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Erölraffinerie bei Usinsk, Russland.

30.4.2008 | Von:
Detlef Virchow

Die Erhaltung der Agrobiodiversität

Grenzen der Erhaltung der Agrobiodiversität

Der Prozess zur Erhaltung der nutzpflanzenbasierten Agrobiodiversität ist zirka zehn Jahre dem Prozess im tiergenetischen Bereich voraus. Jedoch gibt es deutliche Parallelen zwischen beiden, folglich können Schlussfolgerungen für beide gemeinsam gezogen werden.

Die Kombination beider Erhaltungsformen ist notwendig, um die unterschiedlichen Ziele der Erhaltungder Agrobiodiversität auf Länder- wie auch auf internationaler Ebene sicherzustellen. Um den Nutzen der GREL in Zukunft zu gewährleisten, aber auch den leichten Zugang für die aktuelle Zucht zu ermöglichen, bedarf es einer sicheren langfristigen ex-situ-Erhaltung sowie der Lagerung von GREL in ex-situ-Arbeitskollektionen. Um aber die Anpassung der Kultursorten und Haustierrassen an sich verändernde (Umwelt-) Bedingungen zu ermöglichen, bedarf es des regelmäßigen und langfristigen Anbaus und Haltung in-situ.

Wichtig ist dabei vor allem, dass die Erhaltungsmaßnahmen und -strategien kosteneffizient sind. So stellt sich die Frage, ob jedes Land ex-situ-Erhaltungseinrichtung bereitstellen muss. Weiterhin muss auch bei den in-situ-Erhaltungsaktivitäten darauf geachtet werden, dass diese teilweise hohe Opportunitätskosten aufwerfen, die in manchen Ländern nicht gerechtfertigt sind.

Die wichtigste aktuelle Funktion der Agrobiodiversität ist es, die marginalisierten und Kleinlandwirte mit der notwendigen Diversität zu versorgen, so dass sie ihr Produktionsrisiko minimieren und auch unter widrigen bis extremen Umweltbedingungen stabile Erträge nachhaltig erzielen können. Daher ist es sinnvoll, überall dort, wo die Vielzahl der traditionellen einen komperativen Vorteil zu den modernen Sorten und Rassen aufweisen, diese zu erhalten und deren Nutzung zu fördern. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass die Erhaltung der Agrobiodiversität nicht auf Kosten, sondern nur zum Nutzen dieser Landwirte erfolgen kann, d.h. einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Bauern ermöglichen soll. Treten jedoch allgemeine Entwicklungsprozesse ein, insbesondere verbesserte Marktintegration, technische Verbesserungen und (infrastrukturelle) Entwicklungen der Region, so darf die Förderung der Agrobiodiversität dieser Entwicklung nicht im Wege stehen. Durch eine gezielte und gut kombinierte ex-situ- und in-situ-Erhaltungsstrategie ist es möglich, auch bei einer landwirtschaftlichen Entwicklung mit ihrer einhergehenden Verengung des Genpools in den landwirtschaftlichen Betrieben die allgemeine Agrobiodiversität und deren Nutzung für zukünftige Generationen zu erhalten.

Quelle: Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 3/2008)


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