Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen

Redaktion | Theresa Samuelis am 18.08.2017

Video-Nachhilfe-Format musstewissen: Chic, aber zu wenig

Hätte es musstewissen bereits gegeben, als sie in der 8. Klasse war, so hätte sie es auf jeden Fall genutzt. Trotzdem gibt es Verbesserungspotenzial: Unsere Werkstatt-Schülerpraktikantin Lareen hat das öffentlich-rechtliche Video-Nachhilfe-Format musstewissen getestet und benotet.

Video-Nachhilfe-Format musstewissen: Chic aber zu wenigUnsere Werkstatt-Schülerpraktikantin Lareen hat das Video-Nachhilfe-Format musstewissen getestet ( bpb / Fotografin: Theresa Samuelis / bearbeitet / Lizenz CC BY-SA 4.0)



Erster Eindruck

Die musstewissen-Seiten auf funk.net und YouTube sind ansprechend und bunt gestaltet. Beim zweiten Hinschauen erkennt man dann auch die Struktur der Seite, jedes Fach hat eine eigene Farbe und ein eigenes Symbol – bei dem von mir ausgewählten Fach Geschichte sind das zum Beispiel Gelb und eine Uhr. Auf den kleinen Vorschaubildern zu den Videos sieht man das Thema des jeweiligen Videos und dazu den Moderator.

Der erste Eindruck macht auf jeden Fall Lust darauf, sich die Videos anzuschauen und damit zu lernen. Leider gibt es bis jetzt nur Lernvideos für die Fächer Mathe, Deutsch, Chemie, Physik und Geschichte. Man könnte die Auswahl erweitern mit Fächern wie Biologie, Politik, Englisch oder weiteren Fremdsprachen.

Über die Testerin

Lareen (16) besucht ein Gymnasium in Berlin-Reinickendorf. Vor Prüfungen lernt sie am liebsten mit Lernvideos und hat sich deshalb auch musstewissen von funk angeschaut. Bei werkstatt.bpb.de hat sie im Juli 2017 ein zweiwöchiges Schülerpraktikum absolviert.


Verständlichkeit der Videos

Ein kurzer Beschreibungstext fasst die Videos zusammen und führt in das Thema ein. Das ist ziemlich praktisch für die Schüler, die noch nie etwas von dem Thema gehört haben und damit einen ersten Überblick bekommen. In den Videos werden viele Bilder und Animationen verwendet. In dem Video über den Dreißigjährigen Krieg sind mir vor allem die Landkarten und die Zeitstrahlen positiv aufgefallen, die das Verständnis meiner Meinung nach extrem fördern und auch dafür sorgen, dass das Lernen mehr Spaß macht. Zumindest ich konnte mir durch den Zeitstrahl einen besseren Überblick über das Geschehen verschaffen und habe jetzt auch ein besseres Verständnis über den Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs.

Themenauswahl innerhalb der Fächer

Das Lernprogramm ist leider nur auf die 8. Klasse beschränkt und somit sind auch die Themen nur auf den Lehrplan dieser Stufe ausgelegt. Die Geschichts-Videos handeln alle nur von Themen aus der Vergangenheit und es sind keine Themen über die Jetztzeit dabei. Der Bürgerkrieg in Syrien wäre aber auch ein wichtiges Thema, über das man ein Video drehen könnte, oder auch über Europa und darüber, wie das politische Europa entstanden ist und was davor war. Da wir in Europa leben, sollten wir über solche Themen Bescheid wissen. Ich würde das Angebot breiter fächern, da viele Lehrer es heutzutage sehr wichtig finden, über aktuelle Ereignisse zu reden und sich deswegen auch nicht immer an den Lehrplan halten.

Moderation

Der Moderator Mirko wirkt sympathisch und freundlich. Er bringt die Informationen und sein Wissen angenehm rüber und man hat nicht das Gefühl, dass er ein Lehrer sei oder dass er über einem stehen würde. Es ist eher ein Gefühl, als würde man mit ihm auf einer Augenhöhe sein, was für viele Schüler sicher sehr wichtig ist. Auch die anderen Moderatoren wie Lisa, Nicole und Mai wirken sehr nett und es ist sehr angenehm, sich von ihnen etwas erklären zu lassen.

Sichtbarkeit des Formats

Ich kannte das Format bislang nicht, aber es ist ja auch noch recht neu. Hätte es musstewissen schon gegeben, als ich in der 8. Klasse war, hätte ich es sicher gut gebrauchen können. Um musstewissen bekannter zu machen, würde ich die Zielgruppe erweitern, also Videos für mehr Klassenstufen produzieren und außerdem mehr Videos pro Woche hochladen. Ein weiterer Punkt wäre das Erwähnen des Kostenpunktes: Eltern mögen kostenlose Sachen und wenn es dann noch um die Bildung für ihre Kinder geht, macht es das Programm um einiges attraktiver, vor allem weil es schon einige Konkurrenzangebote gibt, die oft Geld kosten.

Fazit und Note

Ich werde musstewissen auf jeden Fall weiterempfehlen, da es ein tolles digitales Lernmittel ist, mit dem man schnell lernen und verstehen kann. Allerdings ist für mich die Themenauswahl zu klein und ich würde mich freuen, wenn mehr Themen für höhere Stufen dazu kommen. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 würde ich dem Programm eine 1 für die Aufmachung und geben und eine 2- für die Themenauswahl.


musstewissen: Nachhilfe auf YouTube


musstewissen: Nachhilfe auf YouTubeDer Stundenplan von musstewissen ( © Bastian Schloen / ZDF )

Immer mehr Lernende wenden sich für Nachhilfe an YouTube. Das multimediale Format "musstewissen" von funk bietet jede Woche Schulbegleitung mit Fachexperten zu fünf verschiedenen Schulfächern.

Zur Projektvorstellung



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