Reichstag, Sitz des Deutschen Bundestages

31.10.2012

MG 01.03 Tipps und Tricks zur Erstellung eines Fragebogens

Formulierungshinweise

Achte auf:
  • klare, verständliche, aussagekräftige und vor allem eindeutige Formulierungen (bewährte Fragen verwenden, Vergleich mit Musterfragebögen)
  • möglichst kurze Fragetexte
  • Vermeidung von Doppelfragen (meist erkennbar an den Signalwörtern "und", "oder" o.ä.)
  • neutrale Fragestellungen (keine Wertungen oder beeinflussende Formulierungen)
  • die Verwendung von logischen und sinnvollen Antwortmöglichkeiten
  • Ausgewogenheit der Antwortmöglichkeiten und auch des Fragebogens insgesamt
  • "weiche" Formulierungen anstatt "harte" verwenden (z. B. "zu wenig einfallsreich" anstatt "einfallslos" oder "nicht besonders sympathisch" anstatt "unsympathisch")

Positionierung

Fragen
  • Am Anfang sollten einfach zu beantwortende Fragen stehen, um die Gesprächsbereitschaft zu wecken. Man sollte mit sog. icebreaker-Fragen (Aufwärmfragen) beginnen.
  • Eher persönliche oder heikle Fragen eher in der Mitte positionieren, am Anfang stehend könnten sie zur Ablehnung der gesamten Befragung führen.
  • Schwierige Fragen sollten ebenfalls in der Mitte des Fragebogens platziert werden, weil dort die Aufmerksamkeit am größten ist.
  • Thematisch ähnliche Fragen sollten jeweils zu thematischen Blöcken gruppiert werden, dabei sollten allgemeine Fragen vor den speziellen stehen, um in die Thematik einzuführen.
  • Ebenso ist es sinnvoll, einfache Fragen vor die komplizierteren zu stellen, um einen guten Einstieg in den jeweiligen Themenkomplex zu erreichen.
  • Fragen zur Person (demografische Angaben wie Alter oder Geschlecht) sind am Ende günstig positioniert, weil hier eine geringe Motivation/ Konzentration notwendig ist, um sie zu beantworten; sie können aber auch als Aufwärmfragen am Anfang des Fragebogens stehen.
  • Man sollte nicht zu viele Fragen stellen (z.B. Telefonbefragung max. 20).
Antworten
  • Positive Antwortmöglichkeiten werden den negativen häufig vorgezogen.
  • Die zweite bzw. die letzte Alternative hat einen höheren Erinnerungswert (insbesondere beim Telefoninterview).
  • => Beide Tendenzen gleichen sich aus, wenn die positive Antwortmöglichkeit zuerst genannt wird.
  • Die Richtung bei Skalen (positiv-negativ) sollte möglichst einheitlich sein und nicht häufig wechseln.

Wahl von "geschlossenen" oder "offenen" Fragen

"Geschlossene" Fragen
  • sind schneller zu beantworten bzw. auszufüllen (zeitsparend),
  • ergeben klare Stellungnahmen (vorgegebene Antworten dienen als Artikulationshilfe),
  • erhöhen (durch einheitliche Antwortmöglichkeiten) die Vergleichbarkeit und
  • sind leichter und somit auch schneller auszuwerten.
"Offene" Fragen
  • ergeben unter Umständen ein genaueres Stimmungsbild (ermöglichen Begründungen),
  • erfassen neue Aspekte, die man bei der Erstellung des Fragebogens evtl. nicht bedacht hat,
  • erhöhen den Aufwand bei der Auswertung, da sie nicht mit dem Computer auszählbar sind.

Zusätzliche Texte ergänzen

Ergänzende Texte helfen, die Befragten zu informieren, zu motivieren, an der Befragung mitzumachen und dienen als Ausfüllhinweise. In der Einleitung sollten die Befragten freundlich angesprochen werden und der Anlass der Befragung sollte kurz mitgeteilt werden. Die ausdrückliche Zusicherung der Anonymität hebt zudem die Motivation teilzunehmen und stärkt die "Ehrlichkeit" beim Antworten. Am Schluss sollte man nicht vergessen, für die Teilnahme Dank zu sagen.

Schlussgedanke


Es lohnt sich immer, sich an bewährten Fragebögen und guten Beispielen zu orientieren.


Eigener Text