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Dossierbild Haushalt – Markt – Konsum

19.11.2010 | Von:
Birgit Weber

Herausforderungen und Gestaltungsoptionen für private Haushalte

Haushalte in gewachsener Eigenverantwortung

Die privaten Haushalte haben im vergangenen Jahrhundert beispiellose Veränderungen erfahren. Während die Zahl ihrer Mitglieder gesunken ist, hat sich die Versorgung mit materiellen, marktgehandelten Gütern erheblich verbessert. Um ihre vielfältigen Bedürfnisse zu befriedigen, haben die privaten Haushalte erheblich gewachsene Entscheidungsspielräume, die sie vor neue Herausforderungen stellen, ihr Leben zu gestalten. Waren sie früher engen sozialen Bindungen mit entsprechenden Traditionen und Konventionen unterworfen, scheinen sie heute stärker von anonymen Marktkräften oder staatlichen Institutionen abhängig, die gleichzeitig zum Anstieg des materiellen Wohlstands beigetragen haben.

Mit dieser Entscheidungsdichte steigen die Anforderungen, während die Lebenszufriedenheit angesichts neuer Knappheiten, alter und neuer Risiken nicht gleichermaßen wächst. Auch die Suche nach Gestaltungsmöglichkeiten kooperativen Wirtschaftens gehört zur Gegenwart vieler Haushalte. Solche Optionen, die Markt und Staat nicht ersetzen, aber ergänzen, gleichzeitig soziale und ökologische Probleme zu mindern helfen und soziale Einbettung und kreative Entfaltung ermöglichen, existieren auch jenseits von Markt- und Sozialeinkommen, Haus- und Erwerbsarbeit sowie Privat- oder Staatseigentum. Sie erwachsen aus geteilten ökonomischen und sozialen Bedürfnissen und dem solidarischen Miteinander. Sie können die Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigung privater Haushalte sowohl erweitern als auch bereichern, sie verlangen aber auch die verantwortliche Nutzung und Gestaltung von Optionen.