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Afghanen nach einer Bombenexplosion am 14. November 2010 in Dschalalabad, östlich von Kabul.

29.9.2020 | Von:
Thomas Ruttig

Konfliktporträt

Ein Abkommen zwischen USA und Taliban von Februar 2020 sieht den Abzug der US-Truppen bis April 2021 vor. Bedingung sind innerafghanische Friedensgespräche. Die Gewalt hat sich seitdem kaum abgeschwächt. Ein einseitiger US-Abzug bei sich hinziehenden oder scheiternden Verhandlungen könnte zum Systemzusammenbruch führen.

Vertreter der US-Regierung und der Taliban am Verhandlungstisch in Doha/Katar 25.02.2020Vertreter der US-Regierung und der Taliban am Verhandlungstisch in Doha/Katar 25.02.2020. Als Folge des Abkommens zwischen den USA und den Taliban vom 29.02.2020 stellten beide Seiten ihre gegenseitigen Angriffe ein. (© picture-alliance/AP)

Aktuelle Konfliktsituation

Bei der um mehrere Monate verspäteten Präsidentenwahl am 28. September 2019 standen sich wie schon 2014 Amtsinhaber Aschraf Ghani und sein De-facto-Kabinettschef Abdullah Abdullah [1] gegenüber. Die Parlamentswahlen hatten mit sogar dreijähriger Verspätung erst im Oktober 2018 stattgefunden. Die Präsidentschaftswahlen endeten wegen Manipulationsvorwürfen wiederum ohne ein von beiden Seiten akzeptiertes Ergebnis. Nach monatelangem Tauziehen erklärte die nationale Wahlkommission einseitig Ghani zum Sieger. Schließlich willigte Abdullah in eine Neuauflage seiner Koalition mit Ghani ein, übernahm diesmal aber kein Regierungsamt, sondern den Vorsitz im neuen Obersten Rat für Nationale Versöhnung. Damit ist er für die geplanten Friedensgespräche mit den Taliban zuständig. Der Wahltag war mit 643 Zwischenfällen der gewalttätigste seit 2004. Distrikt- und Provinzratswahlen wurden erneut verschoben.

Krieg und politische Dauerkrise führten seit 2014 zu einer Wirtschaftskrise bei wieder wachsender Armut und Ungleichheit. Das Wirtschaftswachstum – von 2002 bis 2012 durchschnittlich ca. 9% – bewegt sich seither um 2% und bleibt damit unter dem geschätzten Bevölkerungswachstum. Aufgrund der Corona-Krise prognostizierte die Weltbank für 2020 einen Einbruch von 5,5 bis 7,4%.[2] Bereits jetzt leben 80% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze.[3] Afghanistan gehört weiterhin zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LLDC).

In dieser Situation wächst die Abhängigkeit von der Drogenwirtschaft, die etwa einem Achtel des Bruttoinlandsprodukts ausmacht. Mit Einnahmen daraus verringern Teile der Landbevölkerung ihre Armut, wobei diese mit ca. 1% am wenigsten profitiert. 2019 ging die Anbaufläche von Opiummohn zurück, aber der Ertrag stieg, sodass das Produktionsvolumen mit über 6.000 t (Spitzenwert 2017: 9.000 t) konstant blieb. Auf Afghanistan entfielen 2019 90% der Weltproduktion an Opium und 80% an Heroin.[4] Auch ist das Land wieder weltweit größter Haschischproduzent. Auf beiden Seiten des Konflikts profitieren Akteure von den Einnahmen, allerdings in ungleichem Maße. Nach UN-Angaben nahmen die Taliban 2016 160 Mio. US-Dollar aus der Besteuerung der Drogenwirtschaft ein; das sind lediglich 5,4% des Gesamtwertes von 3 Mrd. US-Dollar.

Der bewaffnete Konflikt zwischen der afghanischen Regierung und ihren internationalen Verbündeten auf der einen Seite und bewaffneten islamistischen Aufständischen auf der anderen Seite hielt 2019 und Anfang 2020 auf hohem, wenngleich leicht verringertem Niveau an.[5] Keine der Konfliktparteien erzielt signifikante Geländegewinne. Nach dem Bericht des UN-Sondergesandten an den UN-Sicherheitsrat "bleiben die bestehenden Trends unverändert".[6] Es herrscht weiterhin ein erodierendes Patt zugunsten der Taliban.[7] Diese sind unter den Aufständischen mit Abstand die stärkste Kraft. Sie haben zahlreiche Provinz- und Distriktzentren eingekesselt. In vielen davon herrscht eine Bedrohungslage ohne größere Kämpfe.

Der afghanisch-pakistanische Ableger des sogenannten Islamischen Staates, der sich "IS Khorasan-Provinz" (ISKP) nennt, wurde nach seiner Niederlage gegen gleichzeitige Offensiven der Taliban und Regierungstruppen im Herbst 2019 in seiner Hochburg, der Provinz Nangrahar, im Frühjahr 2020 auch in seinem Rückzugsgebiet, der Provinz Kunar, stark geschwächt. In anderen Provinzen ist die Gruppe nicht aktiv. Der IS ist aber weiter in der Lage, schwere Terroranschläge zu verüben. Hauptziel ist die schiitische Minderheit.

Die Zahl der zivilen Opfer lag 2019 mit 10.392 (davon 3.403 Tote und 6.989 Verletzte) so niedrig wie nie seit 2013. Trotzdem machte der Rückgang gerade einmal 5% im Vergleich zum Vorjahr und knapp 10% im Vergleich zum Höchststand 2016 aus. Im ersten Quartal 2020 wurden 1.293 zivile Opfer registriert; das sind weniger als in jedem Vergleichszeitraum seit 2013. Allerdings gibt es aufgrund der Methodologie (jeder Fall muss von drei unabhängigen Quellen bestätigt sein) eine sehr hohe Dunkelziffer.[8] Seit Beginn der UN-Dokumentation 2009 wurden in Afghanistan über 100.000 zivile Opfer gezählt. Die Zahl der konfliktbedingt Binnenvertriebenen (IDPs) hatte sich bis Ende 2019 auf 2,99 Mio. erhöht. 461.000 Menschen in 32 der 34 Provinzen wurden 2019 neu vertrieben. Bis Juni 2020 kamen noch einmal 86.000 hinzu.[9]

Die Verluste der afghanischen Regierungstruppen blieben hoch. Laut Regierung wurde Mitte Juni 2020 mit 291 getöteten und 550 verwundeten Militärangehörigen die verlustreichste Woche seit Beginn des Krieges 2001 verzeichnet. Die Zahl aller Kriegstoten seit 1989, dem Ende der sowjetischen Besatzung, wird auf 258.000 beziffert.[10]

Als Folge des Doha-Abkommens zwischen den USA und den Taliban vom 29.02.2020 stellten beide Seiten ihre gegenseitigen Angriffe ein. Die Taliban führten seither auch keine Terroranschläge mehr in den Städten durch.[11] Ausgenommen von der gegenseitigen Nichtangriffsvereinbarung sind die afghanischen Truppen. Dadurch haben sich die Kämpfe tendenziell in die ländlichen Gebiete verlagert. Im ersten Quartal 2020 verzeichnete die UNO erstmals keine von den US-Truppen verursachte Zivilopfer. Allerdings nahm das US-Militär seither wieder die Luftunterstützung für die afghanischen Truppen auf, und es häufen sich Fälle, in denen Regierungskräfte unterschiedslos Taliban und Zivilisten in von den Taliban kontrollierten Gebieten angreifen.

Die Zahl afghanischer Flüchtlinge nach Europa ist seit Schließung der EU-Außengrenzen drastisch zurückgegangen. 2019 verzeichneten alle EU-Länder etwa 53.000 Asylanträge von Afghanen (plus 34,8% gegenüber dem Vorjahr).[12] Wie 2019 waren Afghanen bis Ende April 2020 mit 3.000 Menschen wieder die größte Gruppe, die über das Mittelmeer Griechenland erreichte.[13]

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Ursachen und Hintergründe

Die Ursachen für die heutigen Konflikte in Afghanistan liegen in Auseinandersetzungen zwischen Modernisierungsbefürwortern und -gegnern. Sie zogen sich fast durch das gesamte 20. Jahrhundert hin und internationalisierten sich im Kontext des Kalten Krieges. Die unter König Amanullah (1919-29) entstandenen gebildeten Schichten wurden nicht in den stagnierenden, renten-orientierten Staat integriert. Aus ihren Reihen bildete sich eine auf Modernisierung dringende Reformbewegung.

Die US-geführte Intervention westlicher Staaten ab 2001 löste den Grundkonflikt nicht, sondern verstärkt ihn weiter. In ihrem Ergebnis gelangten islamisch-konservative und islamistische Kräfte in Schlüsselpositionen in Regierung, Parlament, Justiz, Sicherheitskräften und islamischer Geistlichkeit. Im Land dominiert heute ein unter dem ehemaligen Präsidenten Karzai (2001-14) geschaffenes Patronage-System. Politische Netzwerke konkurrieren um wirtschaftlichen Einfluss und knapper werdende Ressourcen. Sie bilden dabei oft mafiöse Züge aus, vor allem wenn sie mit der Drogenökonomie verbunden sind.

Rechtsstaatliche Strukturen werden von Gewalt und Korruption untergraben. Die Justiz gilt als korruptester Bereich der Staatsinstitutionen. Für demokratische Kräfte bleibt so wenig Raum. Das Parlament ist wegen des Verbots parteigestützter Fraktionen zersplittert. Konservative und Islamisten leisten Widerstand gegen als "westlich" denunzierte Reformen, etwa bei den Menschenrechten. Ex-Mudschaheddin, Ex-Taliban und Ex-Kommunisten im Parlament beschlossen 2008 eine Selbstamnestie für Kriegsverbrechen der Vergangenheit. Im Dezember 2019 von der Washington Post veröffentlichte US-Dokumente, die sogenannten Afghanistan Papers, belegen, dass die US-Führung über die gravierenden Fehlentwicklungen in Afghanistan im Bilde war, aber die Öffentlichkeit falsch unterrichtete (The Washington Post, 9.12.2019).

Ein zentraler Konfliktkatalysator ist der Grenzkonflikt mit dem Nachbarland Pakistan. Afghanistan erkennt die koloniale Grenzziehung mit der sogenannten Durand-Linie von 1893 nicht an, die das Siedlungsgebiet der Paschtunen durchtrennt, das historisch zu Afghanistan gehörte. Seit der Staatsgründung Pakistans 1947 unterstützen beide Länder gegenseitig Autonomie-, Sezessions- und ideologische Aufstandsbewegungen. Die pakistanische Unterstützung für die afghanischen Taliban ist dafür nur ein Beispiel. Pakistan rivalisiert auch mit Iran um Einfluss in Afghanistan. Zudem bestehen mit Pakistan und Iran seit Jahrzehnten ungelöste Konflikte um die Verteilung des Wassers grenzüberschreitender Flüsse.

Opiumproduktion in Afghanistan 2016Opiumproduktion in Afghanistan 2016 Hier finden Sie die Karte als hochauflösende PDF-Datei Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (mr-kartographie)

Bearbeitungs- und Lösungsansätze

Mit dem Abschluss des bilateralen US-Taliban-Abkommens in Doha (Katar) im Februar 2020 ergibt sich erstmals eine Gelegenheit, den Afghanistan-Krieg der Nach-2001-Periode durch Verhandlungen zu beenden. Die USA hatten sich zwei Jahrzehnte lang geweigert, überhaupt mit den Taliban zu verhandeln. Mehrere alternative Gesprächsansätze blieben erfolglos. Die seit 2014 amtierende Ghani-Regierung scheiterte ebenfalls mit eigenen, allerdings oft unrealistischen Ansätzen.

Ursache der neuen Entwicklung ist der Druck von US-Präsident Donald Trump auf seine eigene Diplomatie, sein Land aus einem den "langanhaltenden" Kriege zu führen und Ressourcen einzusparen. Dieser Ansatz ist jedoch US- und nicht Afghanistan-zentriert. Deshalb trifft er auf breite Kritik, vor allem in Afghanistan selbst. Kritisiert wird vor allem, dass die afghanische Regierung nicht in die getroffenen Vereinbarungen einbezogen wurde und sowohl die politische Opposition als auch zivilgesellschaftliche Kräfte kaum beteiligt waren. Diese bewerten diesen Lösungsansatz als "Ausverkauf an die Taliban".

Die Vereinbarungen von Doha stellen einen Abzug der US- und aller anderen ausländischen Truppen in Aussicht. Im Gegenzug sichern die Taliban zu, die Aktivitäten weltweit agierender dschihadistischer Terrorgruppen, wie al-Qaida und IS, in Afghanistan zu unterbinden. Zudem erklären sie sich bereit, nach Ende des Abzugs innerafghanische Verhandlungen über ein Ende des Krieges und das künftige politische System im Land zu beginnen. Es ist aber nicht klar, ob sie die Regierung in Kabul als offiziellen Verhandlungspartner akzeptieren. Die USA sind ihnen deshalb entgegengekommen und haben in Doha nur die Teilnahme einer "breiten" Verhandlungsdelegation der "afghanischen Republik" festgeschrieben. Das widerspiegelt auch die Interessen der Opposition und Zivilgesellschaft im Land.

Die erste Phase des Truppenabzugs, eine Reduzierung auf etwa 8.600 US-Soldaten, wurde bereits im Juni 2020 abgeschlossen.[14] Der bis April 2021 vorgesehene völlige Rückzug ist an die Bedingung geknüpft, dass bis dahin innerafghanische Friedensgespräche begonnen haben. Auch die anderen Entsendeländer werden in diesem Fall ihre Truppen abziehen. Doch die Langwierigkeit und das eventuelle Scheitern direkter Verhandlungen könnten Trump dazu veranlassen, den Abzug ohne belastbare Vereinbarung über eine stabile Nachkriegsordnung zu befehlen. Dies könnte zu einem Systemzusammenbruch führen, vor allem wenn damit auch Militär- und sonstige Hilfen, etwa für soziale Systeme, drastisch reduziert würden.

Die Taliban lehnten Direktgespräche mit Kabul vor Ende des US-Abzugs ab, stimmten dann aber dem Beginn solcher Gespräche bereits für März 2020 zu. Diese mussten verschoben werden, nachdem sich ein als vertrauensbildende Maßnahme vereinbarter Gefangenenaustausch verzögerte.

Karte von AfghanistanKarte von Afghanistan PDF-Icon Hier finden Sie die Karte als hochauflösende PDF-Datei Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (Kämmer-Kartographie)

Konfliktgeschichte

Der afghanische Staat begann 1973 zu wanken, als die Monarchie unzureichend auf eine mehrjährige Dürreperiode reagierte und durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Der Umsturz beendete eine 40-jährige Periode weitgehenden inneren Friedens. Gegen einen weiteren Staatsstreich afghanischer Kommunisten am 27. April 1978 und ihre von oben verordneten Reformen formierte sich schnell breiter Widerstand. Es begann ein langer Bürgerkrieg. Bereits existierende kleine Guerillagruppen erhielten die Unterstützung Pakistans. Die Entsendung sowjetischer Truppen Ende 1979 internationalisierte die Auseinandersetzungen. Die Mudschaheddin-Gruppen wurden über Pakistan von den USA und Saudi-Arabien militärisch und finanziell unterstützt. Pakistan förderte einseitig islamistische Fraktionen und drängte säkulare linke, nationalistische und monarchistische Widerstandsgruppen ins Abseits.

Nach dem sowjetischen Truppenabzug im Februar 1989, dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 und der Einstellung der Finanzhilfe an Kabul durch Russland im Folgejahr übernahmen die Mudschaheddin im April 1992 die Herrschaft in Kabul. Versuche verschiedener Fraktionsführer, die Macht zu monopolisieren, mündeten in eine neue Phase von Fraktionskriegen. Dies nutzten die von Pakistan unterstützten Taliban, um schrittweise die Macht zu übernehmen. Im Jahr 1996 nahmen sie Kabul ein, riefen ein Islamisches Emirat aus und gewährten Al-Qaida-Gruppen Zuflucht. Die Radikalität der Taliban und die Verletzung internationaler Standards der Menschenrechte führten in die außenpolitische Isolation. Nach dem 11. September 2001 wurde das Regime zum ersten Ziel des "Kriegs gegen den Terror" der Bush-Administration, weil es sich weigerte, Al-Qaida-Anführer Osama bin Laden, den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, auszuliefern.

Mit dem "Bonner Prozess" auf der Grundlage des Petersberger Abkommens vom 5. Dezember 2001 begann der Neuaufbau politischer Institutionen, die dem Staat seine Handlungsfähigkeit zurückgeben sollte. Formal wurde mit regelmäßigen, wenn auch oft verspäteten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen ab 2004 bzw. 2005 eine demokratische Transition eingeleitet. Korruption, Ineffizienz und mangelnde Bereitschaft zur Machtteilung haben jedoch verhindert, dass sich demokratische Strukturen konsolidieren.

Literatur

Bittlingmayer, Uwe H. et al (Hrsg.) (2019): Education and Development in Afghanistan. Challenges and Prospects, Bielefeld: transcript.

Braithwaite, Rodric (2011): Afgantsy: The Russians in Afghanistan 1979-89, London: Profile Books.

Centlivres-Demont, Micheline (Hrsg.) (2015): Afghanistan: Identity, Society and Politics Since 1980, London: I.B. Tauris.

Clark, Kate (2020): The Cost of Support to Afghanistan: Considering inequality, poverty and lack of democracy through the ‘rentier state’ lens. Afghanistan Analysts Network.

Cordovez, Diego/ Harrison, Selig S. (1995): Out of Afghanistan: The Inside Story of the Soviet Withdrawal, New York and Oxford: Oxford University Press.

Crews, Robert D. (2015): Afghan Modern: The History of a Global Nation, Cambridge and London: Harvard University Press.

Coll, Steve (2004): Ghost Wars: The Secret History of the CIA, Afghanistan, and Bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2011, New York. Penguin Press.

Daxner, Michael (Hrsg.) (2014): Deutschland in Afghanistan, Oldenburg. BIS-Verlag der Carl von Ossietzky Universität.

Giustozzi, Antonio (2009): Decoding the New Taliban: Insights from the Field, London: Hurst C & Co Publishers Ltd.

Harpviken, Kristian Berg/ Tadjbakhsh, Shahrbanou (2016): A Rock Between Hard Places: Afghanistan as an Arena of Regional Insecurity, London: Hurst C & Co Publishers Ltd.

Kakar, M. Hassan (1995): Afghanistan: The Soviet Invasion and the Afghan Response, 1979-1982, Berkeley, Los Angeles, London: University of California Press.

Loy, Thomas/ Günther, Olaf (Hrsg.) (2015): Begegnungen am Hindukusch. edition tethys.

Maley, William (2009): The Afghanistan Wars (Second Edition), Houndmills. Palgrave Macmillan.

Mansfield, David (2016): A State Built On Sand: How Opium Undermined Afghanistan, London: Hurst C & Co Publishers Ltd.

Monsutti, Alessandro (2005): War and Migration: Social Networks and Economic Strategies of the Hazaras of Afghanistan, New York and Milton Park: Routledge.

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Rubin, Barnett R. (2020): Afghanistan: What Everyone Needs to Know, New York and Oxford. Oxford University Press.

Ruttig, Thomas (2018): Outside, Inside: Afghanistan’s paradoxical political party system (2001-16). Afghanistan Analysts Network.

Saikal, Amin (2004): Modern Afghanistan, London: I.B. Tauris.

Schetter, Conrad (2004): Kleine Geschichte Afghanistans, München: C.H. Beck.

Vogelsang, Willem (2008): The Afghans, Chichester: Wiley-Blackwell.

Wurmb-Seibel, Ronja von (2015): Ausgerechnet Kabul: 13 Geschichten vom Leben im Krieg, München: Deutsche Verlags-Anstalt.

Wichtige Berichte (auf Englisch)

Berichte des UN-Sondergesandten an den Weltsicherheitsrat.

Berichte der UN-Mission über zivile Opfer in Afghanistan.

Vierteljahresberichte des Sondergeneralinspekteurs der US-Regierung für Wiederaufbau in Afghanistan (SIGAR).

Costs of War Project der Brown University.

Links

Aktuelle Analysen zu den Entwicklungen in Afghanistan: Afghanistan Analysts Network, darunter: 'Snapshots of an Intervention': The Unlearned Lessons of Afghanistan’s Decade of Assistance (2001–11), E-Book, Juli 2012.

Themendossier Afghanistaneinsatz der Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin

Studien zu verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen in Afghanistan: Afghanistan Research and Evaluation Unit.

Berichte und Analysen der International Crisis Group zu Afghanistan

Aktuelle Bibliografien und Link-Listen bei: The Afghanistan Analyst: A Resource for Researching Afghanistan

Blog von Thomas Ruttig zu Afghanistan: Afghanistan Zhaghdablai

Sendungen von ARTE zu Afghanistan

The Washington Post (2019): The Afghanistan Papers. A secret history of the war. At war with the truth, 9.12.2019.

Fußnoten

1.
Die offizielle Bezeichnung ist Chief Executive. Die afghanische Verfassung sieht eigentlich keinen Premierminister vor. Der Posten wurde extra geschaffen, um das Lager des bei den Präsidentschaftswahlen von 2014 unterlegenen Abdullah in die politische Führung des Landes einzubinden.
2.
https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-afghanistan-econom/afghanistan-faces-grim-economic-outlook-as-pandemic-wipes-out-growth-world-bank-idUSKCN24G1QR
3.
Die afghanische Regierung verwendet eine eigene, niedrigere Armutsgrenze, der zufolge die Armutsrate bei 54,5% liegt (https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/afg_humanitarian_needs_overview_2020.pdf, p9).
4.
https://www.stripes.com/news/white-house-afghanistan-opium-yield-expected-to-rise-even-as-acreage-planted-to-poppies-falls-1.618240
5.
Die Zahl der von der UNO vierteljährlich registrierten "sicherheitsrelevanten Zwischenfälle" sank über das Jahr 2019 um zwischen 3 und 13% sowie von Februar bis Mai 2020 um 2%, verglichen mit 2019. 2019 war mit 23.712 Fällen ein Höchststand verzeichnet worden.
6.
https://unama.unmissions.org/sites/default/files/sg_report_on_afghanistan_june_2020.pdf
7.
US-Militär und afghanische Regierung haben die Veröffentlichung wesentlicher Daten eingestellt. Dazu gehören z.B. der Anteil der von den afghanischen Konfliktparteien kontrollierten Territorien und Bevölkerungszahlen; Daten zu von den Aufständischen initiierten bewaffneten Operationen; Verluste der afghanischen Regierungskräfte; und die Zahl der US-Luftangriffe. Auch die genaue Zahl der noch im Land befindlichen US-Truppen in der NATO-Ausbildungsmission Resolute Support und der Spezialeinheiten in der US-Mission "Freedom’s Sentinel" werden nicht mehr veröffentlicht.
8.
Siehe auch: https://www.easo.europa.eu/news-events/afghanistan-security-situation.
9.
https://www.internal-displacement.org/countries/afghanistan; https://www.pajhwok.com/en/2020/06/20/thousands-displaced-war-afghanistan-un.
10.
https://ucdp.uu.se/country/700
11.
Als erste Ausnahme verübten die Taliban am 13. Juli 2020 einen Autobombenanschlag auf eine Geheimdiensteinrichtung in der Provinz Samangan mit ca. 60 Toten und Verletzten (https://www.thenational.ae/world/asia/at-least-60-wounded-in-car-bomb-in-afghanistan-s-samangan-1.1048531).
12.
https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php/Asylum_statistics
13.
https://data2.unhcr.org/en/situations/mediterranean
14.
Die Zahl der US-Truppen in der NATO-Ausbildungsmission Resolute Support sowie der Spezialeinheiten in der US-Mission "Freedom’s Sentinel" wird auf insgesamt 8.600 geschätzt (https://apnews.com/f3890bb7b4b36476da4f0b0bdec07414). Dazu kommen 27.641 zivile Kontraktoren, die für das US-Militär arbeiten, von denen ein Fünftel bewaffnet ist. (https://www.acq.osd.mil/log/PS/.CENTCOM_reports.html/FY20_2Q_5A_Apr2020.pdf). Weitere 8.500 Soldaten werden von 37 anderen Nationen gestellt, darunter 1.300 von Deutschland (https://www.nato.int/nato_static_fl2014/assets/pdf/2020/2/pdf/2020-02-RSM-Placemat.pdf).
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Dossier

Afghanistan

2001 wurden die Taliban in Afghanistan gestürzt. Seitdem beteiligen sich mehr als 40 Länder am Wiederaufbau. Schulen werden gebaut, Polizisten ausgebildet und staatliche Strukturen geschaffen. Doch der Friede ist zerbrechlich: Noch immer versuchen die Taliban, gewaltsam die Macht im Land wiederzuerlangen.

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