Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.

5.12.2005 | Von:
Philipp Kreisselmeier

Italien

Klangvolle Namen

Im anschließenden halben Jahrzehnt als Nationaltrainer hatte Sacchi allerdings ein weniger glückliches Händchen; in diese Zeit fallen nur der für die Gastgeber eher enttäuschende dritte Platz bei der WM 1990 in Rom (hinter Deutschland und Argentinien) und die mit Ach und Krach erreichte Final-Teilnahme vier Jahre später in den USA (mit einer Niederlage gegen Brasilien im Elfmeterschießen).

Arrigo Sacchi war jedenfalls ein Name, den deutsche Sportreporter sich genüsslich auf der Zunge zergehen ließen; ebenso wie - in den verschiedenen Epochen - Boninsegna, Mazzola und Rivera, Maldini. Gianni Rivera, geboren 1943, hieß in seiner Heimat "der Goldjunge" (italienisch: il Golden Boy), seit er im zarten Alter von 16 Jahren sein erstes Serie-A-Spiel bestritt. In seiner 19-jährigen Karriere in der Oberklasse erzielte er in 527 Partien 128 Tore, wurde später Vizepräsident seines Clubs, des AC Mailand, und ging anschließend in die Politik: In den Mittelinksregierungen der Jahre 1996 bis 2001 bekleidete er den Posten eines Staatssekretärs im Verteidigungsministeriums. Heute, im (italienischen) Rentenalter, ist er Berater der Stadt Rom in Sportfragen.

Klangvolle Namen wären noch viele zu nennen – nur die Torhüter Italiens heißen ganz unmelodiös. Da ist - Sepp Maier möge verzeihen - der größte Keeper des 20.Jahrhunderts, Dino Zoff, mit 112 Länderspielen, vier Weltmeisterschaften (darunter der von Italien gewonnenen von 1982) und einer anschließenden Trainer-Laufbahn unter anderem bei Juventus (UEFA-Cup 1990) und - als Nachfolger von Cesare Maldini und Vorgänger von Giovanni Trapattoni - der Nationalmannschaft. Oder die heutige Nummer 1 Gianluigi Buffon, für den die höchste Ablösesumme gezahlt worden ist, die je beim Verkauf eines Torwarts den Besitzer gewechselt hat, über 52 Millionen Euro, und dem ein weiterer Weltklasse-Mann, Francesco Toldo, in der Nationalmannschaft den Stammplatz zwischen den Pfosten streitig macht.