GrafStat Fußball
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30.5.2014 | Von:
Wolfgang Sander
Sabine Kühmichel
Andrea Meschede

Baustein 5: Eine Befragung zum Thema durchführen

Wer eine eigene Befragung von Jugendlichen durchführen möchte, findet hier alle notwendigen Schritte erläutert.
Wer sich bei der Planung der Reihe mit seinen Schülerinnen und Schülern in Baustein 1 für die Durchführung einer Befragung in der eigenen Klasse, Stufe oder Schule entschieden hat, findet hier die Beschreibung der wichtigsten Schritte, die für ein solches Vorhaben notwendig sind. Die folgenden Abschnitte enthalten hilfreiche Hinweise sowie unterstützende Materialien, wie z.B. ein Planungsraster für die Durchführung der Befragung. Darüberhinaus wird ein Musterfragebogen zum Thema "Fußball und Nation: Was meint ihr?" (s. M 05.01), der für die eigene Befragung identisch übernommen oder aber mit der Software GrafStat überarbeitet werden und dann zum Einsatz kommen kann.

In der Vorbereitungsphase erledigen die Lehrkraft und die Jugendlichen, wenn möglich, alle Arbeitsschritte gemeinsam, um somit die Lerngruppe in den Stand zu versetzen, selbstständig eine repräsentative computergestützte Befragung durchzuführen. Da gerade dieses Projekt vom Engagement aller Beteiligten lebt, steht neben der Erarbeitung grundlegender Sachfragen nicht zuletzt die Förderung der Teamfähigkeit des Lehrverbandes im Vordergrund.

Die Software GrafStat wird eingesetzt für die Erstellung bzw. Änderung des Fragebogens, die Dateneingabe, Datenauswertung und -analyse sowie für die Erstellung der Grafiken für die Präsentation und Veröffentlichung der Ergebnisse.

Planungsraster für die Durchführung einer Befragung:
  • Baustein 5.1: Ziel und Art der Befragung
  • Baustein 5.2: Bearbeitung des Fragebogens
  • Baustein 5.3: Durchführung der Befragung
  • Baustein 5.4: Dateneingabe
  • Baustein 5.5: Auswertung und Analyse der Daten

  • Baustein 5.1: Ziel und Art der Befragung

    Zu Beginn des Befragungsbausteins erfolgt in der Regel ein kooperatives Planungsgespräch von Lehrperson und Jugendlichen, in dem unter der Perspektive, eine Befragung Jugendlicher durchzuführen, ein Aufgabenkatalog erstellt wird, der die einzelnen Arbeitsschritte des gesamten Projekts enthält. Erste Details des Befragungsprojektes wurden bereits in Baustein 1 schon geklärt.

    Mit diesem Planungsgespräch vor der Durchführung der Befragung wird die Intention verfolgt, dass sich die Schülerinnen und Schüler genau über Ziele und Fragestellung des Vorhabens im Klaren sind und gleichsam ein gemeinsames Handlungsprodukt festlegen: "Was soll am Ende stehen, was wollen wir erreichen, welche Aufgaben müssen wir lösen, um das zu erreichen?"

    Die Planungsarbeit soll zudem die Selbstorganisation und Selbstverantwortung der Jugendlichen im Lernprozess fördern, wozu die vorbereitende und ergänzende Konzeption seitens des Lehrenden keinesfalls im Widerspruch steht, sondern mithin als notwendige Hilfestellung begriffen werden muss. Wenn der Aufgabenkatalog zusammengestellt ist, erscheint es sinnvoll, eine grobe Gesamtplanung mit Phasen, Terminen, Aktivitäten etc. des Projekts – etwa als Wandzeitung – im Klassenraum für alle sichtbar aufzuhängen. Gleichzeitig bietet dies die Möglichkeit, die Planungsarbeit für eventuell später auftretende Teilprobleme offen und revisionsfähig zu gestalten.

    Wie wird die Befragung durchgeführt?

    Um die Zielgruppe der Jugendlichen nach ihrer Meinung zu "Nationalbewusstsein und Fußball" zu befragen, bietet sich besonders die Befragung aller Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule an, alternativ kann auch nur eine Jahrgangstufe oder einzelne Klasse befragt werden. Die Erhebung kann auch schriftlich oder online unter Anleitung anderer Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt werden und verspricht daher einen hohen Rücklauf an Fragebögen. Zudem wird die die Befragung durchführende Lerngruppe von zeitraubenden mündlichen Interviews entlastet.

    Eine weitere lohnende Alternative besteht darin, das Projekt in Kooperation mit anderen Schulen durchzuführen, entweder vor Ort oder auch mit Partnerschulen im Ausland. Dadurch werden die Daten zahlreicher sowie aussagekräftiger, da sich so eventuelle Unterschiede in den Einstellungen je nach befragter Klasse besser analysieren lassen.

    Grundsätzlich bietet GrafStat auch die Möglichkeit einer Internetbefragung, hierbei muss allerdings gewährleistet sein, dass die Befragten jeweils nur einmal den Fragebogen ernsthaft ausfüllen.

    Alternative 1: Vollerhebung an der eigenen Schule (schriftliche Befragung)
    Für diesen Zweck am besten geeignet, da viele Personen in vergleichsweise kurzer Zeit und kostengünstig befragt werden können.

    Vorteile: Die Vorteile der schriftlichen Befragung liegen vor allem in der raschen und kostengünstigen Durchführung, der längeren Überlegungsfrist für die Befragten sowie in der Minimierung des Interviewereinflusses.

    Nachteile: Da die Befragten den ausgeteilten Fragebogen selbstständig und ohne weitere Hilfestellung ausfüllen sollen, bedeutet dies für die Vorbereitung – insbesondere für die Gestaltung des Fragebogens – einen größeren Aufwand. Der Fragebogen muss alle erforderlichen Hinweise und Informationen enthalten, damit die Befragten die Fragen selbstständig beantworten können, z.B. Hinweise zur Beantwortung der Fragen sowie eine kurze Einführung über die Ziele und den Zweck der Befragung. Ein weiterer Nachteil der schriftlichen Befragung ist die oftmals sehr geringe Rücklaufquote, die aber gering gehalten werden kann, wenn die Fragebögen nach dem Ausfüllen direkt wieder eingesammelt werden.

    Alternative 2: Internetbefragung
    Am besten geeignet für: Befragung von konkreten Gruppen mit ausreichender Internetkompetenz und Zugang zum Internet.

    Vorteile: Mit GrafStat kann man ohne viel Aufwand auch eine Internetbefragung durchführen. Dazu benötigt man lediglich einen Platz im Internet, an dem man den Fragebogen veröffentlichen kann (wie beispielsweise die Homepage der Schule). Da die Daten von den Befragten selbst eingetragen und auf einem Datensammelpunkt automatisch erfasst werden, spart man sich dabei sogar den Arbeitsschritt der Dateneingabe. Weitere Vorteile der Internetbefragung sind die rasche Durchführbarkeit und geringere Durchführungskosten sowie vielfältige Darstellungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

    Nachteile: Für die Erstellung eines repräsentativen Datensatzes bzw. einer Vollerhebung ist das Internet nach wie vor nur bedingt geeignet: zu hoch ist die Zahl der Menschen ohne Zugang oder entsprechende Medienkompetenz und zu groß sind die Möglichkeiten eines Missbrauchs (z.B. durch mehrmalige Abstimmung). Mit Mehraufwand in Form von Vergabe von Transaktionsnummern (TANs) für das Ausfüllen der Fragebögen oder einem Kennwortschutz auf der Internetseite kann dem Missbrauch jedoch vorgebeugt werden.

    Wann soll die Befragung durchgeführt werden?

    Der zeitliche Rahmen der Befragung wird durch den Zeitraum der Fußball-WM (12. Juni bis 13. Juli 2014) festgelegt. Auch wenn die Befragung durchaus auch schon vor Beginn der WM durchgeführt werden kann, so ist das Interesse am Thema wahrscheinlich während des Turniers am größten. Der Zeitraum der Befragung sollte den Zeitraum von einer Woche nicht überschreiten. Die schriftliche Befragung kann während der Schulzeit durchgeführt werden. Generell ist darauf zu achten, dass die Befragung zu Zeiten erfolgt, an denen Angehörige aller Zielgruppen gewöhnlich angetroffen werden können.

    Baustein 5.2: Bearbeitung des Fragebogens

    Der Fragebogen wird bereits in GrafStat erstellt, jedoch noch nicht von der Gruppe, sondern eher von der Lehrperson, so dass eine GrafStat-Einführung an dieser Stelle also noch nicht notwendig ist.

    Um das Verfahren der Fragebogenerstellung bzw. -bearbeitung abzukürzen ist es ferner zu empfehlen, den Schülerinnen und Schülern als Orientierungshilfe den Musterfragebogen (M 05.01) vorab an die Hand zu geben und nach den erarbeiteten Vorgaben modifizieren zu lassen. Dies ist ein Vorgehen, das auch in der wissenschaftlichen Forschungspraxis üblich ist. Hilfreiche Tipps und Tricks für die Erstellung eines Fragebogens (Formulierung, Fragetypen etc.) können die Arbeit am eigenen Fragebogen unterstützen (s. M 05.02) Die Endredaktion, das Layout und die Vervielfältigung des Fragebogens wird der Lehrer bzw. die Lehrerin übernehmen, es sei denn, dazu erklären sich Jugendliche bereit.

    Lehrpersonen mit wenig Zeit für die Durchführung der Reihe oder mit wenig Erfahrung im Umgang mit Umfragetechniken sollten auf jeden Fall auf den Musterfragebogen (M 05.01) zurückgreifen und dort nur partielle Veränderungen vornehmen, die dann auch in die Eingabemaske der Fragebogendatei übernommen werden müssen.

    "Welche Fragen soll der Fragebogen für die Befragung enthalten?"

    Bei der Erstellung des Fragebogens für die Umfrage werden die Jugendlichen zunächst aufgefordert, in einer Art Brainstorming diejenigen Angaben zu benennen, die sie von den Befragten benötigen, um aussagekräftige Daten für die Analyse der Meinungen Jugendlicher zum Nationalbewusstsein und internationalen Fußball-Turnieren zu gewinnen. Dabei ist darauf zu achten, dass man für die Hypothesen, die man untersuchen möchte, auch die entsprechenden aussagekräftigen Fragen einplant. Auf der Grundlage der bisher erworbenen Kenntnisse können die Schülerinnen und Schüler erfahrungsgemäß selbstständig angeben, dass sie
    • die grundsätzliche Haltung der Jugendlichen zur WM und zu Fußball generell erkunden wollen
    • Fragen zur Einstellung gegenüber der Nation mit aufnehmen müssen
    • Indikatoren entwickeln müssen, mit denen man Zusammenhänge zwischen Fußball-Interesse und Einstellungen zur eigenen Nation untersuchen kann (z.B. für die Hypothese "Je mehr die Nationalmannschaft nach ihrem Spiel beurteilt wird, desto weltoffener/weniger national sind die Befragten eingestellt.")
    • zur Unterscheidung von Einstellungen verschiedener Nationen auch Daten zum eventuellen Migrationshintergrund bzw. der Herkunft der Jugendlichen erfragen müssen.
    Für das weitere Vorgehen empfiehlt es sich nun, die von den Schülerinnen und Schülern erstellte Sammlung mit dem Musterfragebogen (M 05.01) zu vergleichen, um sich – besonders bei Kooperationsprojekten in Absprache mit anderen Kursen bzw. Schulen – auf einen endgültigen Fragenkatalog zu verständigen. (Wichtig: Dies ist unbedingt notwendig, wenn man die von verschiedenen Projektbeteiligten erfassten Daten später mit GrafStat zu einer Gesamtdatenmenge zusammenführen möchte.)

    Da der Umfang des Fragebogens aus Praktikabilitätsgründen auf ein Blatt (doppelseitig bedruckt) beschränkt werden sollte, wird es erfahrungsgemäß notwendig sein, auf einige zuvor genannte Befragungsgesichtspunkte zu verzichten.

    Welche Antwortmöglichkeiten sollen vorgegeben werden?

    Damit die Antwortdaten der Befragung quantitativ zusammengefasst und später dann entsprechend ausgewertet werden können, ist die sprachliche Fassung des Fragebogens innerhalb bestimmter Grenzen festgelegt. Die Jugendlichen werden vermutlich von selbst erkennen, dass die Fragen für eine computergestützte Analyse standardisierte Antwortmöglichkeiten enthalten müssen, die drei Arten von Fragen zulassen, nämlich die Auswahlfrage, die Skalenfrage und die Maßzahlfrage, so dass der Fragebogen überwiegend Fragen dieser Typen beinhalten sollte, um den Arbeitsaufwand bei der Auswertung in Grenzen zu halten.

    Die endgültige Fassung des Fragebogens kann sodann entweder gemeinsam mit der Lerngruppe oder aus Zeitgründen auch außerhalb des Unterrichts von Lehrerseite erfolgen.

    Hinweis: Im Bereich "Über die Software" finden Sie weitere Hinweise zur Durchführung eines Befragungsprojektes mit Hilfe der Software GrafStat.

    Baustein 5.3: Durchführung der Befragung

    Vorbereitung der Verteilung der Fragebögen

    Zur Durchführung der Befragung muss der Fragebogen für alle Jugendlichen, die an der Befragung teilnehmen sollen, verfügbar gemacht werden.

    Durchführung eine schrifltichen Befragung (Druckformular)

    Bei einer schriftlichen Befragung in der eigenen Klasse, ist dies in der Regel nicht schwer. Für die Befragung einer kompletten Jahrgangsstufe oder der ganzen Schule werden am besten die Kolleginnen und Kollegen mit eingebunden. Sie verteilen die vorbereiteten Fragebögen in den Klassen, stellen das Projekt kurz vor und sorgen mit dem direkten Einsammeln der Fragebögen für einen hohen Rücklauf. Dafür sollte der Kollegenkreis gut über das Befragungsprojekt informiert sein und ggf. vorab einen kurzen Ablaufplan für die von ihnen erwarteten Tätigkeiten erhalten (Muster siehe M 05.01).

    Druchführung einer Onlinebefragung (Internetformular)

    Für eine Internetbefragung wird der Fragebogen als HTML-Formular aufbereitet und auf einer Webseite veröffentlicht, so dass der Fragebogen von der Zielgruppe zeit- und ortsunabhängig ausgefüllt werden kann. Dazu benötigen sie nur die Internetadresse (URL) des Onlineformulars sowie einen Computer mit Internetverbindung.

    Die Datensammlung erfolgt über einen Datensammelpunkt, bei dem die Befragung zuvor angemeldet worden sein muss. Ist alles ordnungsgemäß eingerichtet, können die Fragen anschließend weltweit beantwortet werden; die Daten laufen auf dem Datensammelpunkt zusammen, von wo sie jederzeit über das Internet abrufbar und in die Auswertung einbezogen werden können.

    Tipp: Detaillierte Hinweise zum Anlegen einer Onlinebefragung mit GrafStat finden Sie in der Anleitung "Checkliste Internet", die bei der Installation der Software mitgeliefert wird und im Unterordner "doc" des Programmordners der Software zu finden ist (i.d.R. unter C:\Programme\grafstat4\doc).

    Baustein 5.4: Dateneingabe

    Einweisung in die Handhabung des Programms GrafStat

    Nach der Erhebung der Daten geht es im nächsten Arbeitsschritt darum, die Schülerinnen und Schüler mit der Nutzung des Programms GrafStat für die Eingabe und Auswertung der Daten ihrer Befragung vertraut zu machen.

    Ausgangsfragen können dabei sein: Wie werden die Daten eingegeben? Wie werden sie abgespeichert? Welche Möglichkeiten stellt das Programm zur Datenauswertung zur Verfügung (Tabellen, Graphiken)? Wie werden die Tabellen und Graphiken gespeichert bzw. ausgedruckt?

    Aufgrund der großen Benutzerfreundlichkeit des Programms GrafStat sind bei entsprechender Vorbereitung und vorhandenen Grund-PC-Kenntnissen keine nennenswerten Schwierigkeiten zu erwarten.

    Insgesamt sei auf die Kurzhinweise zur Benutzung des Programms GrafStat und auf die umfangreiche Hilfe des Programms hingewiesen. Darüber hinaus bietet der Programmautor von GrafStat - Uwe Diener - auf seiner Internetseite www.grafstat.de eine kurze PowerPoint-Präsentation an, die in die Handhabung des Programms einweist.

    Die Einweisung der Schülerinnen und Schüler in die Computerbedienung geschieht am einfachsten in Form eines Lehrervortrages. Während des Lehrervortrages werden die erforderlichen Operationen zum Start des Programms, die fünf Funktionsbereiche auf der Eröffnungsseite von GrafStat, visualisiert. Sollten sich in der Lerngruppe ausgesprochene "Computerkids" finden, so hat die Lehrperson abzuwägen, ob und in welcher Weise die Kompetenz dieser "Fachleute" im Unterricht zur Geltung gebracht wird. Man könnte etwa daran denken, eine kurze Erläuterung der Hardware von Schülerseite vortragen zu lassen oder die Computerspezialisten mit anspruchsvolleren Sonderaufgaben zu beauftragen oder sie zur Hilfestellung für ihre Mitschüler und Mitschülerinnen einzusetzen.

    Allerdings sollten dabei auch die möglichen Folgen eines solchen "Experteneinsatzes" ernsthaft bedacht werden. Zum einen müssen sich auch die "Computerkids" erst mit der Software vertraut machen; in dieser Hinsicht dürfte sich ihr vermeintlicher Vorsprung als eher gering erweisen. Zum anderen könnten gerade sie provoziert werden, ihrem technischen Spieltrieb nachzugeben und ihre Vorkenntnisse unter Beweis stellen zu wollen. Und schließlich gilt es zu verhindern, dass sich die Computerneulinge durch die Überlegenheit ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler einschüchtern lassen und am Ende die wichtige Arbeit der Datenauswertung vielleicht allein den "Spezialisten" überlassen.

    Wie werden die Fragebogen-Daten in GrafStat eingegeben?

    Sobald die theoretischen Instruktionen gegeben sind, werden die Schülerinnen und Schüler darauf brennen, aus der Rolle passiver Rezipienten in die Rolle aktiver Sozialforscher zu wechseln. Unmittelbar an die Computereinweisung schließt sich deshalb sinnvollerweise die Eingabe der Fragebogendaten an. Die Schülerinnen und Schüler teilen sich dazu in Zweier-Gruppen auf, die im Wechsel die Umfragedaten vorlesen und die Eingabetastatur bedienen. Die Bildung größerer Arbeitsgruppen hat sich als eher ungünstig erwiesen, weil stets nur zwei Gruppenmitglieder in die Arbeit am PC direkt einbezogen sind, so dass die übrigen leicht abgelenkt werden, miteinander Kontakt aufnehmen und somit unerwünschte Störungen hervorrufen können.

    Diese arbeitsteilig organisierte Dateneingabe erfordert das Kopieren des Fragebogens (d.h. aller zur Befragung gehörenden GrafStat-Dateien) auf alle Rechner, an denen Daten eingegeben werden sollen.

    Um eine zügige und möglichst reibungslose Computerarbeit sicherzustellen, erscheint es angeraten, die theoretische Instruktion und die praktische Anwendung nicht in zwei getrennte Einzelstunden auseinander zu reißen. Daher sind nötigenfalls Umlegungen im Stundenplan vorzunehmen, damit für das anstehende Arbeitsprogramm eine geschlossene Blockstunde zur Verfügung steht. Natürlich kann die Eingabe von Umfragedaten nur dann geschehen, wenn der Rücklauf der Fragebögen bereits eingesetzt hat. Sollte das nicht der Fall sein - etwa weil die Einweisung in die Computerarbeit und die Umfrage teilweise parallel verlaufen - so sollte dennoch nicht auf eine enge Verknüpfung von Instruktion und Anwendung verzichtet werden. In diesem Fall sollte von Lehrerseite zur praktischen Übung ein Satz von Fragebögen mit fiktiven Daten vorbereitet werden, die von den Schülerinnen und Schülern in den Computer eingegeben, vielleicht auch schon bearbeitet werden können.

    Wie werden die Daten zusammengefügt?

    Sofern die Dateneingabe in der vorgesehenen Unterrichtszeit nicht abgeschlossen werden kann, erhalten die Schülerinnen und Schüler den Auftrag, den restlichen Teil der Umfragedaten z.B. am Nachmittag in den Computer einzugeben. (Auch zu Hause können Daten eingegeben werden, sofern man GrafStat installiert sowie die Befragungsdatei für die Eingabe kopiert).

    Dem Lehrer bzw. der Lehrerin verbleibt anschließend die Aufgabe, die auf USB-Sticks oder ähnlichen Speichermedien von Schülerinnen und Schülern abgespeicherten Daten der einzelnen Arbeitsgruppen mit Hilfe der GrafStat-Funktion "Daten zusammenfügen" zu einer Gesamtdatenmenge zusammenzufassen.

    Da für Aufbereitung der Unterrichtsergebnisse noch eine gewisse Zeit benötigt wird, ist es erforderlich, dies bei der Erstellung des Zeitplans zu berücksichtigen.

    Baustein 5.5: Auswertung und Analyse der Daten

    Zu welchen Ergebnissen führt eine Analyse der Befragungsdaten?

    Jetzt kommt es zur spannendsten Phase: der Auswertung und Analyse der Daten. Nun können die der Untersuchung zugrunde liegenden Hypothesen überprüft und darüber hinaus untersucht werden, welchen Aufschluss das Datenmaterial über das Interesse an Fußball und die Haltung zur Nation ergibt. Die bislang geleistete Arbeit befähigt die Schülerinnen und Schüler in der Regel, auf einen entsprechenden Impuls hin angeben zu können, welche Aspekte näher zu analysieren sind und welche Daten für diesen Zweck zueinander in Beziehung gesetzt werden müssen.

    Mögliche Analysefragen und -aspekte:
    • Nach welchen Gesichtspunkten kann die Meinung der Jugendlichen näher analysiert werden?
    • Welche Daten müssen zu diesem Zweck in Beziehung gesetzt werden?
    Ermittlung von möglichen Zusammenhängen zwischen Geschlecht, Alter, Herkunft und Fußball-Interesse bzw. Nationalbewusstsein - Erstellung von Kreuztabellen
    • Unterscheidet sich die Einstellung der jüngeren von denen der älteren Schülerinnen und Schüler?
    • Welche Rolle spielt die Herkunft bei der Einstellung zur Nation und zur Fußball-WM?
    • Welche Themen besitzen für den "Nationalstolz" eine besondere Bedeutung?
    • Welche Einstellungen der Befragten zur Nation lassen sich bestimmen?
    Die genannten Vorschläge werden anschließend in einer arbeitsteiligen Gruppenarbeit umgesetzt, indem die Schülerinnen und Schüler am Computer auf die einzelnen Untersuchungsaspekte bezogene Kreuztabellen erstellen und kurze schriftliche Analysen darüber anfertigen. Je nach Schülerinteresse können dabei auch bestimmte Schwerpunkte gesetzt werden. Die Resultate der Gruppenarbeit werden dann im Unterrichtsgespräch zusammengefasst und an der Tafel bzw. Folie gesichert.

    Für eine zielgerichtete, methodisch korrekte Datenauswertung empfiehlt sich hier insbesondere die Methode der hypothesenorientierten Datenauswertung. Mit dem Sechs-Punkte-Schema zur hypothesenorientierten Auswertung von Umfragedaten (M 05.02) wird den Schülerinnen und Schülern ein methodisches Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem sie auch in anderen Untersuchungen relativ selbstständig und in angemessener Zeit Daten auswerten können. Wichtig ist vor allem die Vermittlung der Erkenntnis, dass sie zuerst eine Hypothese formulieren müssen (möglichst bereits vor Beginn der Fragebogenerstellung!) und erst dann die Daten auswerten sollten. Wird dieser Schritt unterlassen, wird häufig nur wahllos korreliert, ohne dass ein "roter Faden" die Ergebnisse strukturiert. Aufgrund der Fülle der Daten besteht die Gefahr, den Überblick über das verfolgte Unterrichtsziel, sozialwissenschaftliche Aussagen über die untersuchte/befragte Gruppe zu treffen, zu verlieren. Des Weiteren ist aufgrund von Zeitknappheit eine ziel- und ergebnisorientierte Auswertung der Daten wünschenswert. Die Schülerinnen und Schüler sollten am Ende der Auswertung Ergebnisse präsentieren und Erfolge erleben können. Dieses Auswertungsschema wurde bereits vielfach im Unterricht erprobt und hat sich immer wieder bewährt.

    Eine kurze Übersicht mit Anleitungen zu den verschiedenen Auswertungsfunktionen der Software GrafStat in M 05.08 unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Datenauswertung.
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