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Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.5.2010

Deutschland: Bevölkerungsrückgang

Während die Zahl der Geburten in Deutschland weiter abnimmt, steigt die Zahl der Neugeborenen mit ausländischen Eltern. Da die Sterbefälle erneut deutlich über den Geburtenzahlen lagen, schrumpfte die deutsche Bevölkerung im vergangen Jahr auf unter 82 Mio. Menschen.

Die Zahl der lebend geborenen Kinder in Deutschland ist im vergangenen Jahr von 683.000 (2008) auf 651.000
(-32.000, -3,6%) zurückgegangen. Zugleich starben 2009 842.000 Menschen (2008: 844.000; -0,2%). Damit wurden 2009 etwa 191.000 Kinder weniger geboren als Menschen verstarben. In 2008 lag der Saldo aus lebend geborenen Kindern und Sterbefällen noch bei rund –161.000.

Auch für den Wanderungssaldo wird für 2009 ein negatives Ergebnis erwartet. Sollte sich diese Erwartung bestätigen, ist die Bevölkerung in der Bundesrepublik aufgrund der negativen Geburten- und Wanderungssaldi im vergangenen Jahr auf circa 81,7 Mio. gesunken (2008: 82 Mio.).

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) führt den Geburtenrückgang darauf zurück, dass es in Deutschland weniger Frauen im gebärfähigen Alter gibt. Allein in den vergangenen vier Jahren sei die Zahl der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren in Deutschland um mehr als eine halbe Million gesunken. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau im gebärfähigen Alter bleibe aber weitgehend stabil, betonte die Ministerin. Schröder zufolge setzt die Koalition auf das Elterngeld und den Ausbau der Kinderbetreuung, um die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.

Wie das Statistische Bundesamt außerdem mitteilte, stieg 2008 die Zahl der Neugeborenen mit mindestens einem ausländischen Elternteil. Von den 683.000 Kindern, die 2008 in Deutschland geboren wurden, besitzen 159.000 (23%) mindestens einen ausländischen Elternteil. Zehn Jahre zuvor waren dies nur 20% aller Neugeborenen. Von den 159.000 Kindern mit ausländischen Eltern kamen 64.000 Kinder aus Familien, in denen beide Eltern eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen, 95.000 Kinder aus binationalen Beziehungen mit einem deutschen Elternteil. Im Vergleich zu 2003 ist die Zahl der Neugeborenen mit zwei ausländischen Eltern zurückgegangen (-12.000), während die Zahl der Neugeborenen aus deutsch-ausländischen Beziehungen gestiegen ist (+6.000).

Der gestiegene Anteil der Neugeborenen mit mindestens einem ausländischen Elternteil an allen Neugeborenen in Deutschland ist gemäß einer Studie des Max-Planck-Instituts (MPI) aus dem vergangenen Jahr die Folge von Zuwanderung. Die Wissenschaftler des Instituts für demografische Forschung des MPI fanden heraus, dass zwischen 1997 und 2006 in den untersuchten Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien die nationalen Geburtenzahlen allein durch die Geburten der Zuwanderbevölkerung um 3 bis 6% gesteigert wurden. Unter diesen Bedingungen würde sich ein negativer Wanderungssaldo doppelt negativ auf die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland auswirken.