Ein syrischer Soldat mit einer AK-47 an einem Checkpoint In Damaskus, 21.08.2013.

Innerstaatliche Konflikte

Seit Mitte der 1990er Jahre eskalieren weltweit mehr und mehr innerstaatliche Konflikte – mit fatalen Folgen für die Bevölkerung der betroffenen Regionen. Hunger, Vertreibung und Tod sind ständige Begleiter dieser neuen Kriege. Zwar ist es in den vergangenen Jahren auch gelungen, eine Reihe dieser Auseinandersetzungen zu beenden. Ein wirklicher, tragfähiger Frieden wurde aber nur in wenigen Fällen erreicht, weil häufig wichtige Konfliktursachen bestehen bleiben. Innerstaatliche Konflikte verursachen Probleme, die die Staatengemeinschaft auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten stark in Anspruch nehmen werden: zerfallende Staaten, Privatisierung von Gewalt, Kriegsökonomien, die Verbreitung von Waffen, transnationaler Terrorismus und organisierte Kriminalität.

Debatte Konfliktlösung

Wibke Hansen und Volker Perthes

Wibke Hansen/Volker Perthes

Meinung: Managen, was nicht lösbar ist – Zum Umgang mit vertrackten Konflikten

Politik sollte sich der Erwartung widersetzen, jede Krise möglichst unmittelbar lösen zu können, meinen Wibke Hansen und Volker Perthes. Oft gehe es vielmehr darum, Konflikte zunächst so zu managen, dass Kampfhandlungen aufhören oder zumindest nicht eskalieren, Zivilisten geschützt sowie Zeit und Raum für spätere Lösungsschritte geschaffen werden.

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Hans J. Gießmann

Hans J. Gießmann

Meinung: Krisen dulden keinen Aufschub – auf die richtigen Instrumente kommt es an

Sich im Umgang mit Krisen auf das scheinbar Machbare zu fokussieren, birgt das Risiko der weiteren Eskalation von Gewalt, sagt Hans Gießmann. Das Eingeständnis, Krisen nicht wirksam bearbeiten und lösen zu können, offenbart die Unangemessenheit und Ineffektivität der eigenen Instrumente zur Krisenbewältigung.

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11. Dezember 2017: Russlands Präsident Putin beim Besuch in Syrien.

Muriel Asseburg

Der Syrien-Konflikt und die Regionalmächte

Das massive Eingreifen Russlands in den Syrien-Konflikt hat zur Zurückdrängung des IS und zur Konsolidierung des Assad-Regimes beigetragen. Doch eine politische Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Ein wichtiger Grund liegt in den unvereinbaren Interessen der Regionalmächte.

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18. Januar 2018 in Kairo: Ein Ägypter feiert den 100. Geburtstag des früheren Staatschefs Nasser (15.01.1918).

Sebastian Sons

Arabischer Raum: Regionale Konflikte aus historischer Perspektive

Spätestens seit dem Ende des Osmanischen Reiches und der Kolonialisierung ist der arabische Raum auf der Suche nach Stabilität. Insbesondere im 20. Jahrhundert erlebte die Region gravierende soziale, politische und wirtschaftliche Umbrüche.

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24. Januar 2018: Türkische Panzer in der Provinz Hatay, die im Rahmen der "Operation Olivenzweig" eingesetzt werden sollen.

Moritz A. Mihatsch

Kurdenkonflikt

Die Lage der Kurden ist 2017 komplizierter geworden. In keinem der vier Konfliktländer ist eine baldige Lösung absehbar. Vielmehr zeichnet sich eine erneute Eskalation ab. Denn der Sieg über den Islamischen Staat (IS) könnte zu einem Rückgang der internationalen Unterstützung und Aufmerksamkeit führen.

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25.09.2017: Ein Kurde zeigt nach dem Referendum in Irakisch-Kurdistan seinen gefärbten Finger, mit dem er abgestimmt hat.

Gülistan Gürbey

Der regionale Aufstieg der Kurden: Wie (re-)agiert die Türkei?

Die Türkei sieht den regionalen Aufstieg der Kurden als massive Sicherheitsbedrohung. Nach einer Phase der Einbindung und Verhandlung hat Ankara 2015 erneut einen Kurs der militärischen Eindämmung kurdischer Emanzipations- und Autonomiebestrebungen innerhalb der Türkei, im Nordirak und im Norden Syriens eingeschlagen.

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Kampffahrzeuge mit Soldaten und einer russischen Fahne in der ostukrainischen Stadt Slowjansk im April 2014.

Regina Heller

Die imperiale Identität Russlands und seine geostrategischen Interessen

Als ehemaliges imperiales Zentrum spielte Russland von Anfang an eine Schlüsselrolle in den vielfältigen Konflikten im post-sowjetischen Raum. Moskau nutzt die Konflikte, um seinen regionalen Einfluss zu erweitern und zu festigen. Das russische Beharren auf regionaler Führerschaft verschärft die Konflikte zusätzlich.

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Anhänger der südossetischen Präsidentschaftskandiatin Alla Dzhioyeva ziehen im November 2011 durch Zchinwali, der Hauptstadt des De-Facto-Staates Südossetien.

Stefan Meister

Die innere Logik der Konflikte im post-sowjetischen Raum

In den Territorialkonflikten im postsowjetischen Raum sind innere Ursachen zentrale Hindernisse für die Konfliktlösung. Das Streben nach staatlicher Souveränität in Abchasien, Berg-Karabach, Südossetien und Transnistrien verhindert eine Föderation innerhalb des Mutterstaates. Dabei steht für die lokalen Eliten Machterhalt vor Konfliktlösung.

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Graffiti der Communist Party of India in Kolkata, Indien.

Thorsten Wojczewski

Indien

Seit der Machtübernahme der hindu-nationalistischen BJP verzeichnet Indien einen Anstieg der Gewalt zwischen den religiösen Gemeinschaften. Die ethno-politischen Konflikte halten indes bei niedriger Intensität an, vor allem der maoistische "Volksbefreiungskrieg" sowie die Autonomie- und Sezessionsbestrebungen im abgelegenen Nordosten.

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März 2014: Russische Soldaten ohne Abzeichen besetzen eine ukrainische Kaserne in Perevalnoye auf der Krim.

Andreas Umland

Ukraine

Nach dem Sieg des Volksaufstands "Euromaidan" (2013/14) hat Russland die Schwäche der Ukraine genutzt, um die Krim zu annektieren und eine Separationsbewegung im Donezbecken zu initiieren und zu unterstützen. Russland will so die Westintegration und Europäisierung der Ukraine verhindern.

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Trotz massiver Bemühungen Moskaus kann die Sicherheitslage im Nordkaukasus nicht als stabil bezeichnet werden: Anschlag auf das zentrale Pressehaus in Grosny im Dezember 2014.

Regina Heller

Nordkaukasus

Was vor 25 Jahren als ethno-nationalistischer Unabhängigkeitskampf in Tschetschenien begann, hat sich in einen nationalistisch ausgerichteten Dschihad in der Region Nordkaukasus verwandelt. Unter dem Einfluss des IS droht eine erneute Transformation – in einen Konflikt, der ganz Russland erfassen könnte.

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Ein eher gering ausgeprägtes Nationalgefühl - dafür große nationale Symbolik: Der 165 Meter hohe Fahnenmast in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe.

Konfliktporträts

Tadschikistan

Seit dem Verbot der "Partei der Islamischen Wiedergeburt" (PIW) im September 2015 scheint der Machtkonflikt zugunsten des Regimes von Präsident Emomali Rahmon entschieden. Doch sein Unvermögen, die drängenden sozio-ökonomischen Probleme des Landes zu lösen, steht einer nachhaltigen Stabilisierung entgegen.

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20.10.2017: Blick auf das zerstörte Rakka.

Carsten Wieland

Syrien

Der Syrien-Krieg hat bisher eine halbe Million Menschenleben gefordert und ca. 12-14 Mio. Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Die militärischen und politischen Verhandlungen finden inzwischen an zwei Orten statt: Astana (Kasachstan) und Genf. Eine tragfähige politische Lösung scheint indes immer noch weit entfernt.

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Schiitische Milizen posieren im Nordirak in der Nähe von Baidschi am 25.10.2015 mit Mörsergranaten des IS.

Konfliktporträts

Irak

Der Irak ist in vieler Hinsicht ein gescheiterter Staat. Nach der Zerschlagung des IS ist das Land ethnisch und religiös gespalten. Die befreiten Gebiete liegen in Trümmern. Die Verwaltung funktioniert nur rudimentär. Die Wirtschaft ist im Niedergang begriffen. Die Folgen sind Vertreibung, Arbeitslosigkeit und Armut.

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19.02.2016: In Ost-Jerusalem verletzt der 20-jährige Palästinsenser Mohammed Abu Khalaf zwei Grenzpolizisten mit einem Messer und wird daraufhin von Sicherheitskräften erschossen. Das Bild zeigt den Tatort nach der Tat.

Margret Johannsen

Nahost

Fünfzig Jahre nach dem Sechstagekrieg gibt es keine Anzeichen für die Beilegung des Konflikts. Gewaltakte jüdischer Siedler, Angriffe meist junger Palästinenser sowie die humanitäre Krise im Gazastreifen kennzeichnen die Lage. Neu sind erste Schritte der Wiederannäherung zwischen den Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas.

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27.03.2018, Libanon, Baalbek: Syrische Flüchtlinge bereiten in einem Flüchtlingslager das Mittagssen für ihre Kinder vor.

Heiko Wimmen

Libanon

Obwohl der Libanon tief in den Syrien-Krieg verstrickt ist, bewahrt das Land mühsam seine Stabilität. Die innenpolitischen Probleme haben die rivalisierenden Parteien immer noch nicht im Griff. Im Mai wird seit 2009 das erste Mal neu gewählt.

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Blumenschmuck erinnert an die Opfer des Anschlags in der Nähe der Stadt Sousse, Tunesien. Am 26. Juni 2015 erschoss ein Terrorist beim bislang schlimmsten Terroranschlag in der Geschichte Tunesiens hier 38 Menschen am Strand. Die meisten von ihnen waren britische Touristen. Der Islamische Staat (IS) bekannte sich zu dem Anschlag.

Sarah Mersch

Tunesien

Seit dem Umbruch 2011 ringt Tunesien um einen Weg zur Demokratie. Obwohl sich die Sicherheitslage etwas stabilisiert hat, ist das Land weiterhin fragil. Die Wirtschaftslage verschärft sich und politische Reformen gehen nur schleppend voran.

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Sicherheitskräfte nach einer islamistischen Demonstration in den Straßen Alexandrias (03.01.2014).

Ola Kubbara, Jan Claudius Völkel

Ägypten

Nach der Episode des "Arabischen Frühlings" sitzt das Militär wieder fest im Sattel. Die massive Unterdrückung politischer Oppositioneller und Islamisten führt in ein Dilemma: Die militärische Antwort auf Konflikte produziert nur noch mehr Gewalt. Der Ausnahmezustand wird zum Normalzustand.

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Polizist der Afghanistan National Order Civil Police (ANCOP) in der Helmand Province, März 2012.

Thomas Ruttig

Afghanistan

Der bewaffnete Konflikt hält bei hoher Intensität an. Die USA verstärken unter Präsident Trump wieder ihre militärischen Anstrengungen, doch die Taliban haben weiterhin die Initiative. Ein Durchbruch zu Gesprächen über eine politische Lösung gelang nicht. Gleichzeitig wachsen Armut und Ungleichheit.

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Zu sehen, wie andere Menschen misshandelt, vergewaltigt und getötet werden, liegt jenseits "normaler" menschlicher Erfahrungen. Solche traumatischen Ereignisse lösen existentielle Bedrohung und Todesangst aus.

Karin Griese

Traumaarbeit

Die unbearbeiteten Folgen traumatischer Gewalterfahrungen können bis in die nächsten Generationen hinein wirken. Unterstützungsangebote in Kriegs- oder Nachkriegsregionen müssen auf verschiedenen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein.

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Gambian war crimes lawyer, Fatou Bensouda, takes the oath during a swearing-in ceremony as its new prosecutor at The International Criminal Court (ICC) in The Hague, Netherlands, 15 June 2012. Bensounda replaces Luis Moreno-Ocampo. She will be tasked with trying to bring to justice alleged war criminals including Uganda's Joseph Kony, Libya's Seif al-Islam Gadhafi and Sudanese president Omar al-Bashir.

Ronen Steinke

Der Internationale Strafgerichtshof

Vor elf Jahren hat der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag seine Tore geöffnet. Warlords, Milizionäre und ein ehemaliger Staatschef sitzen dort inzwischen in Haft, angeklagt wegen schwerster Verbrechen gegen Zivilisten. Mit Beginn des Falles Kenia stehen in Den Haag erstmals auch ein amtierender Staatschef und sein Stellvertreter vor Gericht.

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Themengrafik: Der Internationale Gerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Themengrafik

Der Internationale Strafgerichtshof - Aufbau und Arbeitsweise

Warlords, Milizionäre, Staatschefs - vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag müssen sich Personen verantworten, die Kriegsverbrechen oder Völkermord begangen haben oder für sie verantwortlich sind. Doch wie läuft ein Verfahren vor dem IStGH ab? Die Themengrafik erklärt den Aufbau und die Arbeitsweise des Gerichtshofs.

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Eine Autobombe zerstört am 23. April 2013 die französische Botschaft in Tripolis.

Libyen

Seit dem Sturz von Diktator Gaddafi 2011 ist Libyen weitgehend ohne staatliche Autorität. Zahlreiche Gruppierungen ringen um die Macht. Die seit Dezember 2015 amtierende Einheitsregierung hat selbst in der Hauptstadt nur begrenzt Einfluss. Die Kräfte des Generals Chalifa Haftar kontrollieren den Osten des Landes.

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Eine Bürgerwehr im Ort La Mira in Mexiko.

Mexiko

In Mexiko hat die Gewalt im Drogenkrieg einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Hauptkonfliktursache sind die enormen Gewinne, die im Handel mit illegalen Drogen erzielt werden. Die schwachen Institutionen des Landes können der Macht der Kartelle nur wenig entgegensetzen.

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Eine uigurische Frau mit Kind passiert ein zerstörtes Auto in der Regionshauptstadt Ürümqi (15.07.2009).

China - Xinjiang

Durch einen massiven Ausbau des Sicherheitsapparats und Repression hat die chinesische Führung gewalttätige Attacken gegen Han-Chinesen und staatliche Einrichtungen eingedämmt. Seit Beginn des Jahres 2017 greift die lokale Regierung massiv in die Lebensgestaltung der muslimischen Uiguren ein.

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Interaktives Portal

Informationsportal Krieg und Frieden

Wo gibt es Kriege und Gewaltkonflikte? Und wo herrscht am längsten Frieden? Welches Land gibt am meisten für Rüstung aus? Sicherheitspolitik.bpb.de liefert wichtige Daten und Fakten zu Krieg und Frieden.

Mehr lesen auf sicherheitspolitik.bpb.de

Nach Berichten über einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus erwägen die USA einen Militäreinsatz gegen das Regime von Baschar al-Assad. Was kann eine Intervention der internationalen Gemeinschaft im syrischen Bürgerkrieg bewirken?

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Ägyptens Generäle verteidigen nach dem Putsch gegen den gewählten Präsidenten Mursi ihre Macht mit aller Härte. Die Sicherheitskräfte gehen unnachgiebig gegen Muslimbrüder vor. Bereitet das Militär den Weg für Neuwahlen oder ist der Arabische Frühling in Kairo am Ende?

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Koalition gegen den IS: v. l. n. r. der ägyptische Außenminister Sameh Shukri, der kuwaitische Außenminister Sabah Al-Khalid al-Sabah, der saudische Außenminister Prince Saud al-Faisal, der amerikanische Außenminister John Kerry, der Außenminister Omans, Yussef bin Alawi bin Abdullah, der Außenminister Bahrains, Sheikh Khaled bin Ahmed al-Khalifa und der libanesische Außenminister Gebran Bassil am 11.09.2014 in Jiddah, Saudi Arabien.
euro|topics-Debatte

Breites Bündnis gegen IS

Rund 40 Staaten haben sich unter US-Führung zusammengeschlossen, um die Terrormiliz IS zu bekämpfen. Sie soll unter anderem mit Luftschlägen und der Unterstützung gemäßigter syrischer Rebellen gestoppt werden. Steht ein neuer Anti-Terror-Krieg bevor?

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Der syrische Präsident Assad während eines Interviews mit der BBC, 08.02.2015.
euro|topics-Debatte

Kein Frieden ohne Assad?

Angesichts der Flüchtlingskrise rückt der Krieg in Syrien wieder stärker in den Fokus. Einige Länder erwägen Luftschläge gegen IS-Stellungen, andere eine Zusammenarbeit mit dem Assad-Regime. Wie können die Ursachen der Flucht von Millionen Syrern bekämpft werden?

Mehr lesen auf eurotopics.net

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Sicherheitspolitische Presseschau

Krieg, Terror, gewaltsame Konflikte: Internationale Auseinandersetzungen sind allgegenwärtig. Aber auch auf nationalstaatlicher Ebene spielen Konflikte eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei geht es auch und immer wieder um das Verhältnis von Freiheit und Sicherheit. Seit 2001 verschickt die bpb daher einen täglichen Newsletter mit Beiträgen zu den Folgen von Krieg, Terrorismus und anderen Aspekten der Sicherheitspolitik.

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