Russland

3.2.2004 | Von:

Kultur und Bildungswesen

Religion und Kirche

Thomas Bremer

Nach langen Jahrzehnten von Verfolgung und antireligiöser Propaganda wird Religion in der russischen Gesellschaft heute wieder anerkannt und genießt weithin Wertschätzung. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: mit einem geistigen Vakuum nach dem Zerfall der alten Ideologie, mit der Suche nach neuen Werten, aber auch damit, dass die Religionsgemeinschaften vielen Menschen der Russländischen Föderation ein Identitätsangebot machen. Denn das Bekenntnis zu einer Religion ermöglicht zugleich eines zu einer nationalen und kulturellen Zugehörigkeit.

Die größte Religionsgemeinschaft des Landes ist die Russische Orthodoxe Kirche (ROK). Seitdem das Kiewer Reich Ende des 10. Jahrhunderts von Byzanz aus christianisiert wurde, gehören die russischen Christen zur Orthodoxie. Da es keine Kirchenstatistik gibt, lassen sich keine genauen Zahlen angeben. Der größte Teil der ethnischen Russinnen und Russen bekennt sich aber sicherlich zur ROK, an deren Spitze der Patriarch steht. Die Kirche ist in 130 Bistümer, davon etwa 70 in Russland, gegliedert, die von Bischöfen geleitet werden. In ihrer mehr als 1000-jährigen Geschichte stand die ROK immer in enger Beziehung, zum Teil Abhängigkeit von den jeweiligen Herrschern, deren Interessen sie vertrat, von denen sie aber auch nach innen und außen geschützt wurde. Die Zeit der Sowjetunion mit ihrem kirchenfeindlichen Regime stellte eine Ausnahme dar. Seit der politischen Wende versucht die ROK, die frühere Position wieder einzunehmen. Sie versteht sich als legitime Vertreterin aller Russinnen und Russen in und außerhalb der Russländischen Föderation.

Seit dem Ende der Verfolgungen sind zahlreiche neue Kirchen gebaut worden. Die Kirche hat neue Ausbildungs- und Publikationsmöglichkeiten und wird insbesondere auch von staatlicher Seite gefördert. Sie finanziert sich vor allem durch Spenden der Gläubigen und - in geringerem Maße - durch staatliche Unterstützung. Ihre Wirkungsmöglichkeiten sind unvergleichlich besser als in den Jahrzehnten zuvor. Insbesondere das Klosterwesen hat einen großen Aufschwung erlebt. Zahlreiche Klöster wurden neu- oder wieder gegründet, und viele Menschen, auch viele jüngere, entscheiden sich für ein monastisches Leben. Doch auch kirchliche Trauungen, Taufen und andere liturgische Vollzüge haben neue Bedeutung erlangt und gehören heute weitgehend zum Alltag.

Vom weit verbreiteten Bekenntnis zur ROK ist allerdings die Religiosität zu unterscheiden. Neben den praktizierenden Gläubigen gibt es auch viele Menschen, die sich als orthodox bezeichnen, aber grundsätzliche Glaubensaussagen der Kirche ablehnen: Sie besuchen den Gottesdienst nicht, vollziehen keine kirchlichen Riten oder glauben nicht einmal an Gott. Diese Menschen bekennen sich also nicht aus Glaubensüberzeugung zur Orthodoxie, sondern vor allem aus traditionellen und kulturellen Gründen, da die Orthodoxie die überlieferte Religion der russischen Menschen ist.

In der Russländischen Föderation sind vor allem die ethnischen Russinnen und Russen sowie die dort lebenden Menschen aus der Ukraine, aus Weißrussland und Georgien orthodox, während die Angehörigen anderer Nationen sich in der Regel auch zu anderen Religionen bekennen: das tschetschenische sowie das tatarische Volk und viele andere Völker zum Islam, Juden zum Judentum, Bewohnerinnen und Bewohner der ostasiatischen Regionen zum Buddhismus, Deutschstämmige, Finnen und Letten zum Protestantismus und Menschen polnischer und litauischer Herkunft sowie ein Teil der Russlanddeutschen zur katholischen Kirche. Trotz vermehrter Übertritte in der letzten Zeit gilt diese Regel grundsätzlich immer noch. Auch das bestätigt, wie sehr Religionszugehörigkeit als nationale Identitätsbestätigung verstanden wird.

Quellentext

Renaissance der Orthodoxie

[...] Die Hauptstadt boomt - und restauriert im Eiltempo ihre Kirchen. [...] Allein in Moskau sind bereits über 300 Gotteshäuser fertig. Es ist, als sollten die alten Kirchen und Klöster Russland einen verlorenen Schatz zurückbringen: die Kraft und Geborgenheit des Glaubens. Scheinbar unbeschadet, unverändert ist die Orthodoxie nach Jahrzehnten der Unterdrückung wieder auferstanden. Mit Macht meldet sie sich in der Gesellschaft zurück. Was einst verpönt war, gilt jetzt beinahe als Allheilmittel, selbst bei Skeptikern und Atheisten. Auf Glauben und Kirche ruhen wieder große Hoffnungen.

[...] Vor der wieder aufgebauten Christus-Erlöser-Kathedrale mit Blick zum Kreml steht am Samstagabend das elegante Moskau Schlange. Damen und Herren in Zobel und Wildleder. [...] Die Kathedrale, die einst an dieser Stelle stand, hatte Diktator Stalin sprengen lassen. Jetzt machen sich die Zeitungen Gedanken darüber, welche Kirche Staatspräsident Putin wohl zum Osterfest besuchen wird. Meistens wählt er diese. [...]

"Gehen Sie bloß nicht in die Erlöser-Kathedrale", hatten gläubige Moskauer zuvor gewarnt. "Das ist doch alles bloß Staatstheater! Gehen Sie in die kleinen Kirchen!" Auch Andrej Prolomow wird bitter, wenn er auf diese Kirche zu sprechen kommt. [...] Nach dem Militärdienst ging es ihm nicht gut. Jemand drückte ihm Gebete der Kirchenväter in die Hand. Manches verstand er nicht, anderes hat ihn direkt angesprochen. Später hat er sogar in seinem Urlaub geholfen, ein Kloster zu renovieren. Die Atmosphäre dort gefiel ihm.

Zurück in Moskau, war alles anders. In der Kirche fühlte er sich wie ein Fremder. "Ich verstehe ja nicht, was der Priester in Altkirchenslawisch liest. Niemand erklärt mir etwas. Braucht er mich?" Heute sagt Andrej Prolomow: "Ich unterhalte mich lieber mit meinem Kumpel. Da fühle ich mich nicht bloß als Dekoration." [...] Versteht er sich trotzdem als ein gut orthodoxer Christ? Prolomow zuckt die Schultern: "Schließlich bin ich getauft!"

Kirchliches Leben findet im heutigen Russland nicht nur in der Kirche statt. Es genügt, den Fernseher einzuschalten. Kein Abend, an dem nicht Priester in ihrem schwarzen, bodenlangen Gewand im Fernsehen vor dem "neuen Heidentum" warnen: vor übermäßigem Konsum, dem Geist amerikanischer Actionfilme, abergläubischem Denken - manche verurteilen selbst Yoga und Väterchen Frost, den russischen Weihnachtsmann. Keine Woche ohne neue Kirchen, neue Glocken, auf wunderbare Weise wieder gefundene wundertätige Ikonen. Kein Wort der Kritik.

Die Kirche ist Russland - das starke, gute Russland -, sie kündet von Pracht und Unvergänglichkeit. Die Hüterin der Ikonen ist selbst zur Ikone geworden. [...]

In der Innenstadt leuchten die Zwiebeltürme der kleinen Fjodor-Studito-Kirche. Es ist Nachmittag. Im Innern wirkt der Raum mit seinen Rundbögen und den vom Kerzenlicht erhellten Ikonen strahlend und warm wie eine festliche Wohnstube. Die alte Wächterin in Strickpullover und Filzpantoffeln kommt hinter ihrem Verkaufsstand hervor, stemmt die Hände in die Seiten, schaut die Besucherin herausfordernd an. "Gott will, dass Frauen Kopftuch und Rock tragen", nuschelt sie, verzieht dann aber den Mund mit nur noch einem oberen Zahn zu einem Lächeln: "Besichtigung, nun gut."

Ein Mann mit Aktentasche geht zu der dunklen Muttergottes-Ikone, die links von den goldenen Toren im Seitengewölbe hängt. Eine Weile bleibt er stehen und betrachtet sie. Dann nähert er sich ihr behutsam, küsst sie auf Mund und Herz.

Am Verkaufsstand der Alten gibt es Arbeit. Eine junge Frau mit Kopftuch, noch ungeübt im Bestellen von Bittgebeten, schreibt Namen auf einen Zettel und sucht nach Münzen. 80 Rubel (drei Euro) für ein 40-Tage-Gebet, bis zu 400 Rubel (15 Euro) für Gebete zum Gedächtnis an einen Verstorbenen. Die einfache Fürbitte gibt es schon für ein paar Rubel. "Gott reicht der Vorname", seufzt die Wärterin ungeduldig. Der Zettel wandert in ein Holzkästchen mit der Aufschrift "Für Gesundheit", daneben steht noch eins: "Für die Ruhe".

Rasch kämmt sich Vater Pawel den Bart. Er ist Priester in der "Kirche der heiligen Märtyrerinnen Glaube, Liebe, Hoffnung und ihrer Mutter Sofia". [...]

Vater Pawel holt mit den Armen weit aus: "Wie ein reicher Onkel aus Amerika hat Byzanz uns unsere Tradition geschenkt, damit wir verstehen, dass der Erlöser geboren ist." An diesem Erbe, der Liturgie, den Gebeten und Regeln dürfe kein Jota verändert werden. [...] "Wir sind näher am Licht des Ostens", begeistert sich Vater Pawel, "wir haben die Tradition der Kirchenväter am besten bewahrt. Moskau ist - nach Byzanz - das dritte Jerusalem." [...]

Metrostation Scelkowskaja: In der nahe gelegenen Mittelschule führen die Schüler der achten Klasse ein ungewohntes Unterrichtsgespräch. Über Religion. Sie sind um die 13 und zweifeln nicht: Natürlich sollen die alten Kirchen wieder aufgebaut werden [...]. Sie selbst werden zu Ostern ihren Kulitsch, den Osterkuchen, zum Segnen in die Kirche tragen, einander am Morgen mit den Worten "Christus ist auferstanden!" begrüßen und antworten: "Wahrhaftig auferstanden!". Und was für eine Botschaft steckt dahinter? Komische Frage, finden die Schüler. "Da gab es diese Geschichte von dem leeren Grab und so weiter, na, Sie wissen schon." [...]

Hedwig Gafga, "Wahrhaftig auferstanden!", in: chrismon 3/2002.

Verhältnis der Religionen zueinander

Die Russländische Föderation hat 1997 ein Religionsgesetz erlassen, das ein liberaleres von 1990 ersetzte. Das jetzt gültige Gesetz kennt "traditionelle" Religionen (Orthodoxie, Judentum, Islam und Buddhismus), für die die administrativen Bedingungen einfacher sind als für neue Religionen, die erst in jüngerer Zeit nach Russland gekommen sind, oder für solche Kirchen, die sich in der Sowjetzeit offiziell nicht organisieren durften. Letztere klagen häufig darüber, dass sich besonders die ROK mit staatlicher Hilfe eine privilegierte Stellung verschaffen wolle. Tatsächlich fördern die staatlichen, das heißt zumeist die lokalen Behörden die ROK in besonderer Weise, indem sie etwa Bauprojekte oder Gemeindeneugründungen eher und einfacher gestatten als bei anderen Kirchen. Im Hintergrund steht die Absicht einzelner Beamter, der Orthodoxie als der traditionellen russischen Religion zu einer starken Stellung zu verhelfen.

In der letzten Zeit ist es einerseits zu einer Annäherung zwischen den Religionen, andererseits aber auch zu wachsenden Spannungen gekommen. In den Tschetschenien-Kriegen haben der orthodoxe Patriarch und der oberste Mufti gemeinsame Aufrufe zum Frieden veröffentlicht, auch wenn sie unterschiedliche Standpunkte hinsichtlich des Krieges einnahmen. Zwischen der ROK und der katholischen Kirche gab es in den letzten Jahren große Konflikte, als sich die katholische Kirche in Russland neu strukturierte und Bistümer gründete, was von der ROK als unzulässiger Versuch gewertet wurde, orthodoxe Gläubige zum Katholizismus abzuwerben ("Proselytismus"). Die katholische Kirche argumentierte, dass sie nach der Verfolgungssituation ihren Angehörigen pastorale Betreuung bieten wolle und dass areligiös aufgewachsene Menschen, auch ethnische Russinnen und Russen, das Recht auf Religionsfreiheit hätten.

Trotz des Wiedererstehens der Religion in Russland bleibt die Frage, wie die Religionsgemeinschaften auf die Herausforderungen der Zukunft eingehen können. Das Angebot einer Identitätsstiftung wird auf Dauer nicht tragfähig sein. Mit der Entwicklung des Landes werden die Fragestellungen von Säkularisierung bzw. Entkirchlichung, Entstehung von Alternativreligionen oder ökumenischer Zusammenarbeit auch auf die Religionsgemeinschaften in Russland zukommen. Sie werden sich, wenn sie wirksam bleiben und ihre Sendung erfüllen wollen, darauf einstellen und sich bemühen müssen, Antworten auf diese Herausforderungen zu finden.

Bildung und Wissenschaft

Gerlind Schmidt

Im Bildungsbereich des neu entstandenen Russland vollzog sich ein radikaler Paradigmenwechsel gegenüber der sowjetischen Epoche. Dazu propagierte eine Bewegung "von unten" schon in der Phase der Perestrojka neue Grundsätze: Zahlreiche Lehrkräfte strebten eine Überwindung der ideologisch verkrusteten Erziehungskonzeption an. Sie plädierten für eine "Humanisierung" der autoritären Pädagogik zugunsten der freien Persönlichkeitsentwicklung des Individuums, und das Staatsmonopol im Bildungswesen, eingeschlossen die zentrale staatliche Bildungs- und Arbeitskräfteplanung und -lenkung, sollte abgeschafft werden.

Reformansätze und ihre Wirkung

Der 1992 im Bildungsgesetz der Russländischen Föderation festgelegte radikalliberale Reformkurs wollte weltweit gültige Grundsätze von Demokratie und Marktwirtschaft sowie der gesellschaftlichen Mitwirkung im Bildungsbereich auf das russische Bildungssystem übertragen. Hierzu gehörten die Sicherung der Rechte des Individuums und einer Vielfalt politischer, weltanschaulicher, sozialer und ethnisch-kultureller Ansprüche der Gesellschaft gegenüber dem Staat, die Freiheit von Wissenschaft und Forschung sowie die Trennung von staatlichem Bildungswesen und Kirche.

Zwar wies die Umsetzung der Reformmaßnahmen rasch Erfolge auf, wie beispielsweise bei der Veränderung der Lehrpläne in Geschichte und politischer Bildung, der Errichtung von pädagogischen Modellschulen sowie der Gründung von privaten Bildungseinrichtungen. Seit Mitte der neunziger Jahre zeigten sich aber infolge des überstürzten Tempos und der mangelhaften Vorbereitung der Transformation erhebliche Leistungs- und Qualitätsverluste sowie Einbußen bei der Bildungsgerechtigkeit. Sie spiegelten die ökonomische und soziale Krise des Landes wider und wurden durch den Rückzug des Staates aus dem Bildungsbereich sowie die resultierenden sozialen Verwerfungen verstärkt.

Zudem nutzten einige der 89 föderalen Gebietseinheiten die Spielräume der neu geschaffenen föderativen Staatsordnung für wirtschaftliche, politische und national-kulturelle Sonderentwicklungen. Daraus erwuchs die nach wie vor aktuelle Forderung nach dem "Erhalt des einheitlichen Bildungsraums" innerhalb der Russländischen Föderation.

Die Regierung suchte die "sozialen Garantien", wie die weitgehende Unentgeltlichkeit der Bildung, die regelmäßigen Gehalts- und Stipendienzahlungen sowie die materielle Versorgung (zum Beispiel Energieversorgung, Wohnheim- und Kantinenangebote) von Schulen und Hochschulen, zu sichern, indem sie die entstandenen Schulden der Bildungseinrichtungen abzubauen begann. Zugleich nahm sie das Gedankengut der nationalpatriotisch gesinnten Kreise im Lande auf und berücksichtigte so die Anerkennung, die das sowjetische Bildungswesen und der Stand seiner Wissenschaft in der eigenen Bevölkerung weiterhin genossen.

Die ehrgeizigen Ziele einer zukunftsgewandten Bildungspolitik blieben jedoch bestehen. Mit dem Amtsantritt Putins wurde eine gezielte Korrektur der lückenhaften oder gar widersprüchlichen rechtlichen und administrativen Steuerung eingeleitet und die "Machtvertikale" auch gegenüber den Regionen verstärkt. Der Bildungs- und Wissenschaftssektor soll seitdem die Leistungsfähigkeit des alten Systems wiedergewinnen und mit einer bahnbrechenden Innovation verbinden, um die internationale Öffnung voranzutreiben und die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit Russlands auf den Weltmärkten zu stärken.

Als vielversprechendes Instrument einer solchen Modernisierung wird die Einführung der neuen Informationstechnologien im Bildungswesen und in der Wissenschaft forciert. Die Nutzung von Computern und Internet soll die strukturellen, aber auch die ökonomisch-materiellen und personellen Probleme des russischen Bildungswesens - die kulturelle Verödung der Provinz, den verbreiteten Mangel an neuen Lehrbüchern und Unterrichtsmitteln sowie die Abwanderung von qualifizierten Lehrkräften - lösen helfen, angefangen von der ersten Klasse der Pflichtschule und endend mit dem Fernstudium im Rahmen lebenslanger Bildung.

Zwar wurden auch an den "Rändern" des Bildungswesens wie in der Vorschulerziehung und der Erwachsenenbildung zahlreiche neue Konzepte entwickelt. Hauptansatzpunkte der Neuerungen waren seit den neunziger Jahren aber die allgemein bildende Schule und das Hochschulwesen, während insbesondere die berufliche Bildung vernachlässigt blieb. Zusammen mit der Neubestimmung der Bildungsinhalte werden derzeit einschneidende strukturelle Veränderungen und Neuregelungen bei der Finanzierung erprobt. Die Entscheidung über eine allgemeine obligatorische Einführung einzelner Neuerungen wurde aber wiederholt hinausgezögert, so dass bei zentralen Reformprojekten in der Praxis mittlerweile alte und neue Formen nebeneinander bestehen.

Das "Konzept zur Modernisierung des Bildungswesens der Russländischen Föderation bis zum Jahre 2010" (2002) rückte das Zusammenwirken der einzelnen Bereiche und Stufen des Bildungswesens untereinander und die Ausrichtung auf den Bedarf von Wirtschaft und Arbeitsmarkt in mittelfristiger Sicht stärker in den Vordergrund. Dabei wird an die politische Einbindung und finanzielle Beteiligung der Regionen und ihrer Wirtschaftskraft sowie an die marktwirtschaftliche Einbindung ihrer Betriebe gedacht. Ebensolche Aufmerksamkeit erhalten Wissenschaft und Forschung als Bereiche gesamtstaatlichen wie privatwirtschaftlichen Interesses, in denen große Unternehmen sowie einzelne Betriebe als Auftraggeber sowie Sponsoren tätig werden können.