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Einordnung und begriffliche Klärungen

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Einordnung und begriffliche Klärungen

Günther Schulz

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Die Bauwirtschaft ist ein guter Indikator für die gesamtwirtschaftliche Lage. So lässt sich grob feststellen, dass es auch der restlichen Wirtschaft gut geht, wenn viel gebaut wird.

Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen und zugleich ein Bereich, um sich gesellschaftlich darzustellen, zu integrieren oder abzugrenzen. Die Bauwirtschaft ist eine "Lokomotive der Gesamtwirtschaft": eine Schlüsselbranche, von der viele Wirkungen auf andere Bereiche ausgehen. Bauen und Wohnen richten sich auf die Gestaltung von Gegenwart und Zukunft – in persönlicher wie gesellschaftlicher, politischer, volks-, einzelwirtschaftlicher, kultureller, räumlicher und ästhetischer Hinsicht. Sie sind zugleich von den vorhandenen Traditionen und Ressourcen auf diesen Feldern geprägt und zum Teil begrenzt.

Das Gut "Wohnung" besteht aus einem oder mehreren Räumen, die für den dauerhaften Aufenthalt von Menschen bestimmt und geeignet sind, die dafür erforderlichen Grundfunktionen gewährleisten, insbesondere eine Küche haben, und in der Regel räumlich abgeschlossen sind. Es weist als Besonderheiten auf, dass es von jedermann benötigt wird und nicht substituierbar ist; es ist immobil, heterogen, seine Herstellung zeitraubender und teurer und seine Nutzungsdauer im Allgemeinen länger als diejenige fast aller anderen Gebrauchsgüter. Ferner orientieren sich Bauherren bzw. Bewohner nicht nur an den Kriterien der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, des finanziellen Ertrags, an ihren familiären und beruflichen Bedürfnissen, sondern auch an Überlegungen bezüglich sozialem Status, Prestige und wirtschaftlich-sozialer Sicherheit. Bei Wohnungen wird zwischen der Wohn- und der Rechtsform unterschieden. Die Wohnform kann die Kleinsiedlung sein (ein Begriff für ein Wohnhaus mit Landzulage und Stall bzw. Wirtschaftsteil), das freistehende sowie das Reihen-Einfamilienhaus, die Einliegerwohnung und die Wohnung im Mehrfamilienhaus. Bei der Rechtsform unterscheidet man zwischen Wohnen im Eigentum, zur Miete oder in Sonderformen wie dem Dauer- bzw. dem genossenschaftlichen Wohnrecht.

Tabelle 1: Das deutsche Baugewerbe (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Wohnungspolitik bezeichnet im engeren Sinne die Summe derjenigen meist staatlichen Maßnahmen, die mit Blick auf politisch definierte Ziele der quantitativen und qualitativen Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum dienen. Im weiteren Sinne wird auch die Siedlungs- und Stadtumwelt einbezogen. Wohnungspolitik gliedert sich in die Bau- und die Bestandspolitik. Die erstere umfasst alle Maßnahmen, die sich auf den Neubau richten. Ihre Mittel sind weit gespannt. Sie umfassen die Bodenpolitik ebenso wie ein vielfältiges Instrumentarium öffentlicher Subventionen: Kapital- bzw. Zinssubventionen, Abschreibungen bzw. Steuervergünstigungen. Die Bestandspolitik richtet sich auf den vorhandenen Wohnraum und gliedert sich in die Mietrechts-, Mietpreisrechtspolitik sowie die öffentliche Wohnraumbewirtschaftung (beispielsweise Festlegung des Mietpreises durch die öffentliche Hand, Einweisung von Mietern in Wohnungen, die aufgrund staatlicher Förderung entsprechende Belegungsbindung haben, oder nach Kriegen, Umweltkatastrophen etc.).

An die Politik werden vielfältige Ansprüche bezüglich der Versorgung mit gutem und preiswertem Wohnraum gestellt, und es gibt zahlreiche Wechselwirkungen mit angrenzenden Politikfeldern, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Gebieten, zum Beispiel der Boden-, Städtebau-, Siedlungs-, Raumordnungs- und Verkehrs-, Umwelt- und Energiepolitik, der Steuer-, Eigentums-, Vermögens-, Konjunktur- und allgemeinen Wirtschaftspolitik sowie dem Kapital-, Arbeits-, Baustoffmarkt und nicht zuletzt der Architektur.

Mit dem Wohnungsbau konkurrieren weitere Bereiche um Ressourcen: der Wirtschaftsbau – die Errichtung von gewerblichen Anlagen, Fabriken, Büros, Läden usw. – sowie der öffentliche Bau: die Errichtung von Schulen, Rat- und Krankenhäusern, Theatern und Bädern etc. (siehe Tab 1)

Prof. Dr., Institut für Geschichtswissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn - Bauen und Wohnen