Schüler stellen am 12.06.2013 in der Ernst-Schering-Schule in Berlin Prominenten Fragen bei einer Veranstaltung im Rahmen der Aktion "Gewalt verhindern - Integration fördern".

1.11.2009

Kurzmeldungen – Welt

Deutlicher Ansieg der Abschiebungen aus Kanada, die Versuche der sozialistischen Regierung, mit dem Rückkehrerprogramm "Bienvenidos a Casa" ecuadorianische Auswanderer zur Rückkehr zu bewegen und teils gewaltsame Ausweisungen angolanischer Flüchtlinge aus dem Kongo.

Sri Lanka: Umsiedelung

Die Regierung Sri Lankas hat bis Januar 2010 die Rückführung von fast 300.000 tamilischen Binnenflüchtlingen in ihre Heimatdörfer versprochen. Zunächst müsse jedoch sichergestellt werden, dass die Gebiete im Nordosten des Landes nicht länger vermint seien, erklärte Präsident Mahinda Rajapaksa (SLFP-Partei) Mitte Oktober nach Gesprächen mit dem UN-Sekretär für politische Angelegenheiten Lynn Pacsoe. Auch könnten die Tamilen nicht aus den Flüchtlingslagern entlassen werden, solange die Rebellen unter ihnen nicht gefasst seien. Die sri-lankische Regierung wurde international dafür kritisiert, dass sie die Flüchtlinge in überfüllten Lagern wie Gefangene festhält. Der 25 Jahre währende Bürgerkrieg in Sri Lanka endete im Mai 2009 mit dem Sieg der sri-lankischen Armee über die tamilischen Einheiten (vgl. MuB 7/06).
www.unhcr.ch

Kanada: Mehr Abschiebungen

Die Zahl der Ausländer, die pro Jahr aus Kanada abgeschoben wurden, ist von über 8.300 im Jahr 1999 auf über 12.700 im Jahr 2008 gestiegen. Drei Viertel der Abgeschobenen waren abgelehnte Asylbewerber. Vor allem die Zahl der Anträge von Asylbewerbern aus Mexiko ist zwischen 1999 und 2008 fast um das Neunfache auf über 9.300 gestiegen. Über 90 % der Asylanträge von Mexikanern werden abgelehnt. Die übrigen Ausländer wurden aus Sicherheitsgründen oder wegen eines Strafdelikts abgeschoben. Die kanadische Regierung erklärt den Anstieg mit der starken Zunahme von Asylanträgen um knapp 20.000 pro Jahr auf fast 37.000. Flüchtlingshilfsorganisationen führen die hohen Abschiebungszahlen dagegen auf ein "aggressives" Asylsystem zurück, das alle Möglichkeiten zur Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern ausschöpfe. Sie fordern u. a. die Einrichtung eines geregelten Widerspruchsverfahrens.
www.cic.gc.ca

OECD: Schlechtere Chancen

Kinder von Einwanderern sind im Vergleich zu Kindern von Einheimischen überdurchschnittlich oft arbeitslos. Dies hat eine Ende Oktober von der OECD vorgestellte vergleichende Studie über die Arbeitsmarktsituation von Einwanderern der so genannten zweiten Generation in 16 OECD-Staaten festgestellt. Dieses Ergebnis lässt sich nicht allein mit dem durchschnittlich schlechteren Ausbildungsniveau von Einwandererkindern und sozio-demographischen Merkmalen erklären. Weitere mögliche Gründe für den geringeren Erfolg auf dem Arbeitsmarkt sind laut der Studie weniger gute Netzwerke und geringeres Wissen über das Funktionieren des Arbeitsmarktes, Diskriminierung und Arbeitsmarktinstitutionen, die Migrantenkinder eher benachteiligen. In Deutschland ist der Rückstand bei der Beschäftigung erstaunlicherweise bei Akademikern und Personen mit einer höheren beruflichen Bildung sogar besonders groß.
www.oecd.org

Ecuador: Regierung wirbt um Rückkehr

Die Regierung unter dem sozialistischen Präsidenten Rafael Correa (Alianza PAIS) versucht, mit dem Rückkehrerprogramm "Bienvenidos a Casa" ecuadorianische Auswanderer zur Rückkehr zu bewegen, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzubringen. Die nationale Migrationsbehörde SENAMI wirbt mit Steuererleichterungen. Rückkehrer, die ein Unternehmen gründen, erhalten zudem günstige Kredite. Das Programm wurde im August 2008 gestartet, die Resonanz ist bisher schwach. Aus den USA, wo nach Angaben des US-Zensusbüros knapp 600.000 ecuadorianische Einwanderer leben, kehrten von Januar bis August 2009 nur 384 Familien zurück. Weltweit waren es nach Angaben von SENAMI rund 8.600 Familien. Experten erklären die geringe Rückwanderung damit, dass auch diese Länder von der Wirtschaftskrise betroffen sind. Ab Anfang 2010 will die Regierung Ecuadors Heimkehrern weitere Krediterleichterungen gewähren.
www.senami.gov.ec

Angola/Kongo: Ausweisungen & Rückkehr

Zehntausende angolanische Flüchtlinge sind von kongolesischen Sicherheitskräften seit Mitte Oktober teils gewaltsam aus dem Kongo nach Angola zurückgeschickt worden. Wie das UNHCR berichtet, sind mehrere tausend weitere Flüchtlinge aus Sicherheitsgründen freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Die meisten Personen sollen aus der Bas-Kongo-Provinz im Westen des Landes kommen. Nach Angaben der angolanischen Regierung ist die Zahl der Rückkehrer inzwischen auf über 50.000 Personen gestiegen. Dies steht nach UN-Angaben im Zusammenhang mit den massenhaften Ausweisungen von kongolesischen Flüchtlingen aus Angola, bei denen es ebenfalls zu Gewaltanwendungen gekommen sein soll. Das UNHCR schätzt die Zahl der seit Dezember 2008 aus Angola vertriebenen Kongolesen auf 160.000. Inzwischen haben sich beide Regierungen auf einen Stopp der Maßnahmen geeinigt.
www.unhcr.org/