US-Soldaten in Afghanistan

Le Monde Diplomatique


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10.09.2020

"Leichte Beute Libyen"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5710488

Jean Michel Morel fordert die verschiedenen internationalen Akteure im libyschen Bürgerkrieg auf, aufeinander zuzugehen, soll eine friedliche Lösung des Konflikts in greifbare Nähe rücken. "Hoffnung schürte (...) ein am 21. August ausgerufener sofortiger Waffenstillstand, den sowohl die GNA als auch der Chef des Abgeordnetenrats in Tobruk, Aguila Saleh, in einer koordinierten Erklärung verkündeten. Ob diese Waffenruhe – anders als frühere – halten wird und zum Ausgangspunkt für Gespräche über die Lösung des Konflikts werden kann, bleibt allerdings abzuwarten."

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09.04.2020

"Marktlogik und Katastrophenmedizin"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5672009

Renaud Lambert und Pierre Rimbert haben sich mit der "langjährige[n] Zerstörung der Gesundheitssytems" beschäftigt. "Die Austeritätspolitik der letzten Jahrzehnte hat uns Krankenhäuser beschert, in denen Ärzte heute wie im Krieg entscheiden müssen, wer leben darf und wer sterben muss. Doch in der Corona-Pandemie schwindet die Macht der Marktideologen. Nur kollektiv und staatlich koordiniertes Handeln kann einen Ausweg bieten."

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12.03.2020

"Trumps Plan für Palästina"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5653850

Alain Gresh beklagt die Vernachlässigung palästinensischer Interessen im US-Friedensplan für Nahost. "Die wie ein Hochamt zelebrierte Verkündigung am 28. Januar weckt die Erinnerung an jene Epoche nach dem Ersten Weltkrieg, in der befrackte Diplomaten bei ihren Konferenzen zwischen Dessert und Mokka den gesamten Nahen Osten zerstückelten, ohne dass die betroffene Bevölkerung irgendeine Art von Mitsprache gehabt hätte."

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09.01.2020

"Bagdad und die Wut der Jugend"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5648364

Der Protest der irakischen Jugend richtet sich auch gegen jene, die heute den Irak zu ihrem Schlachtfeld erklärt haben, nämlich die USA und den Iran, schreibt der Journalist Feurat Alani in Le Monde Diplomatique. "Nach der Tötung von Qassem Soleimani, dem Kommandanten der iranischen Al-Quds-Einheiten, durch eine US-Drohne Anfang Januar droht der Irak endgültig zum Schlachtfeld der Konfrontation zwischen den USA und Iran zu werden. Dabei richteten sich die Proteste der jungen Generation seit Oktober 2019 gerade auch gegen den Einfluss aus Teheran und Washington."

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12.12.2019

"Kommt der Islamische Staat zurück?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5639248

Kann die Terrororganisation "Islamischer Staat" von einem Absturz der Region ins Chaos profitieren, fragt Patrick Cockburn in Le Monde Diplomatique. "Die Saat des IS gedeiht am besten im Chaos. Wenn sich seine Rivalen gegenseitig an die Gurgel gingen, konnte er das politische und militärische Machtvakuum am besten ausnutzen. Im Verlauf des Jahres 2019 aber hatte sich das Leben in vielen früheren Kampfzonen in Syrien und im Irak allmählich wieder normalisiert. Die chaotischen Zustände schienen zu Ende zu gehen, was für den IS ungünstig war. Doch zumindest im Irak änderte sich das im Oktober wieder."

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07.11.2019

"Beirut – Aufstand gegen den Status quo"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5633580

Der Rücktritt der libanesischen Regierung habe lediglich die "erste euphorische Phase der Revolution" in Libanon beendet, meint Jakob Farah. "Die Demonstranten im Zentrum Beiruts nahmen die Nachricht zwar mit Freudenrufen auf, aber richtige Feierstimmung wollte nicht aufkommen. 'Das war nur ein Teilerfolg', sagt Nizar Hassan von der NGO LiHaqqi ('Für mein Recht'), der seit Beginn der Proteste mit auf der Straße war. 'Nur eine neue Regierung, die von den politischen Parteien des Landes unabhängig ist, kann das Vertrauen wiederherstellen.' Dass es tatsächlich zur Bildung einer Technokratenregierung kommt, die in der Lage ist, den wirtschaftlichen Kollaps des Landes zu verhindern und gleichzeitig die weitergehenden Forderungen der Demonstranten zu erfüllen, etwa die Konzeption eines neuen Wahlgesetzes ohne konfessionellen Proporz und die Vorbereitung vorgezogener Neuwahlen, ist jedoch unwahrscheinlich."

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12.09.2019

"Hongkong – Woher die Wut?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5618884

Wird das Zurückziehen des Gesetzesentwurfs zur Auslieferung von Straftätern von Hongkong auf das chinesische Festland einen endgültigen Ausweg aus der Krise eröffnen, fragt Martine Bulard in Le Monde Diplomatique. "Die politischen Kosten wären für Peking zu hoch. Dennoch dauerte es bis zum 4. September, dass Carrie Lam ihren Gesetzentwurf zurückgezogen hat. Zudem versprach sie, den Empfehlungen eines Untersuchungsausschusses über das Verhalten der Polizei zu folgen. 'Zu wenig und zu spät', lautete die erste Reaktion der radikalsten Gruppen der Protestbewegung. Und doch gibt es erstmals Anzeichen für den Beginn eines politischen Dialogs. Dabei hoffen die Regierungen in Hongkong und in Peking, dass sich die Bewegung allmählich abnutzen wird. Das könnte sich als riskante Wette erweisen."

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08.08.2019

"Balkan: Grenzen als Geschichte und Illusion"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5602567

Jean-Arnault Dérens und Laurent Geslin warnen, dass eine vereinbarte Grenzverschiebung zwischen Kosovo und Serbien eine gefährliche Kettenreaktion auslösen könnte. "Dann müssten in einer Region, die über viele Jahre durch Krieg und Emigration ausgelaugt wurde, Teile der Bevölkerung erneut umgesiedelt werden. Und es könnten sogar alte Gespenster zu neuem Leben erwachen: die Idee eines 'Großalbaniens', dem sich die Kosovo-Albaner und auch die mazedonischen Albaner anschließen könnten, aber auch eines 'Großserbiens', das die Republika Srpska einschließen würde, also die 'serbische Entität' innerhalb des Staats Bosnien und Herzegowina. Die Verfechter dieser Lösung argumentieren, zum einen sei der Fall Kosovo einzigartig, werde also keine Kettenreaktion auslösen; zum anderen müsse man die Diskussion den Beteiligten selbst überlassen."

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08.08.2019

"In der roten Zone"

https://monde-diplomatique.de/!5613434

Loïc Ramirez berichtet in dieser Reportage über die Sicherheitslage in Kolumbien drei Jahre nach Inkrafttreten des Friedensabkommens zwischen der Regierung und der Farc-Guerilla. "In Kolumbien trat 2016 das Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla in Kraft. Seitdem wurden landesweit hunderte Aktivisten und frühere Kämpfer ermordet. Und im ehemaligen Farc-Gebiet Catatumbo kämpfen Guerillagruppen, Drogenkartelle und Armee um die Vorherrschaft."

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08.08.2019

"Was erbt eine Frau?"

https://monde-diplomatique.de/!5613519

Akram Belkaïd berichtet über das Scheitern eines "bahnbrechenden" Gesetzesvorhaben in Tunesien, das Frauen den Männern im Erbrecht gleichstellen sollte. "Der Gesetzentwurf war ein Novum in der arabischen, aber nicht in der muslimisch geprägten Welt. Die Türkei hat sich in Bezug auf das Erbrecht schon 1923 vom islamischen Recht gelöst, und in Iran stimmt das Parlament 2004 für ein dem tunesischen Entwurf vergleichbares Gesetz – das jedoch wegen des Widerstands des Wächterrats nie umgesetzt wurde. "Nachdem Essebsis Initiative mit viel Tamtam und großer internationaler Medienaufmerksamkeit gestartet war, ist sie mittlerweile offenbar im Limbus der parlamentarischen Debatten stecken geblieben. Nach Meinung mehrerer Abgeordneter ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Gesetzentwurf noch vor den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Herbst zur Abstimmung kommt. Das mag auch daran liegen, dass die Frage der Gleichstellung im Erbrecht angesichts der aktuellen Probleme in den Hintergrund rückt: Tunesien steckt in einer ernsten Wirtschaftskrise, die Terroranschläge haben wieder zugenommen. Vor allem sehen viele durch den Tod des 92-jährigen Präsidenten, der als Integrationsfigur galt, die politische Stabilität des Landes gefährdet."

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09.05.2019

"Die Türkei auf dem Weg zur Seemacht"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5586515

Günter Seufert analysiert in der deutschen Ausgabe von Le Monde Diplomatique die türkische Mittelmeerstrategie. "In der Verteidigungs- und Energiepolitik verfolgt die türkische Regierung im Mittelmeer einen zunehmend aggressiven Kurs. Damit isoliert sie sich gegenüber der Nato und ihren Nachbarn. Gleichzeitig setzt Präsident Erdoğan auf Russland als neuen Bündnispartner – und kann damit innenpolitisch punkten."

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11.04.2019

"Wer entscheidet in Algerien?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5580220

Nach dem erzwungenen Rücktritt von Präsident Bouteflika fürchten viele Algerier Akram Belkaïd und Lakhdar Benchiba zufolge, dass Armee und Geheimdienste die Macht weiterhin unter sich aufteilen werden. "Vieles wird nun davon abhängen, wie sich die Armee und die Geheimdienste verhalten. Werden die Militärs, ob in Uniform oder in Zivil, einen grundlegenden politischen Wandel akzeptieren und auf ihren Einfluss verzichten? 'Die Armee hat Angst davor, Rechenschaft ablegen zu müssen und ihre finanziellen Vorteile zu verlieren', sagt der bereits zitierte Offizier. 'Und sie fürchtet, unter die Kontrolle von Zivilisten zu geraten.' Während die algerische Bevölkerung, der viele bis vor Kurzem völlige Resignation nachsagten, eine beeindruckende Reife beweist, ist es jetzt an der Armee, die Revolution zu Ende zu bringen. Sie muss das politische Feld räumen."

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07.03.2019

"Die Karriere des Elliott Abrams"

https://monde-diplomatique.de/!5575895

Eric Alterman porträtiert den Sonderbeauftragten der Trump-Regierung für Venezuela, Elliott Abrams. "In einer Meldung der Agentur Bloomberg News hieß es, die Personalie signalisiere eine Umorientierung hin zu 'Positionen [und] außenpolitischen Denkansätzen, die Trump während des Wahlkampfs noch verhöhnt hat – so etwa [Abrams’] vehemente Unterstützung des Irakkriegs, den Trump lange Zeit kritisierte. Doch Abrams hat sich offenbar, ebenso wie Trump, ein Stück weit bewegt.' Mit ähnlich besänftigenden Wendungen spielte Abrams seine verbrecherische Rolle in der Iran-Contra-Affäre unter Präsident Reagan herunter. Dabei hatte er sich schuldig bekennen müssen, dem Kongress in zwei Fällen Informationen vorenthalten zu haben, woraufhin er seine Zulassung als Anwalt in Washington, D. C., verlor. George Bush senior begnadigte Abrams, nachdem er sich bei der Präsidentschaftswahl 1992 Bill Clinton geschlagen geben musste."

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07.03.2019

"Was will die Opposition in Venezuela?"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5571191

Julia Buxton stellt die verschiedenen Strömungen der Oppositionsbewegung in Venezuela vor, deren Geschlossenheit angesichts der unterschiedlichen Ansichten und Interessen der Beteiligten bereits jetzt fragil sei. "Sie wird brüchiger werden, wenn Fragen der Machtverteilung, der Besetzung wichtiger Posten und der politischen Ausrichtung in den Vordergrund rücken. Was die Schlüsselfiguren angeht, besteht ein Mangel an ideologischer und politischer Klarheit. Es zeichnet sich ab, dass Venezuela während eines 'Übergangsprozesses' von einem deutlich weniger breiten Bündnis regiert werden könnte. (...) Juan Guaidó selbst gehört innerhalb der Opposition zu einer Fraktion von Hardlinern, die bei den venezolanischen Wählerinnen und Wählern wenig Rückhalt hat, nur eine begrenzte Kompromissfähigkeit an den Tag legt, sich über ihre ideologische Ausrichtung ausschweigt und sich in der Frage, wie ihre Pläne für den nationalen Wiederaufbau umgesetzt werden sollen, auffallend bedeckt hält. Falls Guaidó einen versöhnlicheren Ton anschlagen und auf die nach wie vor beträchtliche chavistische Wählerschaft zugehen sollte, riskiert er den Widerstand seiner eigenen radikalen Basis."

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18.12.2018

"Glaube statt Politik"

https://monde-diplomatique.de/!5549062

Hicham Alaoui analysiert in seinem Artikel für Le Monde Diplomatique, warum islamistische Parteien im Maghreb und im Nahen Osten nach dem Arabischen Frühling in der Regel gescheitert sind. "Der Islamismus ist dreifach gescheitert: Erstens hat er keine Lösungen gefunden, die über reine Slogans hinausgehen. (...) Zweitens sind die islamistischen Parteien, mit Ausnahme der tunesischen Ennahda, auch damit gescheitert, eine inklusive und demokratische Politik zu betreiben. (...) Drittens hat sich überall auf der Welt gezeigt, dass sich auch die Islamisten an politischer Kungelei beteiligen. (...) Die Islamisten sind auch tief verstrickt in die geopolitischen Konflikte und konfessionellen Spannungen, die die arabische Welt in Brand gesteckt haben. Ihren Anspruch, über den Alltagsbanalitäten der postkolonialen Moderne zu schweben, lösen sie nicht ein. (...) Der Begriff eines 'gemäßigten Islam' ist eigentlich schon an sich autokratisch, denn er diktiert bestimmte Grenzen der religiösen Rede und Praxis. Dabei sollte das eigentliche Ziel nicht darin bestehen, einen 'moderaten' Islam zu schaffen, sondern einen aufgeklärten Islam. Aber Aufklärung schließt kritisches Denken ein – und das ist der natürliche Feind des Autoritarismus."

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23.11.2018

"Syrien heute – eine Nahaufnahme"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5544402

Der aus Beirut berichtenden Informationsagentur "Synaps-Syrien-Team" zufolge kann in Syrien heute trotz des zu Ende gehenden Krieges von "Frieden oder gar Aussöhnung" keine Rede sein. "Der Alltag in den vom Regime kontrollierten Gebieten ist geprägt von Willkürherrschaft, Angst vor den zahlreichen Milizen und einem mörderischen Kampf um knappe Ressourcen."

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13.09.2018

"Blauhelme außer Kontrolle"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5527382

Juan Branco mit einer Bestandsaufnahme der Arbeit der UN-Truppen in der Zentralafrikanischen Republik. "In der Zentralafrikanischen Republik häufen sich die Skandale in den Reihen der UN-Truppen, die eigentlich für den Schutz der Zivilbevölkerung sorgen sollen. Gleichzeitig droht eine erneute Eskalation des seit 2012 schwelenden Bürgerkriegs zwischen der Regierung in Bangui und lokalen Rebellengruppen."

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13.09.2018

"Wie Zentraleuropa auf den Orbán kam"

https://monde-diplomatique.de/!5527388

Die entscheidende Frage angesichts eines europaweit verstärkt auftretenden Nationalismus sei nicht, so Ivan Krastev in Le Monde Diplomatique, "wo der Nationalismus unserer Tage herkommt. Sie lautet vielmehr, wo er sich all die Jahre zuvor versteckt hat. Was hat es mit dem Ethnonationalismus auf sich, der die Wähler seit einiger Zeit mobilisiert, während er sie früher nicht angesprochen hat? Reicht es hin, auf die Auswirkungen der Finanzkrise in den Jahren nach 2008 zu verweisen? Auf den zusätzlichen Schock, den die Flüchtlingskrise ausgelöst hat? Oder gibt es eine andere, weniger offensichtliche Erklärung?"

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09.11.2017

"Der katalanische Knoten"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5458243

Sébastien Bauer sucht nach den Gründen für die katalanische Krise und findet sie in der spanischen Verfassung, die nach dem Tod des früheren Diktators Franco beschlossen wurde. "Von Europa aus betrachtet, erscheinen die Positionen der gegnerischen Parteien in der Auseinandersetzung um Katalonien ziemlich befremdlich und eigentlich konfus. Dennoch verfolgen beide Seiten bestimmte Strategien, die man erst dann begreift, wenn man die Lesart 'Separatisten gegen Zentralstaat' einmal beiseite lässt. Dieses Schema ist zwar nicht verkehrt – alle beziehen sich ja darauf –, aber es verdeckt ein anderes, grundsätzlicheres Problem: Die spanische Verfassung wurde 1978, drei Jahre nach dem Tod des Diktators Franco, angenommen und seither nicht weiterentwickelt. Den Kontakt zur gesellschaftlichen Realität, die sie doch strukturieren soll, hat sie im Lauf der Zeit verloren."

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20.07.2017

"Wahrheit für Tunesien"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5425582

Thierry Brésillon berichtet in der deutschen Ausgabe der Le Monde Diplomatique über den Versuch der jungen tunesischen Demokratie, staatliche Verbrechen aus sechs Jahrzehnten autoritärer Herrschaft mit Hilfe einer Wahrheitskommission aufzuarbeiten. "Die IVD ist das wichtigste Instrument der Übergangsjustiz, das nach dem Sturz des Diktators Zine El Abidine Ben Ali eingerichtet wurde, um Menschenrechtsverletzungen und Korruption aufzudecken. Zwei Jahre, nachdem die IVD unter dem Vorsitz von Sihem Bensedrine ihre Arbeit aufgenommen hatte, fand am 17. November 2016 die erste von bislang zehn öffentlichen Anhörungen statt, die live im Fernsehen übertragen wurden. Anfangs waren die Menschen von den detailliert geschilderten physischen, psychischen und sozialen Übergriffen stark aufgewühlt. Gleichzeitig gab es viele Diskussionen darüber, ob diese Form der Auseinandersetzung inmitten der unsicheren politischen Übergangsphase angemessen sei. Nach drei Jahren IVD ist Bensedrines Bilanz jedoch eher positiv: 'Die Leute sagen nicht mehr: 'Man muss auch Mitleid haben mit Ben Ali.' Sie vermissen die Stabilität, aber sie vermissen nicht mehr den Diktator.'"

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11.05.2017

"Der paranoide Bürger"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5405567

Der bulgarische Politikwissenschaftler Ivan Krastev beschäftigt sich in diesem Beitrag für Le Monde Diplomatique mit der Wirkungsweise von Verschwörungstheorien in modernen Gesellschaften. "Eine gewisse Neigung, an Verschwörungstheorien zu glauben, hatten die Menschen schon immer. Neu ist ihre Bereitschaft, sich von ihnen beherrschen zu lassen. Anstelle von Ideolo­gien bestimmen heute Verschwörungstheorien im Kern die Politik. Sie stiften die neuen postideologischen Identitäten, sie bringen Demonstranten auf die Straßen, sie verbinden Politiker mit ihrer Gefolgschaft. Und sie entscheiden über den Ausgang von Wahlen. Nun gibt es den beliebten Spruch: 'Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind.' Das würde in unserem Fall bedeuten, dass der Erfolg von Verschwörungstheorien mit der tatsächliche Zunahme von Verschwörungen zusammenhängt. Vermutlich steckt aber mehr dahinter."

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11.05.2017

"Trump und der Reiz der Waffen"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5398913

Michael T. Klare unterstellt US-Präsident Trump einen Hang zu militärischem Aktionismus und befürchtet eine Eskalation der Konflikte in Krisenregionen wie der Koreanischen Halbinsel und der Golfregion. "Am meisten Angst bekommt man jedoch, wenn man Trumps Lernkurve betrachtet. Erfahrungen mit dem Einsatz militärischer Gewalt gegen schwächere Staate zu sammeln, macht dem Präsidenten offensichtlich großen Spaß. Hier wird ein Drang sichtbar, der mit dem einmaligen Schlag gegen Syrien keineswegs erschöpft ist. Trump wird auch die dritte und vierte Eskalationsstufe zünden, und dabei wird es nicht bleiben."

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06.04.2017

"Libyen ist nicht mehr"

https://monde-diplomatique.de/artikel/!5390837

Le Monde Diplomatique dokumentiert in deutschsprachiger Übersetzung einen Artikel des Nahost-Korrespondenten Tom Stevenson zum failed state Libyen. Konkurrierende nicht legitimierte "Regierungen" haben keine Kontrolle über das Land. Stattdessen haben Milizen in den Regionen die Macht an sich gerissen. "Der vom Westen vorangetriebene Regimewechsel endete im Desaster: 400.000 von insgesamt 6 Millionen Libyern sind zu Binnenflüchtlingen geworden, mehr als eine Million ins Ausland geflohen. Die vielschichtigen Konfliktebenen – zwischen Regionen, Ethnien, Glaubensrichtungen und Stämmen sowie zwischen Anhängern und Gegnern des alten Regimes – überlagern und verstärken sich gegenseitig. Libyen ist heute ein Land, das mehrere Regierungen und zugleich keine hat: Rivalisierende Institutionen – mit bombastischen Titeln wie Regierung der Nationalen Einheit, Regierung der Nationalen Rettung oder Repräsentantenhaus – machen sich das Recht streitig, einen Staat zu repräsentieren, den es nicht mehr gibt. In der alten Hauptstadt Tripolis sind die eigentlichen Machthaber die Milizen, die die Straßen unsicher machen."

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