Afrika

20.5.2005 | Von:

Von der Kornkammer zum Industrieraum

Tertiärer Sektor

Konrad Schliephake

Wesentlich dynamischer als die Industrie ist der tertiäre Sektor. Hierzu gehört die Verkehrsinfrastruktur mit überall gut ausgebauten Straßen und zahllosen Transporteuren als Kleinunternehmern. Den staatlichen Eisenbahnen, deren Trans-Maghreb-Achse nach Libyen verlängert werden soll, fehlt dagegen ein Modernisierungsschub und bessere Verknüpfung der nationalen Netze. Sie sind noch stark (bzw. in Mauretanien ausschließlich) auf den Rohstoffexport zur Küste hin orientiert. Der nationale und internationale Ferntransport erfolgt mit – meist noch staatlichen – Buslinien und nationalen Fluggesellschaften.

Zum tertiären Sektor zählt weiterhin der Handel. Wie in Europa sind Verlagerungstendenzen aus den Innenstädten zu neuen formellen (Einkaufszentren) und informellen (Budenmärkte) Standorten an den Peripherien der Siedlungen zu beobachten. Ein wichtiger (statistischer) Teilbereich des tertiären Sektors waren bislang die Angestellten des Staates (Verwaltung, Schule, Gesundheitsdienste) und das Militär. So sind noch heute circa drei Viertel der libyschen Erwerbstätigen beim Staat beschäftigt. Mit zunehmender Liberalisierung und Privatisierung wird der Anteil in Zukunft jedoch wieder zurückgehen.

Industrie und tertiärer SektorIndustrie und tertiärer Sektor (© bpb)
Trotz der Bedenken traditionalistischer Kreise haben Tunesien und Marokko einige Küstenregionen dem Massentourismus geöffnet. Der reale ökonomische Beitrag ist schwer abzuschätzen, immerhin erbrachten 1998 in Marokko zwei Millionen und in Tunesien 4,7 Millionen ausländische Touristen jeweils 1,5 Milliarden US-Dollar an Einnahmen. Ob der Fremdenverkehr jedoch das ökonomische Zaubermittel zur Lösung der strukturellen Krisen ist, die sich in offiziellen Arbeitslosenraten zwischen 16 Prozent (Tunesien) und fast 30 Prozent (Algerien) ausdrücken, sei dahingestellt.


Die Geschichte des Kolonialismus und seiner Folgen wird immer wieder neu ausgehandelt. Welche Gegenerzählungen zur westlichen Kolonialgeschichte gibt es, die im Kampf um "historische Wahrheiten" häufig an den Rand gedrängt wurden? Wie wirkt das koloniale Zeitalter in ehemaligen Kolonialstaaten und anderen Gesellschaften nach?

Mehr lesen

Dossier

Afrikanische Diaspora in Deutschland

In Texten und Bildern spiegelt dieses Dossier eine eigenständige Schwarze Geschichte wider, die einen integralen Bestandteil der deutschen Vergangenheit und Gegenwart darstellt.

Mehr lesen

Dossier

Innerstaatliche Konflikte

Vom Kosovo nach Kolumbien, von Somalia nach Süd-Thailand: Weltweit schwelen über 280 politische Konflikte. Und immer wieder droht die Lage gewaltsam zu eskalieren.

Mehr lesen

Eine Farm im Nordosten Kenias im Jahre 1938. Die aus Deutschland von den Nazis vertriebene Jüdin Jettel Redlich steht vor der unscheinbaren Wellblechfarm ihres Mannes. Kinofenster.de bietet passende filmpädagogische Begleitmaterialien für den Schulunterricht.

Mehr lesen auf kinofenster.de