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Religion

Thomas Großbölting Markus Goldbeck

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Wie lässt sich Religiosität messen? Das hängt zu einem großen Anteil von der jeweiligen Definition einer Religion ab, etwa ob man sie eher institutionell oder individuell-funktional beschreibt.

Die Rolle von Religion wandelte sich im 19. und 20. Jahrhundert erheblich: Während die Rede von "Thron und Altar" für das 19. Jahrhundert einen engen Bezug von Religionsgemeinschaft, Gesellschaft und Staat anzeigte, so ging dieser Zusammenhang im 20. Jahrhundert zwar nicht vollständig, aber doch weitgehend verloren. Für die Strukturierung der Gesellschaft und ihre Selbstverständigungsdebatten spielt die Religion eine ungleich geringere Rolle.

Problematisch ist der Versuch, diese generelle Aussage stärker zu spezifizieren. Insbesondere die unscharfen Ränder des Feldes werfen die Frage auf, mittels welcher Kriterien sich religiöse Phänomene beschreiben lassen. Nimmt man die nominelle Mitgliedschaft in einer religiösen Gemeinschaft zum Ausgangspunkt, dann lassen sich kaum Aussagen zu Religionsgemeinschaften machen, die nicht als Organisationen funktionieren und deswegen nicht über feste Ein- und Ausschlusskriterien verfügen. Bei einer funktionalen Betrachtungsweise, die individuelle wie kollektive Überzeugungen und davon abgeleitete Praktiken in den Mittelpunkt stellt, trifft der offenere Begriff der Spiritualität auf den enger definierten Religionsbegriff, was die Definitions- und Erhebungsprobleme aber nicht schmälert.

Ansatzpunkt der folgenden Betrachtung ist die gesamtgesellschaftliche Relevanz von Religion. Da in Deutschland immer noch die christliche Religionstradition dominiert, muss eine Untersuchung religiösen Wandels auf Prozesse der De-Christianisierung bzw. Re-Christianisierung und die Entwicklung der inneren Gestalt und der Bindekraft der Kirchen fokussieren und dies in die Dynamik des religiösen Feldes in Deutschland insgesamt einbetten. Es wird damit ein pragmatischer Religionsbegriff zugrunde gelegt, indem von einem organisationalen, also auf die Großkirchen konzentrierten Religionsbegriff ausgegangen, zugleich aber auch versucht wird, diese Perspektive zu ergänzen. Die Betrachtung berücksichtigt dabei die veränderten geografischen Grenzen des heutigen Deutschlands während des Untersuchungszeitraumes (Deutsches Reich, Bundesrepublik, DDR, wiedervereinigtes Deutschland).

Konkret befassen sich nachfolgende Überlegungen mit drei Themenfeldern:

  1. Das religiöse Feld in der Gesellschaft: Zunächst werden die Veränderungen des religiösen Feldes in Deutschland aufgezeigt. Die veränderten Relationen zwischen den christlichen Bekenntnissen und anderen Religionen werden ebenso thematisiert wie die regionale Mitgliederverteilung der christlichen Konfessionen.


  2. Veränderungen des Christentums: In der Analyse von Dynamiken und Konjunkturen innerhalb des christlichen Feldes stehen neben Mitgliederzahlen und Ein- und Austrittsbewegungen auch Daten zu Passageriten wie Taufe, Eheschließung und Beerdigung im Mittelpunkt. Dies soll Aussagen zur Intensität der Mitgliederbindung ermöglichen.


  3. Populäre Religion: Die gewonnenen Erkenntnisse gehen als Synthese in einen dritten Teil ein. Hier wird trotz schwieriger Datenlage die Frage im Vordergrund stehen, wie sich das Interesse an religiösen Themen trotz Bedeutungsverlust und sinkender Bindungskraft der Großkirchen entwickelt. Zur Annäherung werden Daten über Publikationen religiöser Literatur sowie zur Popularität des Theologiestudiums herangezogen.

Prof. Dr., Historisches Seminar, Westfälische ­Wilhelms-Universität Münster - Religion

M.A., Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster -Religion