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Serielle Daten zur den Vegetationsperioden

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Serielle Daten zur den Vegetationsperioden

Paul Erker

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Wann beginnt die Apfelblüte? Wann färben sich die Buchenblätter rot? Daten zu Vegitationszeiträumen helfen bei langfristiger Betrachtung, Verschiebungen der Jahreszeiten zu bestimmen.

Tabelle 2a: Phänologie (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Tabelle 2b: Phänologie (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Ergänzend dazu sind die ebenfalls weit zurückreichenden seriellen Daten zur Phänologie, also zu den jeweiligen Eintrittszeiten charakteristischer Vegetationsstadien einzelner Pflanzen, von zentraler Bedeutung. Die periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen geben im langfristigen Verlauf beobachtet Aufschluss über die Länge der Vegetationsperioden und deren zeitliche Verschiebung. Die ältesten Erhebungen zur Interner Link: "Phänologischen Uhr" Deutschlands beginnen 1896 mit dem Beginn der Apfelblüte, die den Eintritt des Vollfrühlings anzeigt. (siehe Tab 2, Abb 2) 

Abbildung 2: Phänologie - Dauer seit 1. Januar in Tagen (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Der Beginn der landwirtschaftlichen Vegetationsperiode wird durch den Blühbeginn der Salweide, das Ende durch die Blattverfärbung der Stieleiche indiziert. Auch andere damit im Zusammenhang stehende Datenreihen wie der jährliche Beginn der Weinlese sind dabei unter klima- und umwelthistorischer Perspektive wichtige Quellen. Die Trendaussage dieser phänologischen Daten ist jedenfalls klar: Austrieb, Blüte und Fruchtreife setzen insgesamt jeweils früher ein, während im Herbst Blattverfärbung und Blattfall später stattfinden. Die Vegetationsperioden dauern insgesamt damit länger, im Vergleich der Werte von 1950 und 2010 um etwa elf Tage, wobei es regional erhebliche Unterschiede gibt. Diese Verschiebung der phänologischen Phasen ist nicht auf die letzten Jahrzehnte beschränkt, aber sie hat sich in den letzten 20 Jahren sprunghaft verstärkt. Die Blüte der Schlehe beispielsweise setzt heute fast einen Monat früher ein als noch vor 170 Jahren. Diese "Vorverlegung des Frühjahrs" hat nachhaltige Rückwirkungen auf die Pflanzen- und Tiermobilität: Die Verbreitungsgebiete von an Kälte angepassten Pflanzen und Tierarten verschieben sich global polwärts, während wärmeliebende Arten "nachrücken".

apl. Prof. Dr., Historisches Seminar, Ludwig-Maximilians­Universität München - Umwelt, Klima und Natur