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19.10.2006 | Von:
Sonja Ernst

Manila

Stadt aus Städten

Metro Manila ist eine Stadt aus Städten. Rund elf Millionen Menschen leben hier. Manila ist Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum der Philippinen. Inseln von Luxus und Wohlstand neben ausufernden Slumvierteln prägen das Stadtbild. Bekannt ist die Megastadt auch für ihre Müllsammler.
Satellitenaufnahme ManilaMetro Manila ist das Zentrum der Philippinen (© NASA/JPL-Caltech)

Überblick

Manila Stadt umfasst gerade einmal 38 Quadratkilometer. Sie ist eine von 13 Städten und 4 Stadtgemeinden, die zusammen Metro Manila bilden. In der Metropolregion leben rund elf Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, damit belegt Metro Manila Rang 19 der bevölkerungsreichsten urbanen Agglomerationen weltweit. 13 Prozent der Bevölkerung der Philippinen leben in Metro Manila, das mit 636 Quadratkilometern wiederum gerade einmal 0,21 Prozent der gesamten Landmasse des Inselstaats ausmacht.

Üblicherweise wird Metro Manila einfach Manila genannt. Die Metropole liegt an der Westküste der Hauptinsel Luzón am Mündungsufer des Pasig Flusses, der den Stadtverbund in Norden und Süden teilt. Manila ist das dominante Zentrum der Philippinen. Manila Stadt ist die Hauptstadt der Philippinen, und in der Metropolregion werden rund ein Drittel des nationalen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet. Auch der Handel und die Industrie haben sich vor allem in Manila niedergelassen. Einzelne Städte in Metro Manila sind erst in den 1960er Jahren entstanden, so zum Beispiel Makati, heute das Finanz- und Wirtschaftszentrum.

Das Stadtbild von Metro Manila prägen Inseln von Luxus und Wohlstand neben ausufernden Slumvierteln. Und die Megastadt ist auch bekannt für ihre Müllsammler. Tausende Menschen suchen täglich die Abfallberge nach Pappe, Blechdosen, Flaschen und Metallteilen ab. Sie suchen nach allem, was in irgendeiner Form verwertbar ist. Das kann bis zu zwei Euro pro Tag einbringen, oft ist es jedoch weniger. Doch der Müllberg ist nicht nur Existenzgrundlage. Viele Müllsammler errichten ihre Hütten direkt an den Abhängen der Deponien. In Payatas, in Quezon City, findet sich einer der größten Müllberge der Metropole: Tausende Familien leben dort am und vom Müll. Im Sommer 2000 stürzte der riesige Abfallberg nach heftigen Regenfällen ein und begrub hunderte Menschen unter sich. Es gab mehr als 200 Tote.

Hintergrund

Blick über Manila11 Millionen Menschen leben in Metro Manila. (© Joachim Fried)
"The country´s premier", so nennt sich Makati auf seiner offiziellen Internetseite: Das Wirtschafts- und Finanzzentrum von Metro Manila wirbt mit exzellenten Dienstleistungen und verspricht einen komfortablen und unbesorgten Lebenswandel. Makati ist die reichste Stadt der Philippinen. Auf rund 29 Quadratkilometer breitet sich das moderne Zentrum mit seiner Hochhausarchitektur aus. Die 17 Städte und Stadtgemeinden in Metro Manila bilden zwar einen gemeinsamen urbanen Raum, doch die Städte erfüllen – Stadtvierteln gleich – unterschiedliche Funktionen. In Marikina haben zahlreiche Industrieunternehmen ihre Produktionsstätten. Quezon City hingegen präsentiert sich auf seiner offiziellen Webseite als "the best-managed city in the Philippines". Das Parlament der Philippinen hat dort seinen Sitz, und mit 161 Quadratkilometern ist Quezon die größte Stadt in Metro Manila.

Die Bevölkerung von Metro Manila hat sich in den letzten 50 Jahren mehr als verfünffacht. Mit der zunehmenden Industrialisierung wuchs die Bevölkerung Anfang der 1970er Jahre um fast sieben Prozent jährlich. Die Stadt boomte nach einem raschen Wiederaufbau nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Manila Stadt, Herz der heutigen Metropole, lag 1945 zunächst in Schutt und Asche. Tausende Zivilisten verloren während des Kampfes um die Stadt ihr Leben. Dem schnellen Aufbau folgte ein rasantes Wachstum der Bevölkerung. Seitens der Politik wurde Manila die primäre Rolle bei der Entwicklung des ganzen Landes zugedacht: Dies war ein Rückgriff auf die Geschichte von Metro Manila.

"Intramuros" war den Spaniern vorbehalten
Manila Stadt hat eine der längsten Kolonialgeschichten. Mitte des 16. Jahrhunderts landeten die Spanier an der Küste der Insel Luzon. Sie fanden zwei Siedlungen, von denen eine den Namen Maynilad trug. Eine Zusammensetzung aus may, "hier gibt es", und der Blume Nilad, einer Mangrovenpflanze, die zahlreich an der Mündung des Pasig blühte. Die spanische Kolonialmacht ließ am Meer die Festungsstadt "Intramuros" errichten, auf einer Fläche von einem Quadratkilometer. In Intramuros selbst durften nur die Spanier wohnen. 1571 wurde Manila zur Hauptstadt des Archipels und zum politischen Zentrum. Der Aufstieg zur zentralen Handels- und Hafenstadt begann. Die Kolonialherren formten Manila nach spanischem Vorbild: Der Grundriss glich einem Schachbrett und im Herzen der Stadt wurde ein zentraler Platz mit den wichtigsten administrativen Gebäuden angelegt – die Plaza.

Als Folge des spanisch-amerikanischen Krieges Ende des 19. Jahrhunderts lösten die USA Spanien als Kolonialmacht ab. 1904 besuchte der amerikanische Architekt und Stadtplaner Daniel Burnham Manila. Er entwickelte einen Gesamtplan für die Stadt, der mehr Parks und Freizeitmöglichkeiten vorsah. Zugleich wurde der Ausbau des Straßennetzes beschlossen. Zunehmend gewannen neben der Festungsstadt Intramuros neue Wohnviertel an Bedeutung, so zum Beispiel Ermita oder Malate, Stadtteile von Manila Stadt.

1942 wurde Manila von japanischen Truppen besetzt. In einem erbitterten Kampf um die Stadt befreiten US-Truppen im Februar 1945 Manila. Im Jahr darauf wurden die Philippinen unabhängig, zunächst mit Quezon City als Hauptstadt. Doch 1975 wurde Manila Stadt erneut zur Hauptstadt.

Neue Standards des urbanen Lebens – Bonifacio Global City
Mit Ende der 1940er Jahren entstanden die ersten "gated communities" nach amerikanischem Vorbild. Heute leben etwa zehn Prozent der Menschen von Metro Manila in solchen geschützten Wohngebieten. Zunehmend funktionieren die Viertel nicht mehr nur als Trennung der Reichen von den Armen, sondern auch als Schutz vor Gewalt und Kriminalität. So entstehen "resort towns" mit Wohntürmen, die Sicherheit rund um die Uhr versprechen. Seit Anfang der 1990er Jahre entsteht in Taguig Stadt, südlich von Makati, ein neues Zentrum für Arbeit und Leben: die "Bonifacio Global City". Zuletzt Stützpunkt der philippinischen Armee entsteht hier "a city that works" mit stabiler Stromversorgung und sauberem Trinkwasser. Eine Stadt also mit einer funktionierenden Infrastruktur, wie sie in anderen Stadtvierteln teils fehlt. "Bonifacio Global City" verspricht mit seiner modernen Hochhausarchitektur einen "neuen Standard des urbanen Lebens".

Der Smokey Mountain
In dem aufstrebenden Manila leben zugleich schätzungsweise 35 Prozent der Menschen in Elendsvierteln, fast vier Millionen Menschen. 11 Prozent der Slumbewohnerinnen und -bewohner haben ihre Hütten an gefährlichen Stellen errichtet. An Flussufern, an Gleisen oder am Abhang von Mülldeponien.

So wurde der Smokey Mountain, ein Müllberg direkt am Hafen, in den 1980er Jahren zu einem unrühmlichen Wahrzeichen Metro Manilas. Mehr als 20.000 Menschen lebten am und vom Smokey Mountain. Anfang der 1990er Jahre wurde das "Smokey Mountain Development and Reclamation Project" aufgelegt. Die Deponie sollte saniert werden und für die Familien sollte neuer Wohnraum entstehen. Doch 1995 räumten bewaffnete Kommandos das Slum: Die Hütten wurden niedergerissen, die Familien vertrieben. In den kommenden Jahren wurde der Smokey Mountain zwar abgetragen. Das neu gewonnene Land am Hafen wurde gewinnbringend verkauft, doch die versprochenen Wohnblocks wurden nie fertig gestellt. Die Familie zogen weiter. Und viele gingen nach Payatas, zur Mülldeponie in Quezon City. Dort stürzte im Sommer 2000 nach heftigen Monsunregen der riesige Müllberg in sich ein und begrub mehr als 200 Menschen unter sich.

Bevölkerung

Metro Manila ist die bevölkerungsreichste Metropole der Philippinen und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben. In Metro Manila leben aktuell rund 11 Millionen Menschen. Städte wie Cebu auf der gleichnamigen Insel oder Davao auf Mindanao wachsen zwar mit etwa 2,5 Prozent schneller als Metro Manila. Doch aktuell zählen sie "nur" 0,79 bzw. 1,32 Millionen Menschen. Fast 13 Prozent der Gesamtbevölkerung des Archipels leben in Metro Manila.

Vor allem in den 1970er Jahren hat Metro Manila ein rasantes Bevölkerungswachstum erlebt. Zwischen 1970 und 1975 wuchs die Bevölkerung um jährlich fast 7 Prozent. Danach nahm das Wachstum langsam ab und liegt zurzeit bei 1,98 Prozent. 2015 wird Metro Manila auf Platz 16 der Rangliste der bevölkerungsreichsten urbanen Agglomerationen weltweit vorgerückt sein. Zurzeit belegt die Metropole Rang 19. In der Region Südostasien ist Metro Manila nach Jakarta die zweitgrößte urbane Agglomeration, vor Bangkok und Kuala Lumpur.

Über 60 Prozent der Philippinen sind zurzeit urbanisiert. 20 Prozent der städtischen Bevölkerung leben in Metro Manila. Der Urbanisierungsgrad ist höher als im Nachbarland Indonesien mit rund 50 Prozent. Das Wachstum der Gesamtbevölkerung der Philippinen wird in den kommenden Jahren langsam nachlassen. Von 1,84 Prozent in 2000 auf 1,10 Prozent in 2020. Damit geht auch das Wachstum der städtischen Bevölkerung leicht zurück. Von 3,21 Prozent in 2000 auf 1,72 Prozent in 2020. Doch im selben Zeitraum wird die ländliche Bevölkerung des Landes sogar schrumpfen. In 2000 nahm sie um 0,28 Prozent ab, 2020 werden es -0,64 Prozent sein.


Manila

Einwohnerinnen und Einwohner in Millionen
1950: 1,54 Millionen
1960: 2,27
1970: 3,53
1980: 5,95
1990: 7,97
2000: 9,95
2005: 10,68
2010: 11,79*
2015: 12,91


Bevölkerungswachstum in Prozent
1950: +3,85 %
1960: +4,37
1970: +6,94
1980: +2,91
1990: +3,30
1995: +1,13
2000: +1,43
2005: +1,98
2010: +1,81


Fläche und Bevölkerungsdichte
Metro Manila umfasst 636 km². 2005 lebten dort 10,68 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die Bevölkerungsdichte lag bei 16.792 Menschen pro Quadratkilometer.
Manila Stadt hingegen umfasst "nur" 38 km². 2000 lebten dort 1,58 Millionen Menschen. Damit lag die Bevölkerungsdichte bei 41.578 Menschen pro Quadratkilometer.


Philippinen

Einwohnerinnen und Einwohner in Millionen
1950: 19 Millionen
1960: 27
1970: 36
1980: 48
1990: 61
2000: 75
2005: 83
2010: 90
2015: 96
2020: 103


Wachstum der Gesamtbevölkerung in Prozent
2000: +1,84 %
2010: +1,45
2020: +1,10


Grad der Urbanisierung
2000: 58,5 %
2010: 66,4
2020: 72,3


Städtische Bevölkerung in Millionen und Wachstum in Prozent
2000: 44 Millionen (+3,21 %)
2010: 59 (+2,39)
2020: 74 (+1,72)


Ländliche Bevölkerung in Millionen und Wachstum in Prozent
2000: 31 Millionen (-0,28 %)
2010: 30 (-0,53)
2020: 28 (-0,64)


*Angaben in kursiver Schrift sind Prognosedaten.


Quellen:
World Urbanization Prospects: The 2003 Revision, hrsg. von: United Nations Department of Economics and Social Affairs/Population Divison, 2006.
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2003.

Leben

Soziale Situation
Im Jahr 2000 lebten 8,7 Prozent der Familien in Metro Manila unter der Armutsgrenze. Das nationale Pro-Kopf-Einkommen lag im Durchschnitt bei 31.141 Peso, rund 500 Euro. Damit lag das Durchschnitts-Einkommen der Menschen in Metro Manila mit rund 1.000 Euro deutlich über dem nationalen. Doch innerhalb Metro Manilas gibt es große Diskrepanzen. Das höchste Einkommen erzielten Menschen in Makati Stadt mit durchschnittlich 2.000 Euro. Das Einkommen der Menschen in Navotas war mit rund 480 Euro das geringste. 1993 lag die Sterblichkeitsrate von Kindern in Slums bei 7,2 Prozent und damit dreimal höher als in den anderen Vierteln Metro Manilas. Rund 97 Prozent der Frauen und Männer in Metro Manila konnten im Jahr 2000 lesen und schreiben.

Wohnen
Schätzungsweise 35 Prozent der Menschen in Metro Manila leben in Slums. Laut UN-Habitat gibt es in Metro Manila rund 500 Armutsviertel, quer durch den Stadtverbund verteilt. Von den Slumbewohnerinnen und -bewohnern leben etwa elf Prozent gefährdet: Direkt an Kanälen und Flüssen, verkehrsreichen Straßen oder am Rande von Mülldeponien. 73 Prozent der Menschen in Metro Manila hatten im Jahr 2000 ausreichend Wohnraum, das heißt, laut UN-Definition, nicht mehr als drei Menschen teilen sich einen Raum.

Infrastruktur
Rund 72 Prozent der Häuser und anderer Wohneinheiten in Metro Manila waren 1998 an die Kanalisation angeschlossen, fast 99 Prozent an die Stromversorgung und 45 Prozent verfügten über einen Telefonanschluss. 2002 hatten 60 Prozent der Familien in Metro Manila einen eigenen Wasseranschluss.

Religion und Sprache
Die Philippinen sind zum Großteil katholisch geprägt, so auch Metro Manila. Mehr als 90 Prozent der Menschen sind Katholiken, knapp 2 Prozent Protestanten, 1 Prozent Buddhisten und eine geringe Zahl Muslime. 98 Prozent der Menschen sprechen Filipino. Aufgrund der Migration in die Stadt sind zahlreiche Regionalsprachen vertreten. Englisch wird von über 60 Prozent der Menschen gesprochen und gilt als Verkehrssprache. Der Großteil der Bevölkerung sind Filipinos. Es gibt eine chinesische Minderheit, ebenso leben viele Amerikaner, Araber, Spanier in Metro Manila.


Quellen:
World Urbanization Prospects: The 2003 Revision, hrsg. von: United Nations Department of Economics and Social Affairs/Population Divison, 2006.
Urban Health and Care-Seeking Behavior: A Case Study of Slums in India and the Philippines. Final Report.hrsg. von US AID, 2006.
Financing Urban Shelter, Global Report On Human Settlements 2005, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2005.
The Challenge of Slums, Global Report On Human Settlements 2003, hrsg. von: United Nations Human Settlements Programme, 2003.
Health of Children Living in Urban Slums in Asia and the Near East: Review of Existing Literature and Data, by Sarah Fry u.a., hrsg. von: U.S. Agency for International Development, 2002

Links

City of Manila, Lungsod ng Maynila

Quezon City

Makati City

Metropolitan Manila Development Authority

National Statistics Office, Philippines

The Manila Times (englischsprachige Zeitung)

Manila Bulletin (englischsprachige Zeitung)

Philippine Daily Inquirer (englischsprachige Zeitung)
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