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Datengrundlage

Rainer Metz

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Die Datenlage für die ökonomischen Kennzahlen der VGR ist vergleichsweise gut. So gibt es beispielsweise Studien, die Zeitreihen bis Anfang des 19. Jahrhunderts rekonstruieren.

Die wichtigsten Kenngrößen der VGR für Deutschland (in unterschiedlichen Gebietsgrenzen)

  • bis 1870 auf das Gebiet des späteren Deutschen Reiches ausschließlich Elsass-Lothringens

  • von 1871 bis 1917 auf das damalige Reichsgebiet einschließlich Elsass-Lothringens von 1918 bis 1944 auf das jeweilige Reichsgebiet ausschließlich Österreichs und des Sudetenlandes, aber ab 1934 einschließlich des Saarlandes

  • von 1945 bis 1959 auf das frühere Bundesgebiet ohne Saarland und Berlin (West)

  • 1960 bis 1990 auf das frühere Bundesgebiet

  • 1991 bis 2012 auf Deutschland nach der Wiedervereinigung

lassen sich für die Zeit ab 1950 bis zur Gegenwart aus den Angaben der amtlichen Statistik rekonstruieren bzw. werden teilweise auch schon vom Statistischen Bundesamt als lange Reihen publiziert.

Neben der amtlichen Statistik ist auch die Wissenschaft um die Rekonstruktion statistischer Größen der VGR bemüht, naturgemäß vor allem für die Jahre, für die die amtliche Statistik keine Daten liefert. Erste Arbeiten dazu sind bereits im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts entstanden, in denen zahlreiche Schätzungen des Volkseinkommens außerhalb der amtlichen Statistik durchgeführt wurden. Es war dann aber vor allem der Wachstumsboom nach dem Zweiten Weltkrieg, der in vielen Industrieländern zu einem verstärkten Interesse der Ökonomen und Wirtschaftshistoriker am Phänomen des wirtschaftlichen Wachstums führte, in dessen Folge man sich darum bemühte, wichtige Kenngrößen der VGR weit zurück in die Geschichte, teilweise sogar bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, zu rekonstruieren. Für Deutschland ist hier an erster Stelle die Arbeit von Walther G. Hoffmann (1965) zu nennen, der die Daten der VGR für die Zeit von 1850 bis 1959 detailliert rekonstruiert hat. Trotz zahlreicher und teilweise auch berechtigter Kritik am Werk von Hoffmann ist es auch heute noch unentbehrlich und zwar alleine schon deshalb, weil es praktisch keine Alternative dazu gibt. Dies gilt auch für den von Angus Maddison aufbereiteten Datensatz, der für viele Länder lange Reihen des BIP umfasst, wobei die nationalen BIP-Reihen in eine einheitliche Währung (Geary-Khamis-Dollars) umgerechnet wurden, sodass sie international vergleichbar sind. Der Vorteil dieses Datensatzes ist, dass die BIP­Reihen nicht nur zeitlich, sondern durch die Währungsumrechnung auch international vergleichbar sind. Nachteilig ist für diesen Beitrag allerdings, dass die Reihen bereits 2008 enden und dass sie keinen direkten Vergleich mit den aktuellen amtlichen Werten des BIP erlauben, die ja in Euro ausgewiesen sind. Schließlich sei noch auf das Werk von Mitchell (2005) hingewiesen, das für zahlreiche Länder VGR­Angaben enthält.

Zum Weiterlesen empfohlen

Gerold Ambrosius / Dietmar Petzina / Werner Plumpe (Hrsg.): Moderne Wirtschaftsgeschichte. Eine Einführung für Historiker und Ökonomen, 2. Aufl., München 2006.

Dieter Brümmerhoff /Michael Grömling: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, München 2011. Angus Maddison: Contours of the World Economy, 1-2030 AD, Oxford 2007.

Michael North (Hrsg.): Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Ein Jahrtausend im Überblick, 2. Aufl., München 2005.

Mark Spoerer /Jochen Streb: Neue deutsche Wirtschaftsgeschichte des 20. Jahrhunderts, München 2013.

Reinhard Spree (Hrsg.): Geschichte der deutschen Wirtschaft im 20. Jahrhundert, München 2001.

Klaus Voy (Hrsg.): Kategorien der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Bd. 4.: Zur Geschichte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen nach 1945, Marburg 2009.

Hyperinflation

Eine Inflation mit gigantischen Preissteigerungen. Die Inflationsraten liegen mindestens bei 50 Prozent, meist sogar höher. Bei Hyperinflation nimmt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ständig zu, da jeder sein Geld möglichst sofort für Güter ausgibt, um weiteren Preissteigerungen zuvorzukommen. Die Folge ist eine immer schnellere Nachfrage und immer schnellere Preissteigerungen, bis schließlich das Vertrauen der Bevölkerung in die inländische Währung total verloren geht.

Abschreibungen

Unter Abschreibung versteht man hier die Wertminderung des Anlagevermögens während einer Periode durch normalen Verschleiß und wirtschaftliches Veralten. Abgeschrieben wird linear zu Wiederbeschaffungspreisen.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Die für diesen Beitrag rekonstruierten Werte beziehen sich auf unterschiedliche Gebietseinheiten und zwar:

  2. Für ausgewählte Reihen ab 1950. Für das Bruttonationaleinkommen und das Volkseinkommen in jeweiligen Preisen weist das Statistische Bundesamt auch für die Jahre von 1925 bis 1938 Werte aus, die auf Berechnungen des Statistischen Reichsamtes basieren. Da die amtlichen Werte grundsätzlich auf unterschiedlichen VGR-Systematiken basieren, sind sie, laut Statistischem Bundesamt, zeitlich nicht voll vergleichbar.

  3. Hoffmann (Anm. 3).

  4. Die Kritik am Zahlenwerk von Hoffmann hat zu partiellen Revisionen seiner Schätzungen geführt, die versuchen, verlässlichere Zahlen zu liefern. Zu nennen ist hier die Studie von Ritschl/Spoerer (Anm. 3). Die Autoren legen für die Jahre von 1901 bis 1950 für das VEK, das BNE und das BIP neue Zahlen vor. Zudem werden für die DDR für das BNE und das BIP für die Zeit nach 1945 Werte geschätzt. Neben Ritschl und Spoerer sind hier auch die Arbeiten von Rainer Fremdling und Reiner Stäglin zu nennen, die eine Kritik und Neuberechnung der Hoffmann’schen Zahlen der VGR zum Gegenstand haben; vgl. z.B. Rainer Fremdling/Reiner Stäglin: Die Industrieerhebung von 1936: Ein Input-Output-Ansatz zur Rekonstruktion der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert – ein Arbeitsbericht, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 90 (2003), 4, S. 416–428.

  5. Maddison (Anm. 3).

  6. Brian R. Mitchell: International Historical Statistics. Europe 1750 – 2005, 6. Aufl., New York 2007.

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Prof. Dr., Leiter des Arbeitsbereichs Datenservice Historische Studien bei GESIS – Leibniz Institut für Sozialwissenschaften in Köln und Titularprofessor an der Universität St. Gallen - Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen / Preise