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Datengrundlage

Michael Kopsidis

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Die Datenlage für den Agrarsektor ist vergleichsweise gut, erste regionale Erhebungen gehen bis auf 1791 zurück (Sachsen). Längere Zeitreihen sind u.a. über das Statistische Bundesamt, bzw. die GESIS-Datenbank zu finden.

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Schon im 18. Jahrhundert begannen deutsche Staaten, erste Statistiken zur Landwirtschaft zu erstellen. Führend war hierbei Sachsen, dass als einziger deutscher Staat schon für die Jahre 1791 bis 1812 und 1815 bis 1830 über eine jährlich erhobene, kleinräumig gegliederte Erntestatistik verfügte. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches sind nur die nach 1815 in regelmäßigen Abständen durchgeführten Viehzählungen deutscher Staaten als halbwegs vollständig anzusehen, während die Erntestatistiken sich meistens auf Überschlagsschätzungen der Flächenerträge durch landwirtschaftliche Vereine beschränkten. Detaillierte Daten zur Bodennutzung einschließlich der landwirtschaftlichen Nutzfläche finden sich für einzelne deutsche Staaten und Jahre schon ab 1820 je nach Zeitpunkt der Erstellung eines Katasters zur Grundsteuerermittlung.

Eine systematische deutsche Erntestatistik, die jährlich Anbauflächen, Hektarerträge und die Erntemengen für fast alle Kulturpflanzen erfasst, existiert erst seit 1878 für das gesamte Deutsche Reich. Eine in größeren Abständen erhobene Betriebsstatistik, die neben der Zahl der Agrarbetriebe auch die Betriebsflächen und landwirtschaftlichen Arbeitskräfte erhebt, liegt seit 1882 vor. Angaben zur Bodennutzung gibt es in mehrjährigen Abständen seit 1878. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich mit Gründung der Bundesrepublik und der DDR die agrarstatistische Erhebungsdichte erheblich verbessert. Mit der Wiedervereinigung liegt auch wieder eine gesamtdeutsche Agrarstatistik vor.

Ausführliche aktuelle Statistiken finden sich nicht nur im vom Statistischen Bundesamt herausgegebenen Statistischen Jahrbuch für Deutschland, sondern mehr noch im Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der Bundesrepublik Deutschland, herausgegeben vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Beide Publikationen sind online zugänglich.

Zu allen quantitativen Aspekten der historischen Agrarentwicklung bietet für den Zeitraum 1850 bis 1959 den besten Überblick immer noch Walther G. Hoffmann. In international vergleichender Perspektive zu nennen ist das Werk von Brian R. Mitchell.12 Neuere historische Forschungen präsentieren für einzelne deutsche Provinzen einen Überblick fast aller verfügbaren agrarstatistischen Daten im Zeitraum 1750 bis 1880. Die meisten Zeitreihen der genannten Werke mit Ausnahme von Mitchell sind online über GESIS verfügbar.

Zum Weiterlesen empfohlen

Giovanni Federico: Feeding the World. An Economic History of Agriculture. 1800 – 2000, Princeton 2005.

Oliver Grant: Agriculture and Economic Development in Germany, 1870 –1939, in: Pedro Lains (Hrsg.): Agriculture and Economic Development in Europe since 1870, Abingdon 2009, S. 178 – 209.

Michael Kopsidis: Agrarentwicklung. Historische Agrarrevolutionen und Entwicklungsökonomie, Stuttgart 2006.

Michael Kopsidis: North-West Germany 1750 – 2000, in: Leen van Molle u.a. (Hrsg.): The Agro-Food Market. Production, Distribution and Consumption, Rural Economy and Society in Northwestern Europe. 500 – 2000, Turnhout 2013, S. 292 – 328.

Daniela Münkler (Hrsg.): Der lange Abschied vom Agrarland. Agrarpolitik, Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft zwischen Weimar und Bonn, Göttingen 2000.

Stephan Tangermann (Hrsg.): Agriculture in Germany, Frankfurt a. M. 2000.

Frank Uekötter: Die Wahrheit ist auf dem Feld. Eine Wissensgeschichte der deutschen Landwirtschaft, Göttingen 2010.

Meliorationen

Meliorationen (Bodenverbesserungen) umfassen alle Maßnahmen zur Verbesserung des Pflanzenstandortes (Be- und Entwässerung, Drainierung, Eindeichung, Flurbereinigung, Urbarmachung, Erosionsschutz usw.). Meliorationen steigern dauerhaft den Ertrag, vereinfachen die Bewirtschaftung und schützen die Bodenfrucht vor Zerstörung.

Prof. Dr., Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO), Halle - Landwirtschaft