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Computer und Internet in Planspielen

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Computer und Internet in Planspielen

Dr. Stefan Rappenglück

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Der Einsatz von Computern kann unterstützend zu einem Realplanspiel erfolgen, d.h. PC, Internet und CD-Rom werden als effizienter Zugang zu Lernmaterialien und/oder für eine effektivere Informationsbeschaffung verwendet.

Die Nutzung neuer Kommunikationstechnologien für Bildungsprozesse kommt der Forderung nach selbstbestimmtem und entdeckendem Lernens sehr entgegen und reagiert zugleich auf eine neue "Lerngeneration" – denn vor allem unter jungen Menschen ist die Nutzung des Internet und seiner Kommunikationsmöglichkeiten selbstverständlich.

Der Einsatz von Computer kann unterstützend zu einem Realplanspiel erfolgen, d.h. PC, Internet und CD-Rom werden als effizienter Zugang zu elektronisch gespeicherten Lernmaterialien und/oder für eine effektivere Informationsbeschaffung (mehr Informationen in kürzerer Zeit) verwendet:

"Grundsätzlich bietet sich an, einen Computer zur Informationssuche via Internet oder Datenbanken bzw. Enzyklopädien zur Verfügung zu stellen, den die Spielgruppen nutzen können, was einen wichtigen Beitrag zum Aufbau von Medienkompetenz als zentraler Qualifikation im Informationszeitalter darstellt." .

Ergänzende Informationen und weitere Materialien können ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand somit gleich direkt in das Spielgeschehen (Verhandlungen) integriert werden. Durch die Nutzung von Computern und Internet kann die inhaltliche Vorbereitung im Netz erfolgen, zudem können mehr Personen über große Entfernungen eingebunden werden als bei realen Planspielen.

Obwohl computergestützte Simulationen im Bereich der betrieblichen Weiterbildung und Unternehmensplanspielen seit Jahren intensiv zur Simulierung betriebswirtschaftlichen Verhaltens und Abläufe verwendet werden , gibt es "spezielle multimediale Planspiele für den politischen Unterricht noch kaum" . Zwei immer noch sehr prominente Beispiele für Computer gestützte Planspiele sind die Simulationen "Kommstedt" und "Externer Link: Ökolopoly", das exemplarisch für ein kybernetisches Unweltplanspiel steht.

Planspiele können aber auch vollständig im Internet gespielt werden. PC-unterstützte Simulationen ermöglichen dann das tatsächliche Eingreifen in fiktive Systeme durch die Spielenden und lassen komplexe Wirkungsgefüge durch Interaktionen erfahrbar und verständlich werden. So können beispielsweise Wirkungen von Eingriffen auf Spieljahre oder Legislaturperioden bezogen werden. Chats, die Integration spielerische Elemente und der Rückgriff auf ggf. gespeicherte Spielstände können eine höhere Motivation der Teilnehmenden erzeugen. .

Trotz aller Nutzen – die Umsetzung von internetgestützten Planspielen steht eher noch am Anfang, denn sie bedeutet einen hohen technischen Vorbereitungs- und Durchführungsaufwand für die Spielleitung. Auch stehen oftmals in computergestützten Planspielen die technischen Möglichkeiten zu sehr im Vordergrund, während die persönliche Interaktion und das soziale Lernen eher vernachlässigt werden.

Fussnoten

Fußnoten

  1. Leidig, Tatjana: (Computer gestützte) Planspiele in der politischen Bildung, in: Butterwegge, Christoph/Hentges, Gudrun (Hrsg.): Politische Bildung und Globalisierung, Opladen 2002, S. 229.

  2. Vgl. zu Planspielen in der betrieblichen Bildung: Blötz, Ulrich: Planspiele in der beruflichen Bildung. Auswahl, Konzepte, Lernarrangements, Erfahrungen, Bonn. Vierte überarbeitete Auflage, 2005; exemplarisch Schülerwettbewerb "Jugend gründet": http://www.jugend-gruendet.de.

  3. Besand, Anja: Mit digitalen Medien lernen - Lernprodukte und Lernumgebungen. In: Sander, Wolfgang (Hrsg.:) Handbuch politische Bildung. Schwalbach, dritte völlig überarbeitete Auflage, S. 544.

  4. Vgl. Zepp, Jürgen: Das computergestützte Planspiel "Kommstedt", in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Methoden in der politischen Bildung – Handlungsorientierung. Bonn 1991

  5. Vgl. Latsch-Gulde, Antonius: Mediale Lernprozesse nutzen, in: Bremekamp, Elisabeth (Hrsg.): Praxishandbuch Total digital + multimedial!? Schwalbach 2000, S. 162-164.

Lizenz

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Dr. Stefan Rappenglück war bis März 2021 Professor für Europäische Studien/Politikwissenschaft an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München, Geschäftsführender Gesellschafter von Rappenglueck Simulations. Berlin-München und Lehrbeauftragter an der Hochschule München; Schwerpunkte: Europa, Europavermittlung, Planspiele, Mitglied der Jury des deutschen Planspielpreises, langjährige Erfahrung in Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Politiksimulationen, Ausbildung von Trainerinnen und Trainern.