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24.9.2013 | Von:
Hans-Joachim Ziesing

Energieverbrauch und Energieeinsparung

Entwicklung von Stromverbrauch und -erzeugung

Stromverbrauch

Sektorale Struktur des BruttostromverbrauchsSektorale Struktur des Bruttostrom-
verbrauchs
Die bisherige Entwicklung des Stromverbrauchs zeigt einen differenzierten Verlauf. Während er von Mitte der 1990er-Jahre bis etwa 2006 kräftig gestiegen war, nahm er danach nur leicht zu und brach infolge der Wirtschaftskrise im Jahr 2009 deutlich ein; nach einem mit der wirtschaftlichen Erholung verbundenen starken Anstieg im Jahr 2010 ging der Bruttostromverbrauch in den Jahren 2011 und 2012 dann wieder spürbar zurück.
Vom Bruttostromverbrauch entfielen 2011 rund 89 Prozent auf den Nettostromverbrauch; der Rest verteilt sich auf den Kraftwerkseigenverbrauch, den Pumpstromverbrauch und die Netzverluste. Am Nettostromverbrauch selbst war die Industrie im Jahr 2011 mit knapp 47 Prozent beteiligt, während die Haushalte ein gutes Viertel verbrauchten; auf Handel und Gewerbe entfielen gut 14 Prozent, auf die öffentlichen Einrichtungen weitere knappe neun, auf den Verkehr gut drei sowie schließlich auf die Landwirtschaft etwas weniger als zwei Prozent.

Entwicklung des BruttostromverbrauchsEntwicklung des Bruttostromverbrauchs



Stromerzeugung

Entwicklung der BruttostromerzeugungEntwicklung der Bruttostromerzeugung
Die Bruttostromerzeugung nahm einen ähnlichen Verlauf wie der Bruttostromverbrauch. Nachdem sie Anfang der 1990er-Jahre zunächst leicht rückläufig war, stieg sie von 1994 bis 2007/2008 nahezu kontinuierlich. Nach einem Einbruch im Jahr 2009 wurde 2010 mit 628,6 Milliarden kWh fast so viel Strom wie zuvor erzeugt. 2011 und 2012 lag die Stromerzeugung darunter. Wichtigster Energieträger war 2012 die Braunkohle mit einem Anteil von knapp 26 Prozent vor den erneuerbaren Energien (22 %) und der Steinkohle (19 %).
Die erneuerbaren Energien konnten in den vergangenen Jahren bei der Stromerzeugung dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) außerordentlich expandieren. Während ihre Anteile an der Bruttostromerzeugung im Jahr 1990 noch 3,6 Prozent und 2000 immerhin schon 6,6 Prozent ausmachten, konnte sich ihr Beitrag bis 2012 mit knapp 22 Prozent mehr als verdreifachen. Insgesamt wurden zuletzt auf Basis erneuerbarer Energien rund 135 Milliarden kWh erzeugt. Daran war die Windenergie mit 45 Milliarden kWh bzw. einem Drittel beteiligt, die Biomasse mit 36 Milliarden kWh oder 27 Prozent, die Photovoltaik mit knapp 29 Milliarden kWh oder 21 Prozent und die Wasserkraft (die ehedem praktisch einzig genutzte erneuerbare Energiequelle zur Stromerzeugung) mit 21 Milliarden kWh oder 15 Prozent. Den restlichen Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung lieferte die Nutzung von biogenen Abfallstoffen.

Stromaußenhandelssaldo DeutschlandStromaußenhandelssaldo Deutschland
Im Gegensatz zum Erdgas, bei dem der Erzeugungsanteil im Jahr 2012 mit gut elf Prozent deutlich höher war als 1990 (6,5 %), und den erneuerbaren Energien (Anstieg von 3,6 auf 21,9 %) nahm die Bedeutung der Kohle und Kernenergie zur Stromerzeugung spürbar ab: Dies gilt insbesondere für die Kernenergie, deren Anteil sich 2012 mit 16 Prozent im Vergleich zu den Spitzenwerten Ende der 1990er-Jahre beinahe halbierte.

Ein Vergleich von Bruttostromverbrauch und Bruttostromerzeugung zeigt zwar einen ähnlichen Verlauf, doch lässt sich auch feststellen, dass seit 2006 in Deutschland erheblich mehr Strom erzeugt als verbraucht worden ist. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf den rasanten Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, und im Ergebnis führte das zu einem seither teilweise sehr hohen Exportüberschuss.