem Amt zurückgetreten. Damit zog sie die Konsequenzen aus der Kritik, die Einwanderungsbehörde (INM) schütze durchreisende Migranten nicht ausreichend. Auf ihrem Weg in die USA werden viele der zumeist zentralamerikanischen Migranten von kriminellen Banden, der Drogenmafia oder auch der Polizei ausgeraubt, entführt, vergewaltigt oder ermordet. Eine strafrechtliche Verfolgung findet selbst bei bekannt gewordenen Fällen selten statt. Menschenrechtsorganisationen werfen der INM vor, dass auch Beamte dieser Behörde in die Straftaten verwickelt seien.
www.inm.gob.mx (Spanisch)

Nigeria: Elektronische Registrierung

Nigeria will ausländische Einwohner aus anderen afrikanischen Staaten elektronisch registrieren. Das wurde Ende September bekannt. Ziel ist eine statistische Erfassung der Einwanderer. "Es gibt andere afrikanische Länder, in denen auch Menschen aus Nigeria registriert werden. Wir passen uns also nur den Gepflogenheiten an", sagte David Paradang, der von der Regierung als Koordinator für die Erfassung in 44 Provinzregierungen des Landes eingesetzt wurde. Jeder soll ein Dokument mit einem biometrischen Foto und Fingerabdrücken erhalten, darunter auch jene Afrikaner, die bereits einen Reisepass ihres Herkunftslandes besitzen. Anlass für die Registrierung war u. a. ein Anstieg der Ausländerkriminalität.
www.nigeria.gov.ng

VAE: Amnestie für Arbeitsmigranten

Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) hat Mitte September eine Amnestie-Regelung für indische Arbeitsmigranten bekannt gegeben. Migranten, die in den vergangenen Jahren eingewandert sind und v. a. in der Ölbranche sowie im Bau- und Hotelgewerbe tätig waren, können Medienangaben zufolge seit Monaten nicht aus dem Golfstaat ausreisen. Ihnen drohen Haft- und Geldstrafen aufgrund ihrer ungültigen Aufenthaltstitel oder wegen eines illegalen Grenzübertritts. In den nächsten sechs Monaten können sie straffrei nach Indien zurückkehren. Etwa 30.000 Inder profitieren von der Regelung. Rund 80 % der etwa 6 Mio. Einwohner in den Emiraten sind Ausländer, 29 % bzw. 1,75 Mio. sind Inder. Seit der Weltwirtschafts- und Finanzkrise ist der Wirtschaftsboom in den VAE eingebrochen und der Staat überwacht die Einhaltung der Einwanderungsgesetze strenger.

Australien: Unruhen in Flüchtlingslagern

In einem Flüchtlingslager in Sydney ist es Ende September zu Protesten gekommen. Neun chinesische Einwanderer, die teils mit Studentenvisa, teils illegal ins Land eingereist waren, drohten damit, vom Dach des Villawood Detention Centres zu springen, wenn ihnen kein dauerhafter Aufenthaltsstatus gewährt werde. Einwanderungsminister Chris Bowen (Labor Party) stellte klar, dass sich die Regierung keinesfalls erpressen ließe: "Proteste beeinflussen die Visa-Vergabe nicht." Zuvor war ein Einwanderer von den Fidschi-Inseln tatsächlich von dem Dach gesprungen und gestorben. Nach den chinesischen Einwanderern stieg noch eine Gruppe von Tamilen aus Sri Lanka auf ein Dach im Lager, das sie nach Verhandlungen mit Beamten schließlich wieder verließen. Die rebellierenden Ausländer sollen nun ausgewiesen werden. Die Lebensbedingungen in australischen Einwanderungslagern werden seit langem von Menschenrechtsorganisationen kritisiert (vgl. MuB 3/02).
www.immi.gov.au