Rasenstück mit Sonderbriefmarke zur Fußball WM 2006 in Deutschland. Auf der Briefmarke ist das Maskottchen Goleo im Trikot der deutschen Nationalmannschaft zu sehen.
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24.4.2006 | Von:
Eduard Hoffmann
,
Jürgen Nendza

Chronologie des Frauenfußballs

Die Chronologie zeigt die Entwicklung des Frauenfußballs in Europa und speziell in Deutschland und der DDR auf. Der Zeitraum reicht von 1894 bis 2005.

Die Anfänge des Frauenfußballs in Europa

1894
Nettie Honeyball gründet mit den "British Ladies" Englands erstes Frauenfußballteam.

1895
10.000 Zuschauer sehen in London das erste Frauenfußballspiel zwischen Süd-England und Nord-England.

1912
Mit "Femina Paris" wird Frankreichs erster Damenfußballclub gegründet.

1917
Der Frauenfußball boomt in England. Munitionsarbeiterinnen gründen 1917 die legendären "Dick Kerr's Ladies". Frauenfußballspiele finden auf der Insel als Wohltätigkeitsspiele statt.

Aus "Montag mit dem Sport-Montag", Wien 1924Aus "Montag mit dem Sport-Montag", Wien 1924 (© Aus "Montag mit dem Sport-Montag", Wien 1924 )















1918/1919
In Frankreich wird die erste Frauenfußball-Meisterschaft ausgetragen.

1919
Der Französische Fußballverband (FFF) wird gegründet. Er weigert sich, Fußballerinnen aufzunehmen.

1920
In Everton spielen Dick Kerr's Ladies gegen St. Helen vor 53.000 Zuschauern.

1921
Der englische Fußball-Dachverband, die "Football Association" (F.A.), verbietet seinen Vereinen, Plätze für Frauenfußball zur Verfügung zu stellen.

Aus "Sport und Sonne", Nr. 6, 1925Aus "Sport und Sonne", Nr. 6, 1925

















1923
Das Team der Dick Kerr's Ladies hat die stolze Summe von 70.000 Pfund für wohltätige Zwecke eingespielt. – In Österreich ruft Nationalspieler Ferdinand Swatosch zur Gründung eines Damenfteams auf. 150 Spielerinnen melden sich.

1924
Mehrere Frauenfußball-Matches in Wien.

1935
Gründung der "Österreichischen Damenfußball Union".

1936
Erste österreichische Damenfußballmeisterschaft.

Frauenfußball in Deutschland

1925
Frauen spielen in Reihen des "Arbeiter-, Turn- und Sportbundes" (ATSB) Fußball.

1930
Lotte Specht gründet mit dem 1. DFC Frankfurt Deutschlands ersten Frauenfußballclub.

1931
Der 1.DFC Frankfurt wird aufgelöst.

1955
Vor allem im Ruhrgebiet gründen sich Damenfußballvereine. Die Spiele finden teilweise großes Zuschauerinteresse. Am 30.7. verbietet der DFB seinen Vereinen, Plätze für Damenfußballspiele zur Verfügung zu stellen und Damenfußballabteilungen zu gründen.

Die Mannschaft von Rhenania Essen, 1956Die Mannschaft von Rhenania Essen, 1956














1956
Trotz DFB-Verbots folgen weitere Vereinsgründungen, u.a. von Rhenania Essen und Fortuna Dortmund. Im September findet in Essen vor 18.000 Zuschauern das erste (inoffizielle) Damenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Holland statt (2:1).

1965
Von 1956 bis 1965 werden mehr als 150 inoffizielle Damenfußball-Länderspiele ausgetragen, u.a. gegen England, Österreich, Italien und Holland.

1968
In Frankfurt gründet sich der hessische Frauenfußballverein "SG Oberst Schiel", der im hessischen Raum Frauen-Fußballpionierarbeit leistet.

1970
Zwischen 40.000 und 60.000 Mädchen und Frauen kicken nach Schätzungen abseits vom DFB. Im Sommer findet in Italien die erste inoffizielle Damen-Fußballweltmeisterschaft statt. Als Vertreter Deutschlands wird das Frauenteam vom SC 07 Bad Neuenahr eingeladen. Am 31.10. hebt der DFB sein Damenfußball-Verbot auf.

1971
Am 21.3. findet in Hamburg mit 28 Teams die erste Stadtmeisterschaft statt. Der DFB zählt 112.000 weibliche Mitglieder.

1973
In Endspiel um den "Goldpokal" (inoffizieller Meisterpokal) schlägt TuS Wörrstadt den FC Bayern München mit 3:1.

1974
Erste offizielle Deutsche Frauenfußball-Meisterschaft: TuS Wörrstadt schlägt im Finale Eintracht Erle (Gelsenkirchen) in Mainz vor 4.000 Zuschauern mit 4:0.

1976
Mit Tina Theune-Meyer erwirbt erstmals eine Frau in Deutschland eine Trainer-Lizenz.

1981
Einführung der Pokalrunde. Erster Pokalsieger wird die SSG Bergisch-Gladbach.

1982
Erstes Spiel der DFB Frauenfußball-Nationalelf. Deutschland besiegt die Schweiz vor 5.500 Zuschauern in Koblenz mit 5:1. Bundestrainer ist Gero Bisanz.

1989
Deutschland gewinnt im eigenen Land die Europameisterschaft. Im Herbst richtet der DFB einen "Ausschuß für Damenfußball" ein. Vorsitzende wird Hannelore Ratzeburg, die schon seit 1977 im DFB-Spielausschuss die Belange des Frauenfußballs vertreten hatte.

1990
Einführung der zweigleisigen Bundesliga.

1991
Deutschland wird bei der ersten Frauenfußball-WM in China Vierter. In Dänemark verteidigt das Nationalteam seinen Europameisterschafts-Titel.

1992
Der DFB zählt inzwischen rund 535.000 weibliche Mitglieder.

1995
Deutschland wird bei der WM in Schweden Vizeweltmeister und im eigenen Land erneut Europameister. Hannelore Ratzeburg kommt als erste Frau in den DFB-Vorstand.

1996
Tina Theune-Meyer löst Gero Bisanz ab und wird Bundestrainerin.

1997
Bei der EM in Norwegen und Schweden gewinnt Deutschland erneut den Titel. Die eingleisige Bundesliga mit 12 Teams wird eingeführt.

1998
Heidi Mohr wird zu "Europas Fußballerin des Jahrhunderts" gewählt.

2000
Deutschland gewinnt bei den olympischen Spielen in Australien die Bronze-Medaille.

2001
Deutschland wird im eigenen Land Europameister. In den USA startet mit der WUSA, der "Women's United Soccer Association", die erste Frauenfußball-Profiliga. Die Nationalspielerinnen Bettina Wiegmann, Maren Meinert und Doris Fittchen werden von amerikanischen Clubs unter Vertrag genommen. Später folgen weitere deutsche Spielerinnen.

2002
Der 1. FFC Frankfurt gewinnt den neu eingeführten europäischen Meisterpokal der Frauen, den UEFA-Cup.

2003
Deutschland wird in den USA Fußballweltmeister. Birgit Prinz wird erstmals zur Weltfußballerin des Jahres gekürt.

2004
Deutschland gewinnt bei den olympischen Spielen in Griechenland die Bronze-Medaille. Der DFB führt eine zweigleisige 2. Bundesliga ein. Birgit Prinz wird erneut Weltfußballerin des Jahres.

2005
Turbine Potsdam gewinnt den UEFA-Pokal. Unter dem Titel "Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" findet in Köln der bundesweit erste Kongress für Mädchen- und Frauenfußball statt. Deutschland wird bei der EM in England zum sechsten Mal Europameister. Zum dritten Mal in Folge erhält Birgit Prinz die Auszeichnung "Weltfußballerin des Jahres". Der DFB zählt bereits 870.000 weibliche Mitglieder. Silvia Neid löst Tina Theune-Meyer als Bundestrainerin ab.

Frauenfußball in der DDR

1968
Der bulgarische Student Vladimir Zwetkov gründet mit der BSG Empor Dresden-Mitte das erste Frauenfußballteam. Im gleichen Jahr gründet sich die BSG Chemie Leipzig.

1969
Zwischen Empor Mitte-Dresden und Empor Possendorf findet vor 1.600 Zuschauern das erste Frauenfußballspiel in der DDR statt.

1970
In Dresden kicken acht Teams in einer Stadtliga um die Stadtmeisterschaft.

1971
Bereits 150 Frauenteams sind am Ball. Turbine Potsdam wird gegründet.

1979
Der Fußball-Verband der DDR, der DFV, beschließt die "Ermittlung der DDR-Besten-Frauenmannschaft". Erster DDR-Besten-Sieger wird die BSG Motor Karl-Marx Stadt.

1981
360 Frauenteams kicken in der DDR. DDR-Besten-Sieger wird Turbine Potsdam.

1990
Erstmals wird die DDR-Meisterschaft ausgespielt. Erster und einziger Meister wird die BSG Post Rostock. Am 9. Mai. findet in Potsdam das einzige Länderspiel der DDR-Nationelf statt. Gegner ist die Auswahl der CSFR, die die Partie mit 3:0 gewinnt.
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