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Afrika

5.12.2005 | Von:

Vorkoloniale politische Organisationsformen

Bedeutung für heute

Welche Bedeutung diese so unterschiedlichen vorkolonialen Organisationsformen etwa heute noch für die Demokratisierung haben, ist schwer zu ermessen. In der Literatur gibt es klare Thesen, daß die akephalen Gesellschaften ein größeres Widerstandspotential gegen die koloniale Unterwerfung hatten als etwa die zentralisierten Gesellschaften. Der Grund liegt darin, daß sie schwerer als zentralisierte Gesellschaften zu kontrollieren waren. Dies legt die Vermutung nahe, daß sich ihre libertinäre politische Kultur auch gegen andere Formen des Autoritarismus stellt.

Ob sich dies schließlich auch positiv im Sinne der Demokratisierung auswirkt, dazu gibt es bisher keine schlüssigen Untersuchungen. Auf der anderen Seite ist hingegen zu beobachten, daß es bei einigen ehemals zentralisierten Gesellschaften wie denen der Ganda bis heute politische Tendenzen gibt, die auf die zentrale Autorität des alten Königtums setzen und Formen konstitutioneller Monarchie etablieren wollen.

In dieser Debatte ist indessen zu berücksichtigen, daß die Kolonialzeit und die oft mehrere Jahrzehnte autoritäre Herrschaft nach der Unabhängigkeit ihre eigenen Spuren hinterlassen haben, die für die Demokratie kaum als förderlich angesehen werden können.


Die Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen wird immer wieder neu ausgehandelt. Welche Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte gibt es, die im Kampf um "historische Wahrheiten" häufig an den Rand gedrängt wurden? Wie wirkt das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nach?

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