US-Soldaten in Afghanistan

Neue Zürcher Zeitung


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22.09.2020

"Der Druck auf China wächst"

https://www.nzz.ch/meinung/handelskrieg-tech-sanktionen-corona-der-druck-auf-china-waechst-ld.1577369

Matthias Kamp sieht in den sich verschlechternden Beziehungen zwischen China und den westlichen Industrienationen auch eine Chance für eine reformerische Entwicklung der chinesischen Wirtschaftspolitik. "Jetzt wendet sich Xi auf einmal wieder der Wirtschaft zu, und schuld daran sind wohl auch die China-Politik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und die Corona-Krise. Das völlig veränderte internationale Gefüge mit amerikanischen Technologie-Boykotten, einem Handelsstreit, schwierigen politischen Beziehungen zu vielen Ländern und einem massiven Nachfrageeinbruch als Folge der Pandemie in Europa und den USA hat in Peking zu der Einsicht geführt, dass Chinas wirtschaftliches Wohlergehen ein Stück weit weniger abhängig von Entwicklungen im Ausland werden soll."

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16.09.2020

"Für ein europaweites Verbot des Hizbullah – und seiner Financiers"

https://www.nzz.ch/meinung/fuer-ein-europaweites-verbot-des-hizbullah-und-seiner-financiers-ld.1573330?re
duced=true

Der Politikwissenschaftler Stephan Grigat fordert in der Neuen Zürcher Zeitung ein Betätigungsverbot für die Terrortruppe Hizbullah in der Schweiz. "Wenn Schweizer Politiker ihre Kampfansage an den schiitischen Islamismus ernst meinen, müssten sie auch die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zum iranischen Regime ins Visier nehmen und sich für die Listung der iranischen Revolutionswächter als Terrororganisation aussprechen. Wenn Rechte, Konservative und Liberale ihre mitunter betont proisraelische Haltung nicht nur als Attitüde vor sich hertragen wollen, müssten sie nicht nur die Forderungen nach einem Betätigungsverbot für den Hizbullah schnellstmöglich umsetzen, sondern eine grundlegende Wende in der schweizerischen Iran-Politik einleiten: keinerlei Kooperation mehr mit dem Ajatollah-Regime, das sich bisher auch durch Geschäfte mit Schweizer Unternehmen an der Macht halten konnte – stattdessen offene Unterstützung für jene Menschen, die sich nach einer Zukunft jenseits des iranischen Terrorstaats und des Hizbullah sehnen."

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14.09.2020

"Mitleid mimen, Flagge hieven"

https://www.nzz.ch/meinung/mitleid-mimen-flagge-hieven-instrumentalisierung-des-holocaust-ld.1574548?redu
ced=true

Richard Herzinger schreibt in seinem Kommentar für die Neue Zürcher Zeitung, "wie die Anteilnahme am Holocaust zu einer Übung für Nationalisten geworden" sei.

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08.09.2020

"Für Nawalny geht niemand auf die Strasse – in Russland widersetzen sich nur wenige der Normalisierung des politischen Terrors"

https://www.nzz.ch/meinung/giftanschlag-auf-nawalny-und-in-russland-protestiert-kaum-einer-ld.1575493#reg
ister

Warum reagiert die russische Opposition auf die Vergiftung Alexei Nawalnys nicht ähnlich wie noch auf den Mord des ehemaligen russischen Vizepremierministers Boris Nemzow vor fünf Jahren, fragt der Politologe und Historiker Sergei Medwedew von der Moskauer Higher School of Economics in der Neuen Zürcher Zeitung. "Der Mord an Boris Nemzow vor fünf Jahren glich der Explosion einer Vakuumbombe. Der Kreml erstarrte, Putin verschwand für zwei Wochen, Zehntausende gingen auf die Strasse, jetzt dagegen: Stille. Wobei Nawalny am heutigen Tag – bei aller Verehrung für Nemzow und aller Anerkennung seiner Persönlichkeit – eine sehr viel gewichtigere politische Figur ist: Er ist ein Medium, Kopf einer regional gut organisierten Institution, er ist die Politik, der einzige Mann in Russland, der es mit Putin aufnehmen kann und dessen Name auszusprechen das Regime scheut wie der Teufel das Weihwasser."

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06.09.2020

"Den Bullen gilt unser tiefer Hass"

https://www.nzz.ch/international/drei-krawallnaechte-in-leipzig-zeugen-von-linker-gewaltbereitschaft-ld.1
575192

"Drei Krawallnächte in Leipzig zeugen von der ungebrochenen Gewaltbereitschaft linksradikaler Straftäter", schreibt Anna Schneider in der Neuen Zürcher Zeitung. "Bei Ausschreitungen im linksalternativen Stadtteil Connewitz in Leipzig wurde die Polizei am Wochenende mit Steinen und Flaschen beworfen. Die Bilder sind keine Überraschung. Doch nun haben die Staatsfeinde den Zeitgeist im Rücken."

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31.08.2020

"Erdogan verschärft noch einmal den Ton gegenüber Griechenland und Frankreich – die neusten Entwicklungen im Erdgasstreit im östlichen Mittelmeer"

https://www.nzz.ch/international/tuerkei-griechenland-wettlauf-um-erdgas-im-mittelmeer-ld.1571955

Die geopolitische Dimension der türkischen Suche nach Energie-Ressourcen im östlichen Mittelmeer berge viel Sprengstoff, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. "Im Streit um Gasvorkommen im Mittelmeer hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Regierungspolitiker in Athen und Paris am Sonntag als geldgierig und inkompetent bezeichnet. 'Wenn es ums Kämpfen geht, sind wir bereit, Märtyrer zu werden', sagte Erdogan in einer Rede. 'Die Frage ist: Sind diejenigen, die sich gegen uns im Mittelmeer auflehnen, zu den gleichen Opfern bereit?'"

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27.08.2020

"Falls der Westen aus den USA verschwindet, geschieht das sicher nicht wegen China oder Putin"

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-westen-er-geht-nicht-wegen-china-oder-putin-unter-ld.1572122#register

Der amerikanische Historiker Michael Kimmage hat sich in seinem Buch "The Abandonment of the West" mit der Geschichte des Westens beschäftigt. In diesem Interview erläutert er, warum die Zeit dieses Konzepts möglicherweise abläuft. "Ich denke, dass wir Zeuge eines langwierigen Prozesses sind, der mit einer grundsätzlichen Verschiebung auf beiden Seiten des politischen Spektrums in den 1960er Jahren begann. Links der politischen Mitte löste die Idee einer liberalen internationalen Ordnung die Idee des Westens ab. Während einige seiner Prinzipien erhalten blieben, etablierte sich eine technokratische Version des Westens. Das war der Leitgedanke in der Administration Obama. Der Westen begann zu verschwinden. In diesem Klima betrat Trump die Bühne, gewann die Wahlen und lancierte einen quasi präzedenzlosen Wandel in der amerikanischen Aussenpolitik. Trump ist zentral – aber ohne ein Umfeld, in dem der Begriff des Westens bereits wackelte, hätte das Phänomen Trump nicht seine heutige Zugkraft gewonnen."

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27.08.2020

"Krieg der Flaggen – in Weissrussland wird derzeit um die symbolische Neuerfindung der Nation gerungen"

https://www.nzz.ch/feuilleton/krieg-der-flaggen-weissrussland-und-die-neuerfindung-der-nation-ld.1573084

Die Proteste in Belarus werden Felix Ackermann zufolge von einem "Krieg der Flaggen" begleitet. "Die weiss-rot-weisse Flagge war von 1991 an nur für vier Jahre Hoheitszeichen eines souveränen Staats, bis sie Lukaschenko 1995 in einem Referendum abschaffte. Die neuen rot-grünen postsowjetischen Symbole sind bis heute weissrussische Hoheitszeichen. Die beiden Flaggen stehen stellvertretend für den Konflikt, der derzeit ausgetragen wird. Auf der einen Seite stehen Lukaschenko und die ihm treu ergebenen Angehörigen des Staatsapparats, auf der anderen Seite eine breite Koalition von Bürgern, die Wahlfälschungen und Gewalt nicht länger hinnehmen wollen."

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26.08.2020

"Libanons Bürger belügen sich – und der Staat profitiert: Fünf Intellektuelle nehmen Stellung"

https://www.nzz.ch/feuilleton/libanons-buerger-beluegen-sich-und-der-staat-profitiert-ld.1572609

Sarah El Bulbeisi, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Orient-Institut Beirut, beschreibt in diesem Feuilleton-Beitrag die Reaktion vieler Libanesen auf das "jämmerliche Versagen" des Staates nach der verheerenden Explosion in Beirut. "Die ostentative Ignoranz und Indifferenz der politischen Führung sei unglaublich demütigend gewesen, hält [Charif Majdalani, Schriftsteller und Professor für französische Literatur an der Saint-Joseph-Universität,] fest. Jede und jeder habe sich persönlich verletzt und angegriffen gefühlt. Dies bewirkte letztlich einen Paradigmenwechsel. 'In den ersten Tagen dachten viele darüber nach, das Land zu verlassen. Doch plötzlich spürte man diesen ungeheuren Trotz, ausharren und die politische Klasse zerschmettern zu wollen. Man forderte nicht mehr nur die Vertreibung der Elite, sondern Rache.' Darin sieht Majdalani eine konstruktive Form der Aggression, aus der etwas Neues entstehen könnte."

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25.08.2020

"Syrien-Unterhändler nach positiven Corona-Tests in Genf in Quarantäne – die neusten Entwicklungen im syrischen Bürgerkrieg"

https://www.nzz.ch/international/idlib-das-neuste-im-kampf-um-syriens-letzte-rebellenbastion-ld.1536230

Die Neue Zürcher Zeitung hat ihr umfangreiches Dossier zum syrischen Bürgerkrieg mit neuen Berichten aktualisiert. "Neun Jahre nach Beginn des Konflikts kontrollieren die Aufständischen nur noch die Provinz Idlib. Präsident Bashar al-Asad ist entschlossen, auch die Region im Nordwesten zurückzuerobern. Die Türkei will dies jedoch unbedingt verhindern."

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18.08.2020

"Ist der Islam der entscheidende Faktor, warum viele muslimische Länder Entwicklungsrückstände aufweisen? Nein, so einfach ist die Sache nicht"

https://www.nzz.ch/feuilleton/islamdebatte-nein-es-liegt-nich-alles-an-der-religion-ld.1571752

Der Friedens- und Konfliktforscher Pascal Gemperli kritisiert eine Analyse des Soziologen Ruud Koopmans, der die Misere der islamischen Welt im Faktor "Religion" begründet sieht. "Sein Buch sei islamkritisch, aber nicht islamfeindlich, schreibt er, und die NZZ in ihrer Besprechung. Und mehrmals bedauert er die Polarisierung der Islamdebatte, welche dem Islam alle oder keine Verantwortung für Gewalt, Rückständigkeit und Unfreiheit zuschreibt. Man kann sich allerdings bei der Lektüre seines Buches dem Verdacht nicht entziehen, dass Koopmans sich selber in dieses Muster einreiht. Versucht er doch aufzuzeigen, dass der entscheidende Unterschied zwischen demokratischen und autoritären Ländern, zwischen stagnierenden und prosperierenden Wirtschaften genau einer sei: der Islam. Geschichtliche Dynamiken, geopolitische Machtstrukturen, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen blendet er aus und identifiziert eine direkte und monokausale Beziehung zwischen dem Islam und dem Zustand der Nationen. Aussagen wie 'Selbst in den ärmsten nichtmuslimischen Ländern gibt es viel mehr Freiheit als in der islamischen Welt' halten jedoch in dieser exklusiven Form einer Überprüfung mit dem Freedom-House-Index nicht stand."

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18.08.2020

"Raketenangriff in Kabul am Unabhängigkeitstag"

https://www.nzz.ch/international/afghanistan-die-neuesten-entwicklungen-im-friedensprozess-ld.1541939#reg
ister

Samuel Misteli berichtet über aktuelle Entwicklungen im Friedensprozess in Afghanistan. "Nach Jahrzehnten des Konflikts soll ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban einen Weg zum Frieden in Afghanistan ebnen. Doch immer wieder kommt es zu Gefechten und Anschlägen, die den Friedensprozess aufhalten."

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15.08.2020

"Was Chinas Aufstieg beenden könnte"

https://nzzas.nzz.ch/meinungen/china-aufstieg-wird-durch-die-demografie-gebremst-ld.1571523?reduced=true

Aufgrund der Entwicklung der chinesischen Demografie könnten China bald Arbeitskräfte fehlen, analysiert der Diplomat und Publizist Paul Widmer. Dies würde das Land machtpolitisch "auf hohem Niveau stagnieren" lassen. "China bekommt die Folgen der desaströsen Ein-Kind-Politik immer härter zu spüren. Es fehlen die Jungen, die Gesellschaft altert. Schon in zehn Jahren dürfte die Einwohnerzahl abnehmen. Der Volkswirtschaft wird es an Arbeitskräften mangeln, und es könnte sehr wohl sein, dass China die USA nie überholen wird. Das Reich der Mitte würde dann zwar wie Japan zu einem wirtschaftlichen Kraftwerk, würde aber machtpolitisch auf hohem Niveau stagnieren. (…) Bedeutet der sich abzeichnende Bevölkerungsschwund eine Entwarnung? Keineswegs. Im Gegenteil. Die gefährlichsten Phasen entstehen genau dann, wenn eine Macht sich unter Zeitdruck gesetzt fühlt."

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04.08.2020

"Deutsche Fregatte startet Einsatz zur Überwachung des Libyen-Embargos – die neusten Entwicklungen und Hintergründe zum Bürgerkrieg in Libyen"

https://www.nzz.ch/international/buergerkrieg-in-libyen-die-neusten-entwicklungen-ld.1477595

Judith Kormann hat in diesem Überblicksartikel aktuelle Informationen zum Bürgerkrieg in Libyen zusammengestellt. "Rund 250 deutsche Soldaten machen sich an diesem Dienstag (4.8.) mit der Fregatte 'Hamburg' auf den Weg ins Mittelmeer, um dort die Einhaltung des Uno-Waffenembargos gegen Libyen zu überwachen. Wie die Marine mitteilte, wird das 143 Meter lange Schiff Teil der EU-Operation Irini sein, die Anfang Mai begonnen hat. Eine besondere Herausforderung ist der Einsatz vor allem wegen der andauernden Corona-Krise. Sie könnte dazu führen, dass die Besatzung ihr Schiff auch bei Hafenaufenthalten nicht verlassen darf. Da die Rückkehr der Fregatte nach Wilhelmshaven derzeit für den 20. Dezember geplant ist, würde das knapp fünf Monate ohne Landgang bedeuten. Ziele der Operation Irini sind die Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes Libyen sowie die Unterstützung des Uno-geführten politischen Friedensprozesses. Neben Waffenschmuggel soll sie auch Ölschmuggel verhindern."

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29.07.2020

"Willkommen in der Realpolitik: Warum der amerikanische Truppenabzug für Deutschland mehr Chance als Strafe ist"

https://www.nzz.ch/meinung/truppenabzug-der-usa-warum-dies-mehr-chance-als-strafe-ist-ld.1568806

Marc Felix Serrao betrachtet den möglichen amerikanischen Truppenabzug als Chance für die "Friedensnation" Deutschland, "erwachsen" zu werden. "Auf den ersten Blick mag Trump das Land bestraft haben. Doch in Wahrheit eröffnet der Truppenabzug eine Chance: All jene Realpolitiker, die seit Jahren gegen die teils pazifistische, teils amerikafeindliche Mehrheitsmeinung in Deutschland anreden, sind nun zur Abwechslung im Vorteil. Was, können sie fragen, wird wohl passieren, wenn die dominante Nation Europas ab- statt aufrüstet, während sich die USA zurückziehen? Wie wird Russland auf eine solche Appeasementpolitik reagieren – jene Grossmacht, die mit hybrider Kriegsführung, Hackerangriffen und Fake-News-Kampagnen Zwietracht sät? Deutschland muss sich entscheiden: Will es das wohlige Gefühl bewahren, eine 'Friedensnation' zu sein? Das hat bisher bedeutet, dass andere den Frieden sichern. Oder springt das Land über seinen Schatten, der über der Vergangenheit liegt, und sichert selbst den Frieden für sich und seine europäischen Partner?"

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23.07.2020

"Auf der Suche nach einem Zionismus 2.0: Was Israel aus der Corona-Krise lernen kann"

https://www.nzz.ch/feuilleton/was-israel-aus-der-corona-krise-lernen-kann-ld.1567169

In Israel habe die Coronakrise einen innenpolitischen "Geist der Aufruhr" heraufbeschworen, schreibt Alfred Bodenheimer. "Nicht zufällig orientierten sich einige der Tausenden von Menschen, die am 14. Juli vor der Residenz des Ministerpräsidenten demonstrierten, ausdrücklich am Sturm auf die Bastille. Die in Not geratene Bevölkerung leidet am eigenen wirtschaftlichen Niedergang. Sie leidet aber ebenso daran, dass das Projekt Israel, dessen Gründung aus den Trümmern des Holocaust ein Triumph jüdischen Gemeinschaftswillens war, seine Seele verloren zu haben scheint. Ein Radiomoderator des staatlichen Informationssenders Reschet Bet sagte vor einigen Tagen, nachdem die Juden aus aller Welt hergekommen seien, um in diesem ihrem Staat zu leben, sähen sie sich nun einer Regierung gegenüber, die sich nicht um sie kümmere."

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23.07.2020

"Ohne Leitkultur kann Europa muslimische Einwanderer nicht integrieren"

https://www.nzz.ch/meinung/ohne-leitkultur-kann-europa-muslimische-einwanderer-nicht-integrieren-ld.15675
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Muslime in Europa müssten ihren Teil zur Integration beitragen, fordert Bassam Tibi in der Neuen Zürcher Zeitung. Ohne eine Europäisierung des Islam könne es kein friedliches Europa geben. "Der Euro-Islam ist eine Vision eines europäischen Islam, wie ich ihn nach dem Vorbild einer Afrikanisierung des Islam und der Anpassung des Islam an südostasiatische Kulturen denke. Ich habe beide in den vergangenen vierzig Jahren in Senegal und in Indonesien beobachtet und als Modell für Europa studiert. Einen universellen, lokalkulturfreien, also einheitlichen Islam gibt es nur als Weltanschauung, nicht aber in der Realität. Deshalb ist es politische Ideologie, von 'dem Islam' zu sprechen. Es ist bedauerlich, dass europäische Politiker wie Angela Merkel unwissend in diese Falle geraten. Der Islam hat viele kulturell, konfessionell und auch sozial unterschiedliche Gesichter. Eines davon ist das ideologisch-totalitäre Gesicht eines 'politischen Islam'. Dieser stellt eine zeitgeschichtliche Erscheinung dar, die zur Politik, nicht aber zum rechtlich zu schützenden religiösen Glauben gehört. Der Euro-Islam richtet sich gegen diesen politischen Islam, den abzulehnen keine Islamophobie ist."

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19.07.2020

"Erst Stuttgart, jetzt Frankfurt: Die grossen Städte in Deutschlands Südwesten haben ein Problem mit Horden gewalttätiger Männer"

https://www.nzz.ch/international/beifall-fuer-flaschenwuerfe-eine-analyse-der-krawalle-in-frankfurt-ld.15
67157

In Frankfurt ist es in der Nacht zum Sonntag zu einer "Krawallnacht" gekommen, bei der offenbar gezielt Polizisten angegriffen wurden. Jonas Hermann berichtet, dass die Behörden im Vergleich zu ähnlichen Krawallen in Stuttgart härter durchgreifen wollen. "Junge Randalierer verletzten fünf Einsatzkräfte und beschädigten mehrere Fahrzeuge der Bundespolizei. 39 Tatverdächtige im Alter von 17 bis 23 Jahren konnten die Beamten ermitteln, bis auf eine Ausnahme sind alle männlich. Die grosse Mehrzahl von ihnen habe einen Migrationshintergrund, teilte die Polizei mit. (…) Vieles erinnert an die Szenen, die sich Ende Juni in Stuttgart ereigneten. Dort hatten ebenfalls Hunderte junge Männer randaliert und Polizeibeamte angegriffen. Auch in Stuttgart hatten viele Tatverdächtige keinen deutschen Pass oder einen Migrationshintergrund. In beiden Städten riefen die Täter 'Fuck the police' und rotteten sich spontan gegen die Einsatzkräfte zusammen."

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16.07.2020

"Woher kommt diese Besessenheit in der Israelkritik?"

https://www.nzz.ch/meinung/woher-kommt-diese-besessenheit-in-der-israelkritik-ld.1566230

Der Psychologe Ahmad Mansour schreibt, dass sich ein "lauter und aggressiver" Antisemitismus in Deutschland heute häufig im Gewand einer "besessen" wirkenden Israelkritik zeige. "In meiner Arbeit beachte und beobachte ich die Argumente, etwa wenn ich mit jungen Leuten in Schulen und Berufsschulen diskutiere. Auffällig ist, wie wenig sie sich für das sichtbare und selbstbewusste jüdische Leben im Land interessieren. Ihre Phantasmen kommen aus dem Internet, mit dem realen Leben haben sie wenig Verbindung. Das scheint auch deshalb so, weil an dem Ort, an dem sie es kennenlernen, und das ist meist die Schule, die Begriffe 'Juden' und 'Deutschland' fast durchweg von Opfernarrativen geprägt sind. (…) Deutschlands Demokratie muss ihre historische Verantwortung ernst nehmen und klare Taten folgen lassen. Staatlich geförderte Zusammenarbeit mit islamistischen und anderen Antisemiten ist nicht zu tolerieren – nicht mit Iran, nicht mit der AfD, nicht mit den Antisemiten aus den USA und Vereinen wie der Muslimbruderschaft, die Antisemitismus gern strategisch mit antimuslimischem Rassismus gleichsetzen."

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13.07.2020

"Der Zweite Kalte Krieg hat längst begonnen – und die Amerikaner sollten lernen, ihn zu mögen"

https://www.nzz.ch/feuilleton/niall-ferguson-der-zweite-kalte-krieg-hat-laengst-begonnen-ld.1565725#regis
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Der britische Historiker Niall Ferguson empfiehlt die Lektüre der futuristischen Romane des chinesischen Bestsellerautors Liu Cixin, um zu verstehen, was China im "Zweiten Kalten Krieg" im Schilde führt. "Man kann natürlich sagen, das sei eben Science-Fiction. Ja, doch 'Der dunkle Wald' gibt uns einen Einblick in etwas, worüber wir zu wenig nachdenken: wie das China Xis denkt. Wenn China uns bereits den kalten Krieg erklärt hat, haben wir nicht mehr darüber zu befinden, ob wir nun in einem kalten Krieg mit China stehen oder nicht. Wir befinden uns nicht nur bereits in den Ausläufern dieses neuen kalten Krieges; diese Ausläufer sind auch mit einem von China konzipierten, undurchdringlichen dunklen Wald bedeckt."

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13.07.2020

"Die Gesellschaft reibt sich auf in immer neuen Kollektiven"

https://www.nzz.ch/meinung/die-gesellschaft-reibt-sich-auf-in-immer-neuen-kollektiven-ld.1565101

Ulrike Ackermann, Direktorin des John-Stuart-Mill-Instituts für Freiheitsforschung an der Hochschule Heidelberg, beobachtet eine bedenkliche Abkehr der westlichen Lebensweise "weg vom Ideal des autonomen, selbstbestimmten, aufgeklärten Individuums und wachen Staatsbürgers hin zum Stammesdenken und zur Bildung von Horden mit gefeierten Anführern." Dabei fühlt sie sich angesichts des "antirassistischen Furor" linker Identitätspolitik an den "Tugendterror der Jakobiner in der Französischen Revolution" erinnert. "Die Identitätspolitik der Rechten favorisiert einen Kollektivismus, der sein Heil in der ethnischen Homogenität der Volksgemeinschaft sieht und die universalistischen Prinzipien der Aufklärung verwirft. Antiwestlich und antiliberal geriert sich aber auch eine Identitätspolitik von links, die an den Hochschulen und im Kulturbetrieb Raum gegriffen hat. (…) Wenn ständig in Täter- und Opferkategorien gedacht und agitiert wird, schwindet der gesellschaftliche Zusammenhalt immer mehr und leistet weiterer Polarisierung Vorschub. Paradoxerweise wird der wohlfeile Antikolonialismus und Antirassismus selbst rassistisch, wenn er die ethnische Herkunft und die Hautfarbe zum essenziellen, identitätsstiftenden Zugehörigkeitskriterium der von der Mehrheitsgesellschaft vorgeblich diskriminierten Opferkollektive macht. Erschreckend sind zudem die Rigidität und die Wut, die den Wunsch nach Reinigung begleiten: Sprache, Geschichte, Bücher, Plätze, Erinnerung sollen von allem Bösen gesäubert werden. Das ursprüngliche Ansinnen ist totalitär geworden und wäre letztlich eine Entsorgung der Vergangenheit."

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11.07.2020

"Aggressiver Nationalismus führte im Juli 1870 zum Krieg zwischen Nachbarn"

https://www.nzz.ch/gesellschaft/1870-nationalismus-fuehrt-zum-deutsch-franzoesischen-krieg-ld.1564908

Christoph Jahr erinnert in diesem historischen Rückblick an die Ursachen des Deutsch-Französischen Kriegs vor 150 Jahren. "Vor 150 Jahren begann der Deutsch-Französische Krieg. Er brachte nicht nur den ersten deutschen Nationalstaat und die Dritte Französische Republik hervor. Der Konflikt vergiftete auch das Verhältnis zwischen den beiden Nachbarländern – und wies in mancher Weise aufs 20. Jahrhundert voraus."

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29.06.2020

"Ein Staat, dem die Bürger nicht mehr vertrauen, ist am Ende – nähern wir uns diesem Zustand?"

https://www.nzz.ch/feuilleton/hegel-und-das-corona-jahr-wie-sich-staat-und-buerger-entfremden-ld.1562691

Thomas Sören Hoffmann empfiehlt eine Beschäftigung mit dem deutschen Philosophen Hegel, um eine Entfremdung zwischen Bürger und Staat, wie sie sich zum Teil in der Coronakrise offenbart habe, verstehen zu lernen. "Das eigentliche, vielleicht das historische Problem des Corona-Jahrs 2020, auf das uns Hegel aufmerksam machen kann, liegt (...) in der Frage: Inwieweit waren die aus sanitären Gründen in vielen Ländern verfügten Aufhebungen der Grundrechte bzw. der Möglichkeit ihres Gebrauchs wirklich durch die Rechtsvernunft selbst gedeckt, inwieweit waren sie das nicht, also arbiträr? Inwieweit ging es – kurz gesagt – um das Recht selbst, inwieweit um etwas anderes? Wenn aber um etwas anderes: Was war dieses andere? Und war es mit dem Zutrauen, aus dem alle Staatlichkeit lebt, vereinbar?"

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11.06.2020

"Aufstehen, indem man niederkniet: Der Protest gegen Unterdrückung hat ein neues Zeichen"

https://www.nzz.ch/feuilleton/knien-in-protest-man-steht-dabei-auf-indem-man-niederkniet-ld.1560326

Was genau soll mit dem Niederknien aus Protest gegen Rassismus zum Ausdruck gebracht werden, fragt Joachim Güntner in der Neuen Zürcher Zeitung. "Wer ein sichtbares Bekenntnis gegen Rassismus ablegt, beugt ein Knie. Die Geste stammt aus dem amerikanischen Football und ist gerade daran, die ganze Welt zu erobern. Was genau will sie uns sagen?"

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02.06.2020

"Die RAF ist tot. Es lebe die Antifa?"

https://www.nzz.ch/meinung/die-raf-ist-tot-es-lebe-die-antifa-ld.1558667

Linksradikalen Terror gibt es bis heute, konstatiert die Historikerin und Publizistin Bettina Röhl, Tochter des RAF-Mitglieds Ulrike Meinhof, in der Neuen Zürcher Zeitung. "Die Befreiung aus dem Gefängnis von Andreas Baader vor fünfzig Jahren begründete die Rote-Armee-Fraktion (RAF). Was in Revolutionsromantik begann, terrorisierte die BRD über drei Jahrzehnte."

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01.06.2020

"Diplomatie als Wolfskrieg"

https://www.nzz.ch/meinung/diplomatie-als-wolfskrieg-chinas-aggressive-aussenpolitik-ld.1558435

Mit seiner aggressiven Aussenpolitik nach Corona schade China am meisten sich selber, schreibt Brahma Chellaney in der Neuen Zürcher Zeitung. "Wegen des Versuchs, die Entstehung und Verbreitung von Covid-19 möglichst lange zu vertuschen und in der Folge aus der Pandemie möglichst viel Kapital zu schlagen, steht China weltweit in der Kritik. Dass es sich als Reaktion darauf für einen Kurs der Einschüchterung entschieden hat, zeugt von Kurzsichtigkeit."

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24.05.2020

"Das Internet zeigt, dass Hass überall lodert"

https://www.nzz.ch/feuilleton/ostasien-pflegt-einen-anderen-umgang-mit-dem-hass-ld.1553959

Hoo Nam Seelmann über den unterschiedlichen Umgang asiatischer und westlicher Kulturen mit Hate Speech im Internet. "Hass ist das stärkste negative Gefühl, dessen Menschen fähig sind. Da er das gesellschaftliche Leben mehr als nur behindert, steht er im Fokus allen ethischen Denkens. Dass im Internet Hass immer mehr um sich greift, zeigt, dass ethisches Denken, in Ost wie in West, an Wirksamkeit verliert."

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14.05.2020

"Die Welt hat das Recht zu wissen, was genau in Wuhan mit Sars-CoV-2 passiert ist – doch China blockt. Warum nur?"

https://www.nzz.ch/meinung/china-blockt-die-welt-muss-wissen-was-genau-in-wuhan-geschah-ld.1555214

Junhua Zhang kritisiert den Umgang der chinesischen Regierung mit der Aufklärung über den Ursprung von Sars-Cov-2. "Es ist Zeit, dass die Welt die Wahrheit über die Entstehung von Sars-CoV-2 in Wuhan erfährt. Ob Tiermarkt oder Forschungslabor, Peking weist Forderungen nach einer internationalen Untersuchung zurück. Wo es um 'Kerninteressen' der KP geht, gibt es keinen Spielraum."

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